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15000 Euro monatliche Kosten - und keine Einnahmen
Corona trifft den Tierpark massiv

Gähnende Leere: Gerade an den ersten warmen Tagen im Jahr ist der Tierpark eigentlich ein echter Besuchermagnet. Wegen des Coronavirus bleibt das Kassenhäuschen aber mindestens vier Wochen lang zu.
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  • Gähnende Leere: Gerade an den ersten warmen Tagen im Jahr ist der Tierpark eigentlich ein echter Besuchermagnet. Wegen des Coronavirus bleibt das Kassenhäuschen aber mindestens vier Wochen lang zu.
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damo Niederfischbach. Dass das Coronavirus das öffentliche Leben längst zum Erliegen gebracht und damit weite Teile der Wirtschaft aus heiterem Himmel in die Krise gestürzt hat, ist klar – aber was tun die, die von den Sofortmaßnahmen und Hilfspaketen nicht profitieren? Diese Frage müssen sich seit gestern die Ehrenamtler des Niederfischbacher Tierpark-Vereines stellen. Und noch haben sie keine Antwort.

Fakt ist: Seit gestern ist der Tierpark geschlossen, und nach aktuellem Stand wird das noch mindestens vier Wochen gelten. Und die Schließung kommt für den Tierpark zur Unzeit: Nach dem Winter ist das Konto leer, und mit den ersten Sonnenstrahlen pilgern unter normalen Umständen die Besucher scharenweise in den Tierpark.

damo Niederfischbach. Dass das Coronavirus das öffentliche Leben längst zum Erliegen gebracht und damit weite Teile der Wirtschaft aus heiterem Himmel in die Krise gestürzt hat, ist klar – aber was tun die, die von den Sofortmaßnahmen und Hilfspaketen nicht profitieren? Diese Frage müssen sich seit gestern die Ehrenamtler des Niederfischbacher Tierpark-Vereines stellen. Und noch haben sie keine Antwort.

Fakt ist: Seit gestern ist der Tierpark geschlossen, und nach aktuellem Stand wird das noch mindestens vier Wochen gelten. Und die Schließung kommt für den Tierpark zur Unzeit: Nach dem Winter ist das Konto leer, und mit den ersten Sonnenstrahlen pilgern unter normalen Umständen die Besucher scharenweise in den Tierpark. 1000 Eintrittskarten an einem Wochenende sind im März und April keine Seltenheit, und so sind gerade diese ersten Frühlingstage für die Kassenlage des Vereins von existenzieller Bedeutung.

„Ein Drittel unserer jährlichen Einnahmen erwirtschaften wir in den Monaten März und April“, berichtet Pressesprecher Peter Merzhäuser. Und diese Gelder fallen gerade weg. Das alleine wäre schon schwierig genug – aber die Lage ist noch weitaus finsterer.

Denn: Die Ausgaben lassen sich nicht reduzieren. „Die Versorgung der Tiere muss ja weiter sichergestellt werden“, erklärt Merzhäuser. Zwei hauptberufliche Tierpfleger, vier Azubis müssen weiterbeschäftigt werden – das allein sind monatlich 10 000 Euro an Gehaltskosten. Dazu kommen gut 3000 Euro für Futter, weitere 1000 Euro für Strom und Kraftstoff und etliche kleinere Positionen. Dass ausgerechnet jetzt eine Tierärztin einen ganzen Tag im Park gearbeitet hat, um die routinemäßigen Impfungen durchzuführen, fällt angesichts von monatlichen Fixkosten von 15 000 Euro kaum noch ins Gewicht. Und verlässliche Einnahmen hat der Park praktisch nicht: „Wir decken unsere laufenden Kosten nahezu ausschließlich über die Besucher.“

Nun haben Bundes- und Landesregierung ja etliche Maßnahmenpakete geschnürt, um strauchelnden Unternehmen zu helfen – aber keine davon ist auf den Tierpark zugeschnitten, führt Merzhäuser weiter aus:

• Kurzarbeit sei keine Option, schließlich sei die Arbeitsleistung der Tierpfleger unverzichtbar, völlig losgelöst davon, ob nun Besucher da sind oder nicht;

• Steuerstundungen helfen dem Verein ebenfalls nicht: „Als gemeinnütziger Verein zahlen wir keine Steuern, die man uns stunden könnte.“

• Und die selbstregulierenden Kräfte des Marktes, auf die das produzierende Gewerbe hoffen darf, gehen ebenfalls an der Realität des Tierparks vorbei: „Wir werden diese Ausfälle nach der Krise nicht wieder reinholen. Die Besucher, die uns jetzt fehlen, kommen im Sommer nicht doppelt so oft.“

Merzhäusers Fazit klingt entsprechend ernüchternd: „Die normalen Instrumente zur Krisenabwehr können wir allesamt nicht nutzen.“

Natürlich hat der Verein bereits erste Schritte unternommen: So hat sich der Vorstand an die Kommunalpolitik gewandt, schließlich ist der Tierpark mit seinen jährlich rund 45 000 Besuchern längst ein Aushängeschild der gesamten Region. Auch mit den Hausbanken will der Vorstand das Gespräch suchen, und eine Mitgliederinformation ist ebenfalls geplant, in der Hoffnung, dass sich auch dort Unterstützer finden.

Denn Fakt ist: Ohne finanzielle Zuwendungen wird’s schwer werden. Noch spricht Peter Merzhäuser von einem „herben Schlag ins Kontor“. Um den Betrieb aktuell aufrechtzuerhalten, müsse jetzt der Dispokredit voll ausgereizt werden – statt das nach dem Winter überzogene Konto mit den satten Einnahmen aus dem Frühjahr ausgleichen zu können. Aber was, wenn die Schließung länger dauert als vier Wochen? „Dann kann es zur existenziellen Krise werden“, befürchtet Merzhäuser.

Daher ist klar: Jede Spende kann helfen, den Tierpark durch diese schwere Zeit zu bringen. Es gibt ein Spendenkonto bei der Sparkasse Westerwald-Sieg, IBAN DE40 5735 1030 0013 0010 45.

Gähnende Leere: Gerade an den ersten warmen Tagen im Jahr ist der Tierpark eigentlich ein echter Besuchermagnet. Wegen des Coronavirus bleibt das Kassenhäuschen aber mindestens vier Wochen lang zu.
Geboren wird trotzdem: Dieses kleine Ouessant-Schaf schert sich wenig um das Coronavirus. Zootierpflegerin Nathalie Wien ist wie ihre Kollegen täglich im Niederfischbacher Tierpark im Einsatz – auch ohne Besucher müssen die Tiere versorgt werden.
Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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