Abbrucharbeiten in Niederfischbach
Das große Sortieren

Das Foto lässt erahnen, wie viele unterschiedliche Baustoffe beim Abriss der beiden alten Häuser an der Rothenbergstraße anfallen. Kein Wunder, dass das Sortieren viel Zeit in Anspruch nimmt.  Foto: damo
  • Das Foto lässt erahnen, wie viele unterschiedliche Baustoffe beim Abriss der beiden alten Häuser an der Rothenbergstraße anfallen. Kein Wunder, dass das Sortieren viel Zeit in Anspruch nimmt. Foto: damo
  • hochgeladen von Daniel Montanus (Redakteur)

damo Niederfischbach. Ob früher wirklich alles besser war, darf sicher bezweifelt werden. Aber manches war definitiv einfacher. Vor ein paar Jahrzehnten wäre zum Beispiel der Abriss der beiden Häuser an der Rothenbergstraße in ein, zwei Tagen erledigt gewesen. „Ein Haus mit dem Bagger zusammenzuhauen, ist eine Sache von einem Tag“, verdeutlicht Michael Dennert. Aber heute ist es damit eben nicht mehr getan: Dennert und seine Kollegen sind bereits seit zwei Wochen damit beschäftigt, zwei seit langer Zeit leerstehende Häuser an der Rothenbergstraße abzureißen. Und der Bopparder geht davon aus, dass noch zwei weitere Wochen ins Land gehen, bis er seine Arbeit im Asdorftal erledigt haben wird.

Was die Abbrucharbeiten so aufwändig macht, ist der Wertstoffkreislauf: Erklärte Zielsetzung ist es, so viele Baustoffe wie möglich wiederzuverwerten – und dazu müssen sie fein säuberlich getrennt werden. Und bei so alten Häusern wie den beiden in Niederfischbach kommen viele, viele unterschiedliche Baumaterialien zusammen. „Wo mehrere Generationen gelebt haben, hat jede Generation ihre Spuren hinterlassen“, erklärt Kerstin Eiteneuer vom Hachenburger Ingenieurbüro Planeo. Und ihr Kollege Andreas Pohle zählt auf: „Ziegel, Bimssteine, Beton, Holzständer, Lehm: Hier haben wir wirklich alles.“ Dass Dennert und seine Kollegen am Anfang der Arbeiten im Schutzanzug unterwegs waren, überrascht da wenig: Beinahe selbstverständlich, dass die Fassaden mit asbesthaltigen Platten verkleidet waren.

Nachdem die Häuser in den vergangenen Wochen praktisch entkernt worden sind, kann Dennert jetzt endlich mit der Baggerschaufel ran – und damit sind auch Fortschritte sichtbar: Der Haufen mit dem Bauschutt wächst kontinuierlich.

Dieses Material soll am Ende bleiben, wo es ist: Beton und Steine werden auf der Baustelle durch den Brecher gejagt und auf Schottergröße zermalmt. Dieses Material soll später dazu dienen, das Gefälle zu nivellieren: Schließlich soll ja da, wo heute noch die beiden Häuser stehen, eine Parkfläche geschaffen werden.

Für Andreas Pohle ist dieses Vorgehen aus mehreren Gründen der einzig richtige Weg: Es spare Kosten und Ressourcen – außerdem sei jeder Lkw, der nicht anrücken muss, um Abrissmaterial wegzukarren, für die Anlieger erfreulich.

Die werden sich auf eine längere Phase der Bauaktivitäten in ihrer Nachbarschaft einstellen müssen – schließlich ist der Abriss der beiden alten Häuser nur der erste Step einer sehr umfassenden Maßnahme.

Denn bekanntlich soll der gesamte Platz rund um den Siegerländer Dom neu gestaltet werden – und dazu bedarf es neuer Parkfläche, um die Autos vom eigentlichen Kirchenvorplatz holen zu können, rief Andreas Pohle in Erinnerung. Denn erst, wenn der Vorplatz der Kirche nicht mehr als Stellplatz dient, könne er zu einem Mittelpunkt des Orts umgebaut werden. „Das wird sehr, sehr hübsch werden“, freut sich Kerstin Eiteneuer auf die weitere Planung.

Derzeit ist das Hachenburger Büro mit eben dieser der Planung befasst. Noch sei völlig offen, wann „die neue Ortsmitte“ (Pohle) fertig sein wird – schließlich muss die Maßnahme nicht nur mit der Kirche abgestimmt werden, sondern auch mit dem Land: Die Umgestaltung des Kirchenumfelds ist Teil des Bund-Länder-Förderprogramms „Ländliche Zentren“ – die Gemeinde darf mit Zuschüssen von rund zwei Dritteln rechnen.

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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