Das Wetter ist sein Hobby

15-jähriger Gymnasiast aus Mudersbach notiert dreimal täglich Wetterdaten

es Mudersbach. Täglich um 7, 14 und 21 Uhr weiß Christian Platz aus Mudersbach genau, was er zu tun hat: Wetterdaten ablesen. Denn der 15-jährige Gymnasiast hat das Wetter zu seinem Hobby gemacht. Dreimal täglich notiert er Temperaturwerte, Luftdruck, Luftfeuchte, Windrichtung usw.; die Werte werden auf dem Display seiner Messstation angezeigt. Dazu kommen weitere Daten, so zum Beispiel das Wetter am gleichen Tag im Vorjahr.

Auch Diagramme für jeden Monat zeichnet Christian. In seinem Zimmer hängt darüber hinaus ein großes Jahresprofil, das die Tageshöchstwerte von 2001 zeigt. Selbst zusammengestellte Mappen und voll geschriebene Hefte rund ums Thema Wetter liegen auf und neben dem Schreibtisch. Bücher mit Titeln wie »Wolkenbilder und Wetterphänomne« stapeln sich. An der Wand hängen Artikel aus der Siegener Zeitung, in denen über Dürre, Regenmangel und starken Schneefall berichtet wird. »Und hier sind meine ersten Wettertagebücher«, sagt Christian und zeigt einige kleine Heftchen, die noch nicht so professionell aussehen, wie das, was er jetzt anfertigt.

Angefangen hat alles im Jahr 2000. Am 14. Januar, wie Christian anhand seiner Datensammlung belegt. An diesem Tag machte er nämlich seine erste »Wettereintragung«. Und so wurde dann sein Hobby geboren. Mit seinen beiden Freunden Arne und Danni begann er später, Wetterberichte aus Zeitungen zu sammeln (die SZ berichtete im April 2001). Berichte aus einigen hundert Zeitungen aus 26 Ländern seien zusammengekommen, erzählt Christian. Auch die Freunde begannen, Wettereintragungen zu machen. Aber damit hätten die beiden jetzt aufgehört, und auch der Eifer beim Sammeln habe nachgelassen, sagt Christian. »Ich will aber auf jeden Fall weitermachen«, fügt er schnell hinzu.

Ein Gang durch das Haus und den Garten der Familie Platz offenbart einige Hinweise auf Christians Hobby. Da ist zum Beispiel die große Messstation im Garten, die die Daten an das Display in Christians Zimmer weiterleitet. Auch an den Computer im Wohnzimmer ist die Messstation angeschlossen und somit lassen sich die Wetterdaten schnell und einfach graphisch sichtbar machen. Aber Christian hört trotzdem nicht auf, selbst täglich per Hand zu dokumentieren: »Sonst würde mir doch langweilig.« 400 e habe die besagte Messstation gekostet; das Display einer weiteren, günstigeren Version ist in der Küche zu bewundern; der Fühler befindet sich außen am Haus.

Kürzlich ist Familie Platz nach Italien in Urlaub gefahren. Die Messstationen mussten also eine Weile ohne Christian auskommen. Aber Christian kam nicht ohne sein Hobby aus: Mutter Andrea Platz demonstriert, wie ihr Sohn in Italien mit dem Windmesser in der Hand dastand. Einzelne Messinstrumente dürfen also auch im Urlaub nicht fehlen. »Wir waren immer über die Temperatur informiert«, erklärt Vater Peter Platz. Und manchmal sei das Hobby des Sohnes für die Familie doch ganz schön anstrengend, lässt er durchblicken.

Christians großes Vorbild ist natürlich ein Meteorologe. Und auch noch einer mit dem gleichen Vornamen: Christian Häckl von RTL hat von seinem Fan durch eine E-Mail erfahren. Prompt schickte der Fernseh-Wetterman ein Autogramm nach Mudersbach und lud Christian Platz ein, doch mal in Köln an seinem Arbeitsplatz vorbeizukommen. Zweimal habe er vorher mit Häckl telefoniert, erzählt der 15-jährige Hobby-Meteorologe. Doch dann die große Enttäuschung: Als Familie Platz in Köln ankam, sei ihnen mitgeteilt worden, dass Häckl sie nicht empfangen könne, weil er sich einen Arm gebrochen habe.

Aber vielleicht wird Christian irgendwann ein Kollege von Leuten wie Häckl. Denn dass sein späterer Beruf etwas mit Wetter zu tun haben soll, das steht für Christian Platz fest. »Am liebsten würde ich Klimatologe werden«, erklärt er. »Da macht man Forschungsreisen um die ganze Welt und sitzt nicht so viel vorm Computer wie als Meteorologe.« Und wenn man Christian zuhört, wie er über Wetter, Klima, Höchsttemperaturen, den Verlauf von Diagrammen usw. redet, ja wie sein Wissen förmlich aus ihm heraussprudelt, dann ist man geneigt zu glauben: Hier hat man es mit einem zukünftigen Wissenschaftler zu tun.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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