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Viele Zuschauer und tolle Beiträge (Fotostrecke)
Der Erntedankfestzug als Zukunftsmodell

Hinten wird gebraut, vorne getrunken: der Wagen der DJK.
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damo Friesenhagen. Wenn sich die Friesenhagener zusammentun, dann ist Großes möglich. Diese Erkenntnis dürfte seit einiger Zeit durch die Flure von Schloss Crottorf wehen, wann immer dort das Thema Windkraft auf den Tisch kommt. Und alljährlich Ende September liefern die Friesenhagener das perfekte Beispiel für ihre Geschlossenheit und ihre Tatkraft: Was das kleine Dorf beim Erntedankfest auf die Beine stellt, ist weit und breit einzigartig. Da ist es dann auch kein Wunder, dass auch die Hauptuntersuchung beim TÜV ein wenig an Schrecken verliert.

Was der TÜV mit dem Erntedankfest zu tun hat? Viel mehr, als sich die Wagenbauer im Wildenburger Land wünschen würden.

damo Friesenhagen. Wenn sich die Friesenhagener zusammentun, dann ist Großes möglich. Diese Erkenntnis dürfte seit einiger Zeit durch die Flure von Schloss Crottorf wehen, wann immer dort das Thema Windkraft auf den Tisch kommt. Und alljährlich Ende September liefern die Friesenhagener das perfekte Beispiel für ihre Geschlossenheit und ihre Tatkraft: Was das kleine Dorf beim Erntedankfest auf die Beine stellt, ist weit und breit einzigartig. Da ist es dann auch kein Wunder, dass auch die Hauptuntersuchung beim TÜV ein wenig an Schrecken verliert.

Was der TÜV mit dem Erntedankfest zu tun hat? Viel mehr, als sich die Wagenbauer im Wildenburger Land wünschen würden. Denn aufgrund strikterer Regeln dürfen neuerdings beim Festzug nur noch Anhänger durchs Dorf geschleppt werden, die eine Plakette bekommen haben. Im Vorjahr hatten die Friesenhagener noch Glück: Die Gesetzesnovellierung war erst im Sommer in Kraft getreten – zu knapp, um sie im vollen Umfang auf das traditionsreiche Fest anwenden zu können. Aber diesmal konnten die Wagenbauer nicht mehr damit rechnen, dass die Prüfer ein Auge zudrücken würden.

Und so war die TÜV-Untersuchung im Vorfeld des Zugs ein allgegenwärtiger Aspekt. Wo sonst in den Scheunen und Hallen fast ausschließlich über Thema, Verse und Dekorationen diskutiert wurde, kam diesmal immer wieder die Rede auf den TÜV. Und die Gerüchte schossen ins Kraut: Stimmt es wirklich, dass man sich auf den Motivwagen anschnallen muss? Und ist es richtig, dass die Motivwagen schon vier Wochen vor dem Fest fertig sein müssen, weil dann der Prüftermin ist?

Auch die Kosten für die Hauptuntersuchung waren ein Thema – schließlich engagieren sich die Wagenbauer ja ohnehin schon finanziell (neben den unzähligen Stunden ehrenamtlicher Arbeit).
Gut möglich, dass einzelne Gruppen deshalb einen Rückzieher gemacht haben – Fakt ist jedenfalls, dass der Zug diesmal kleiner war als sonst. Durchschnittlich waren in den vergangenen Jahrzehnten
14 Wagen am Start, 2018 sogar 16 – diesmal aber nur elf.

Aufgefallen ist das den vielen tausend Zuschauern wahrscheinlich nicht: Das, was da über die Straßen rollte, konnte sich sehen lassen. Wieder haben die Friesenhagener gezeigt, dass sie nicht nur einen unerschöpflichen Fundus kreativer Ideen haben, sondern auch das nötige Knowhow, um diese umzusetzen. Mehr noch aber begeistert die Freude, mit der die Zugteilnehmer durchs Dorf laufen: Es ist nicht zu übersehen, wie viel Spaß die Friesenhagener selbst an ihrem Umzug haben – und der Funke springt über. Wer da nicht lächelnd am Straßenrand steht, macht einiges falsch. Und, zu guter Letzt: Wunderbar ist auch, wie viele Kinder und Jugendliche jedes Jahr mit von der Partie sind – der Friesenhagener Erntedankfestzug ist ein Zukunftsmodell, keine Frage.

Und daran ändert auch die neue TÜV-Pflicht nichts. Denn wenn die Friesenhagener sich zusammentun, verlieren solche Hürden schnell an Bedeutung. Der Erntedankfestverein hatte sich frühzeitig schlau gemacht und die Wagenbauer umfassend über die Regeln informiert. Aber nicht nur das: Der Verein hat auch zwei Mitglieder zu allen Wagenbauern geschickt. Pascal Esch und Sebastian Schmallenbach haben vor dem TÜV-Termin jeden Anhänger auf Herz und Nieren geprüft. Und wenn was nicht passte, dann haben sie die Werkzeugkiste oder das Schweißgerät ausgepackt. Und auch die Kommune hat mitgeholfen: In diesem Jahr wurden mehr als 1000 Euro für die TÜV-Prüfungen aus der Gemeindekasse bezahlt.

Damit dürfte sich in den Scheunen mittlerweile die Erkenntnis breit gemacht haben, dass auch die TÜV-Pflicht dem Friesenhagener Erntedankfest nichts anhaben kann. Und das ist auch gut so.

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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