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Baugebiet Birker Ley
Der Protest wird lauter

Der Protest gegen das geplante Baugebiet Birker Ley nimmt Fahrt auf: Am Sonntag haben sich rund 50 Menschen, die das Projekt ablehnen, auf dem Gelände des Obstbauvereins getroffen.
  • Der Protest gegen das geplante Baugebiet Birker Ley nimmt Fahrt auf: Am Sonntag haben sich rund 50 Menschen, die das Projekt ablehnen, auf dem Gelände des Obstbauvereins getroffen.
  • Foto: Privat
  • hochgeladen von Johannes Nuß

Potenzielles Baugebiet Birker Ley: Mittlerweile liegen 500 ablehnende Unterschriften vor und der Protest könnte weitergehen.

Potenzielles Baugebiet Birker Ley: Mittlerweile liegen 500 ablehnende Unterschriften vor und der Protest könnte weitergehen.

damo Birken. Die Obstplantage Birken bleibt im Fokus, der Protest gegen die Pläne, dort ein Baugebiet zu schaffen, reißt nicht ab. Ganz im Gegenteil: Er nimmt spürbar Fahrt auf. Am Samstag haben sich rund 100 Menschen zwischen den alten Obstbäumen versammelt, und nicht nur mit ihren Transparenten und Plakaten wollen sie den Gemeinderat zur Umkehr motivieren. Die erklärte Forderung lautet: "Wir fordern den sofortigen Stopp sämtlicher Planungen zur Vernichtung der Obstplantage!" Ihr Veto haben viele Menschen aus Birken und Umgebung mittlerweile auch zu Papier gebracht: Matthias Merzhäuser, bei dem derzeit die Fäden des Widerstands zusammenlaufen, spricht im Gespräch mit der SZ von 500 Unterschriften gegen ein mögliches Baugebiet.

Baugebiet Birker Ley: Traditionsreiche Vereine in ihrer Existenz bedroht

Die Gründe, die Merzhäuser und seine Mitstreiter ins Feld führen, dürften mittlerweile bekannt sein. Sie liegen auch dem Gemeinderat schwarz auf weiß vor: In einem mehrseitigen Brief führt der Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins dezidiert aus, warum die Pläne, auf dem Gelände der Obstplantage ein Neubaugebiet zu erschließen, seiner Meinung nach vollkommen daneben sind. So argumentiert er mit zwei traditionsreichen Vereinen, denen die Existenzgrundlage entzogen würde: Sowohl der Obstbauverein als auch der Imkerverein hätten keine Zukunft mehr, wenn dort oben die Bagger anrollen würden. Zudem führt Merzhäuser im Namen seiner Mitstreiter auch den Umweltschutz ins Feld. "Überall im Land werden Streuobstwiesen gefördert − in Birken sollen sie zerstört werden. Das kommt einem Schildbürgerstreich nahe", meint Merzhäuser. Und nicht zuletzt prangern die Kritiker auch die zunehmende Verkehrsbelastung für den Ortsteil von Mudersbach an. Und all das werde womöglich in Kauf genommen, obwohl angesichts der derzeitigen Baukosten zu befürchten stehe, dass dort eben keine jungen Familien bauen würden, sondern der private Grund und Boden den Interessen von Immobilienspekulanten geopfert würde.

Obst- und Gartenbauverein stemmt sich gegen Baugebiet

Dass Merzhäuser mit dieser Einschätzung nicht alleine dasteht, ist spätestens am Samstag offenkundig geworden: Zu einem Ortstermin auf dem Gelände der Obstplantage sind laut Merzhäuser rund 100 Menschen erschienen. Einen Befürworter der Pläne der Gemeinde hat Merzhäuser bei diesem Treffen nicht ausgemacht, wohl aber viele entschiedene Kritiker. Er beschreibt die Stimmung so: "Es herrscht ein regelrechtes Entsetzen darüber, wie der Rat der Gemeinde Mudersbach mit den Bürgerinteressen den Eigentümerrechten und den Vereinsexistenzen umgeht."

Baugebiet Birker Ley: Proteste sollen falls nötig fortgesetzt werden

Merzhäuser nimmt das eindeutige Stimmungsbild als Ansporn: Der Protest gegen die Pläne soll − falls nötig − fortgesetzt werden. Und so steht die Ratssitzung am Dienstagabend bereits dick im Kalender der Gegner des möglichen Baugebiets: "So eine Ratssitzung wie die am Dienstag wird es in der Geschichte der Gemeinde noch nicht gegeben haben", empfiehlt er, reichlich Stühle für mögliche Zuschauer aufzustellen. Merzhäuser hofft darauf, dass die Ratsmitglieder den Protest ernstnehmen: "Noch ist ja nichts passiert: Die Ratsmitglieder müssen ja nicht der Empfehlung des Bauausschusses folgen, sondern können sagen, dass sie die Situation falsch eingeschätzt haben. Wenn das so kommt, werden wir ein bisschen feiern, und alles ist gut." Und wenn nicht? "Dann geht das hier weiter. Wir haben den absoluten Willen, das Neubaugebiet zu verhindern." 

Obstplantage als "Spielball für Spekulanten"?
Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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