SZ

Kinderbetreuung in Pandemie-Zeiten
„Der schönste Arbeitsplatz der Welt“

Eine imposante gebrauchte Spielebene bietet nun viele Möglichkeiten zum Spielen in der Kindertagespflege von Kerstin Kalleicher, hier mit Ehemann Mark Kalleicher. Vor der Kulisse überreichte Dietmar Farnschläder einen symbolischen Scheck.
  • Eine imposante gebrauchte Spielebene bietet nun viele Möglichkeiten zum Spielen in der Kindertagespflege von Kerstin Kalleicher, hier mit Ehemann Mark Kalleicher. Vor der Kulisse überreichte Dietmar Farnschläder einen symbolischen Scheck.
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rai Wehbach. Alle hätten geschwitzt, als der Inzidenzwert im AK-Land der 165er-Marke nahekam, erzählt die Wehbacher Tagesmutter Kerstin Kalleicher. Hätte der Wert drei Tage darüber gelegen, hätte dies bedeutet: Die Kindertagespflege hätte auf Notbetrieb umgestellt werden müssen – nur für jene Kinder, deren Eltern berufstätig sind. Die 39-Jährige ist erleichtert, dass es mit dem Wert wieder herunterging. Jetzt sei es wieder munter in der Tagespflege – auch auf der neuen Spielebene.
Für Kalleicher ist es „der schönste Arbeitsplatz der Welt“. Den erfüllte sie sich 2018, in einer ehemaligen Bäckerei. Die Pandemie wirkt sich auch hier aus. Nach wie vor dürfen Eltern ihre Kinder nur an der Tür abgeben bzw. wieder abholen. Zeitversetzt zu anderen.

rai Wehbach. Alle hätten geschwitzt, als der Inzidenzwert im AK-Land der 165er-Marke nahekam, erzählt die Wehbacher Tagesmutter Kerstin Kalleicher. Hätte der Wert drei Tage darüber gelegen, hätte dies bedeutet: Die Kindertagespflege hätte auf Notbetrieb umgestellt werden müssen – nur für jene Kinder, deren Eltern berufstätig sind. Die 39-Jährige ist erleichtert, dass es mit dem Wert wieder herunterging. Jetzt sei es wieder munter in der Tagespflege – auch auf der neuen Spielebene.
Für Kalleicher ist es „der schönste Arbeitsplatz der Welt“. Den erfüllte sie sich 2018, in einer ehemaligen Bäckerei. Die Pandemie wirkt sich auch hier aus. Nach wie vor dürfen Eltern ihre Kinder nur an der Tür abgeben bzw. wieder abholen. Zeitversetzt zu anderen. Mal eben mit den Eltern bei einem Kaffee über die Entwicklung des Kindes zu sprechen, das geht nicht, skizziert Kalleicher die Veränderungen: „Das ist aber ein wichtiger Teil unserer Arbeit.“ Der Austausch laufe derzeit nur noch über Telefon und soziale Medien, bedauert sie. Die Eltern seien verständnisvoll. Auch wenn ein Kind mit einem Anflug von Schnupfen oder Husten eben nicht in der Gruppe betreut werden könne.

Ausfallgeld für selbstständige Tagesmütter

Beim ersten Lockdown mussten selbstständige Tagesmütter wie Kalleicher nicht offiziell schließen. Das Kernproblem: „Wenn wir geschlossen hätten, hätten wir es auf eigene Kosten gemacht“ (die SZ berichtete). Der Landkreis Altenkirchen sicherte dann zunächst für Kinder, deren Eltern zu Hause betreuten, ein Ausfallgeld von 2,50 Euro pro Stunde zu. Das wurde auf 4,50 Euro angepasst. Den Eltern sei nichts in Rechnung gestellt worden. „Das war gut für die Eltern und für uns, das hat uns erleichtert.“ Viele Kinder wurden zu Hause betreut. Manchmal sei sie mit nur zwei Kindern alleine gewesen: „Für die war das langweilig.“ Auch die Eltern hätten bemerkt, dass der soziale Umgang und das Spielen fehlten. So waren alle froh, als die Kinder wieder zusammen waren. Bevor Deutschland und die ganze Welt Corona in den Alltagswortschatz aufnahmen, waren für Kalleicher Hygiene und Desinfektion in der Tagespflege schon wichtig, aber: „Ich achte nun noch mehr darauf.“ Sie desinfiziere nun noch häufiger Gegenstände und Flächen. Nach wie vor sind die Handtücher von Papiertüchern abgelöst, weil diese gleich nach Gebrauch entsorgt werden können. Schon vor der Pandemie war es für die Tagesmutter eine Selbstverständlichkeit, dass jeder, der die Räume betritt, seine Schuhe auszieht: „Die Kinder krabbeln und spielen schließlich auf dem Boden.“ Viel gelüftet wurde auch früher schon, jetzt allerdings noch mehr – und: „Wir sind viel an der frischen Luft.“

Autor:

Rainer Schmitt (Freier Mitarbeiter) aus Betzdorf

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