Verein verweist auf die Notwendigkeit der Ausbildung
Die DLRG will ins Wasser

Der DLRG-Ortsverband Betzdorf/Kirchen will auch in diesem Sommer wieder einige Rettungsschwimmer an die Küsten schicken. Weil die Ehrenamtler aber für diese Aufgabe topfit sein müssen, drängt der Verein darauf, endlich wieder trainieren zu können.
  • Der DLRG-Ortsverband Betzdorf/Kirchen will auch in diesem Sommer wieder einige Rettungsschwimmer an die Küsten schicken. Weil die Ehrenamtler aber für diese Aufgabe topfit sein müssen, drängt der Verein darauf, endlich wieder trainieren zu können.
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damo Kirchen. Eigentlich stehen Reinhard Baumgarten und seine Mitstreiter lieber am Beckenrand, als dass sie Listen führen. Aber die Pandemie hat auch die DLRG Betzdorf/Kirchen mit voller Härte getroffen – ein Schwimmverein ohne Schwimmbad ist nichts anderes als ein Fisch ohne Wasser. Und so tauchen immer mehr Namen auf den Listen auf: Rund 100 Kinder würden gerne wieder ins Wasser. Und für ein halbes Dutzend Rettungsschwimmer wird die Zeit allmählich eng: Sie haben sich für den ehrenamtlichen Wasserrettungs-Dienst an der Nord- und Ostsee gemeldet und „sind darauf angewiesen, sich auf diesen wichtigen Dienst vorzubereiten“, sagt Reinhard Baumgarten.

Seit dem 1. November ruht der Ausbildungsbetrieb bei der DLRG, erklärt der Vorsitzende der Ortsgruppe. Und das bereitet ihm Kopfzerbrechen, und zwar in zweierlei Hinsicht:

Es droht ein Jahrgang der Nichtschwimmer

Die DLRG befürchtet, dass viele Kinder im Grundschulalter beim Schwimmenlernen zurückgeworfen werden. „Da droht ein Jahrgang der Nichtschwimmer, weil ja auch die Schulen nichts machen konnten“, sagt Baumgarten.

Aber auch die Rettungsschwimmer, Strömungsretter oder Einsatztaucher müssen regelmäßig trainieren, betont der DLRG-Chef.

Also lautet der zentrale Wunsch der DLRG: „Wir wollen wieder zurück ins Molzbergbad.“ Vor der Pandemie konnte der Verein jeden Montag vier Stunden lang das Bad nutzen, und rund 130 Aktive haben von diesem Angebot Gebrauch gemacht, berichtet Baumgarten. Jetzt, da das Molzbergbad wieder öffnet, würde auch die DLRG gerne wieder ihren Übungsbetrieb aufnehmen – aber daraus wird derzeit noch nichts.

Kein Training trotz Freibad-Öffnung

Die Erklärung dafür liefert Christoph Weber, der Geschäftsführer des Molzbergbads, auf Anfrage der SZ. Zwar dürfe das Bad seit Montag wieder geöffnet werden – aber eben nur im „Cabrio-Betrieb“, also mit geöffnetem Dach und Seitenfenstern. Sobald es regnet und das Dach geschlossen werden muss, wird das Molzbergbad wie ein Hallenbad betrachtet – und muss folglich schließen. Denn genau das gebe die aktuelle Landesverordnung eindeutig vor, und zwar ohne jeden Spielraum.

Aus diesem Grund bietet das Molzbergbad derzeit keine eigenen Schwimmkurse an – obwohl natürlich auch dort bekannt ist, dass etliche Grundschüler in der Warteschleife zum Seepferdchen ausharren müssen. „Wir haben geplant, unsere Schwimmkurse für Kinder auf 15 pro Woche auszuweiten“, berichtet Weber. Aber: Diese Planung liege noch auf Eis, bis wieder ein Hallenbadbetrieb zulässig sei. Und auch die Vereine müssen noch warten: Weder die Rheumaliga noch DLRG oder Schwimmverein hätten derzeit Trainingszeiten, stellt Weber klar. „Wir stellen zurzeit das Bad ausschließlich der Öffentlichkeit zur Verfügung – ohne Vereinsschwimmen, ohne Kurse“, sagt Weber. Es sei praktisch kaum umsetzbar, jeden Tag mit Blick auf die Wetterkarte Kurse abzusagen oder stattfinden zu lassen.

DLRG wartet neue Corona-Verordnung ab

Er ist aber optimistisch, dass sich noch im Laufe dieses Monats günstigere Rahmenbedingungen ergeben könnten: Am 20. Juni läuft die aktuelle Corona-Verordnung des Landes aus. „Wenn sich die Inzidenzzahlen weiter so entwickeln wie zuletzt, ist mit der neuen Verordnung sicher an weitere Öffnungsschritte zu denken. Und ich gehe davon aus, dass dann auch die Hallenbäder berücksichtigt werden“, hofft Weber. „Und dann wäre auch wieder ein Vereinsschwimmen möglich.“
Mindestens bis dahin also wird sich die DLRG noch gedulden müssen – und weiter Listen führen.

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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