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Freusburg wieder geöffnet
Die Gäste sind zurück

Familie Knöpfelmacher aus Kaarst war gestern Abend angereist, um mit einer befreundeten Familie aus Duisburg ein schönes Pfingstwochenende auf der Freusburg zu verbringen. Fotos: thor
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  • Familie Knöpfelmacher aus Kaarst war gestern Abend angereist, um mit einer befreundeten Familie aus Duisburg ein schönes Pfingstwochenende auf der Freusburg zu verbringen. Fotos: thor
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thor Freusburg. Endlich ist es wieder zu hören, das berühmte Klappern und Rattern auf dem Kopfsteinpflaster: Durch den Burghof rollen Koffer und Taschen – die Freusburg hat als Jugendherberge seit Freitag wieder ihre Toren und Türen geöffnet. Und siehe da: Jürgen Hof und sein Team blieben nicht lange allein. Schon am Nachmittag wurden die ersten Gäste begrüßt, insgesamt sind an diesem Wochenende nach der coronabedingten Zwangspause 28 Betten belegt. Eine unter diesen Umständen beachtliche Zahl. Dabei hätte es ohne Corona über Pfingsten mit 186 Gästen ein nahezu volles Haus gegeben.

Zu denen, die mit als erste eintrafen, gehörten die Familien Knöpfelmacher aus Kaarst bei Düsseldorf und Schulze aus Duisburg.

thor Freusburg. Endlich ist es wieder zu hören, das berühmte Klappern und Rattern auf dem Kopfsteinpflaster: Durch den Burghof rollen Koffer und Taschen – die Freusburg hat als Jugendherberge seit Freitag wieder ihre Toren und Türen geöffnet. Und siehe da: Jürgen Hof und sein Team blieben nicht lange allein. Schon am Nachmittag wurden die ersten Gäste begrüßt, insgesamt sind an diesem Wochenende nach der coronabedingten Zwangspause 28 Betten belegt. Eine unter diesen Umständen beachtliche Zahl. Dabei hätte es ohne Corona über Pfingsten mit 186 Gästen ein nahezu volles Haus gegeben.

Zu denen, die mit als erste eintrafen, gehörten die Familien Knöpfelmacher aus Kaarst bei Düsseldorf und Schulze aus Duisburg. Die Rheinländer waren nach dem Tipp ihrer Freunde aus dem Ruhrgebiet ins Siegtal gereist – für beide ist die Freusburg allerdings eine Premiere. Eigentlich hatten Simone und Sebastian Schulze schon zu Ostern die Jugendherberge gebucht, daraus wurde bekanntlich nichts. Zelten an Christi Himmelfahrt war dann irgendwie auch nicht so prickelnd, also jetzt Pfingsten.

Warum aber ausgerechnet die Freusburg? Ganz einfach: Die Duisburger haben Kinder im „burgaffinen“ Alter, die Unterkunft sollte nicht allzu weit entfernt liegen und am besten auch noch für Familien zertifiziert sein. Alles Kriterien, die die Jugendherberge in den Ausläufern des Siegerlands locker erfüllt. Und der erste Eindruck. „Spitze“, sagte Sebastian Schulze. Was ihm besonders gefiel, war die „Einheit“ von Burg und Herberge: „Das ist hier nicht nur authentisch, sondern echt.“

Dennoch muss ein kurzer Rückblick gestattet sein: Herbergsleiter Hof will nicht verschweigen, das hinter den Mitarbeitern auch eine Zeit der Ängste und Sorgen liegt. „Mit der Schließung im März ist unsere komplette Arbeit zunichte gemacht worden“, sagt Hof. Wie berichtet, hatte die Freusburg für dieses Jahr eine hervorragende Auslastung. Man hätte sicherlich die Zahl von 30 000 Übernachtungen erreicht.

Es habe aber sowohl von den Gästen als auch von der Geschäftsführung des DJH-Landesverbands positive Signale gegeben, berichtet der Herbergsleiter. Zwar seien die mittelfristigen Aufenthalte natürlich alle storniert worden, aber vielfach sei signalisiert worden, diese sofort nachzuholen, wenn es wieder möglich ist (siehe Familie Schulze). Aus Hagen sei derweil die Botschaft gekommen, „dass die Mitarbeiter nicht im Regen stehen gelassen werden“. Nach Angaben von Hof hat man sich daher nur von zwei 450-Euro-Kräften getrennt, das Stamm-Team wurde komplett gehalten, wenn auch in Kurzarbeit.

Die Zeit des Lockdowns war auch eine Zeit des Abwartens. Da vom Landesverband alle Investitionen auf Eis gelegt wurden, konnten auch keine Baumaßnahmen durchgeführt werden (in der Freusburg soll u. a. der Eingangsbereich neu gestaltet werden). Dabei hatten die Mitarbeiter in der belegungsschwachen Phase Anfang des Jahres selbst zum Pinsel gegriffen, um einige Malerarbeiten auszuführen. „Hätten wird das mal gewusst...“, meint Hof.

Die umfangreichen Auflagen für die Beherbungsbetriebe führen nun dazu, dass auch in der heimischen Jugendherberge noch viele Betten frei bleiben: 100 Gäste sind maximal möglich. Zunächst konzentriert sich auch die Freusburg fast ausschließlich auf Familien. „Für uns die beste Konstellation wären jetzt zeitgleich 25 Familien mit jeweils zwei Kindern.“ Größere Gruppen werden erst gar nicht angenommen, bei all den „Einzelzimmern“ wäre der Aufwand viel zu hoch. Und klar: Auch der Besuch von Schulklassen ist weiter nicht in Sicht.

Was der Freusburg in die Karten spielt – im Gegensatz zu anderen Häusern – , ist zum einen das üppige Raumangebot, zum anderen die Tatsache, dass man allein über 30 Familienzimmer mit eigenen sanitären Einrichtungen verfügt. Überhaupt spielen Hygiene und Abstandsregeln jetzt herausragende Rollen. Den Gästen müssen in dieser Ausnahme-Situation bestimmte Essenszeiten vorgegeben werden. Auch das Procedere selbst wird umgestellt: „Es ist jetzt ein Büfett, das von der Küche ausgegeben wird“, schildert Hof die neue Regelung.

Grundsätzlich aber können sich die Gäste in der Burg frei bewegen, sind aber angehalten, auf den Mindestabstand zu achten. In den verschiedenen Aufenthaltsräumen bekommt jede Familie einen Tisch zugewiesen. Dafür hat der Landesverband Spiele-Sammlungen zur Verfügung gestellt, wobei auch Würfel und Kartenspiele der Hygieneverordnung unterliegen.

Auch die Outdoor-Aktivitäten und Angebote sind an das Mögliche angepasst worden: Dazu werden geführte Nachtwanderungen, Bogenschießen und Sport auf dem Multifunktionsfeld gehören. Das Klettern scheidet vorerst aus. Hof ist aber davon überzeugt, dass viele Familien, gerade auch aus Großstädten, erst einmal froh sind, überhaupt wieder etwas anderes zu sehen.

Der Herbergsleiter gibt sich keinen Illusionen hin: Auch wenn wieder häufiger das Telefon klingelt und Buchungen eingehen, wird 2020 ein schwieriges Jahr bleiben. Hof sieht aber mehr als nur einen Lichtstreif am Ende der Durststrecke: Schaue er auf die Vorbuchungen für 2021, „bin ich ganz glücklich“. Daraus könnte gar Begeisterung werden, wenn die Ankündigung vieler Schulen Wirklichkeit und die Klassenfahrten samt und sonders im nächsten Jahr nachgeholt werden. Spätestens dann dürfte die Marke von 30 000 Übernachtungen doch noch geknackt werden.

Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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