SZ

Preiserhöhung noch offen
Die Wasserstollen laufen über

Der Brachbacher Wasserverein gewinnt seinen Rohstoff unter Tage − und derzeit sind alle Stollen des Vereins bis zum Überlaufen mit Wasser gefüllt.
  • Der Brachbacher Wasserverein gewinnt seinen Rohstoff unter Tage − und derzeit sind alle Stollen des Vereins bis zum Überlaufen mit Wasser gefüllt.
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  • hochgeladen von Dominik Jung

damo Brachbach. Die Stollen sind voll mit Wasser − so voll, dass die Staumauern nicht noch mehr fassen können, dass das Wasser durch die Überläufe strömt und vor den Stolleneingängen Rinnsale und Pfützen bildet. "Wir werden oft gefragt: Könnt ihr das nicht auffangen und für den Sommer nutzen?", erzählt Geschäftsführer Edwin Mees und liefert die Antwort gleich mit: Nein, das können die Männer vom Wasserverein nicht. Und trotzdem sind sie froh darüber, dass sich in den vier Wasserstollen, aus denen die Brachbacher Bevölkerung ihr Trinkwasser bezieht, reichlich Vorräte gesammelt haben.

damo Brachbach. Die Stollen sind voll mit Wasser − so voll, dass die Staumauern nicht noch mehr fassen können, dass das Wasser durch die Überläufe strömt und vor den Stolleneingängen Rinnsale und Pfützen bildet. "Wir werden oft gefragt: Könnt ihr das nicht auffangen und für den Sommer nutzen?", erzählt Geschäftsführer Edwin Mees und liefert die Antwort gleich mit: Nein, das können die Männer vom Wasserverein nicht. Und trotzdem sind sie froh darüber, dass sich in den vier Wasserstollen, aus denen die Brachbacher Bevölkerung ihr Trinkwasser bezieht, reichlich Vorräte gesammelt haben. 

Haushalte und Firmen haben weniger Wasser verbraucht

Schon der vergangene Sommer war deutlich entspannter als die drei zuvor: "Die Pumpen im Wernsbergstollen sind nicht eine Stunde gelaufen", berichtet der 2. Vorsitzende der ehrenamtlichen Wasserwerker, Georg Müller, im Gespräch mit der SZ. Dazu muss man wissen: Der Stollen im Wernsbergtal ist das größte Wasserreservoir des Vereins − er wird angezapft, wenn die weiter oben am Berg gelegenen Stollen nicht mehr genug liefern können. Und genau das war in den drei trockenen Sommern zwischen 2018 und 2020 regelmäßig der Fall.

Im Sommer 2021 aber haben die Vorräte in der Langgrube sowie im Breimehl- und im Girnbachstollen ausgereicht. Dafür gibt's zwei Erklärungen: Zum einen haben die vielen Niederschläge im vergangenen Sommer die Vorräte kontinuierlich immer wieder aufgefüllt, zum anderen haben die Haushalte und Firmen in Brachbach spürbar weniger Wasser verbraucht. Das lässt sich an zwei Großverbrauchern eindrucksvoll belegen: Auf dem Friedhof mussten die Gräber nicht mehr so intensiv bewässert werden, was den Verbrauch dort um die Hälfte reduziert hat. Und auf dem Sportplatz, der größten Abnahmestelle in der Gemeinde, ist sogar noch weniger aus den Leitungen geflossen: "Dort war es noch nicht einmal die Hälfte der Vorjahresmenge", informiert Vorsitzender Daniel Böhmer. 

Preissteigerung trifft das Wasserwerk

Reichlich Vorräte und zudem ein deutlich niedrigerer Stromverbrauch, weil die teuren Pumpen im Wernsbergstollen nicht gelaufen sind: Bedeutet das, dass der Wasserverein auch im neunten Jahr in Folge auf eine Preiserhöhung verzichten und das sehr niedrige Preisniveau halten kann? Das ist derzeit noch offen, wie der geschäftsführende Vorstand im Gespräch mit der SZ verdeutlicht. Wenn auch weniger Kilowattstunden zusammengekommen sind, hat der Verein bei den Energiekosten nichts gespart, sagt Edwin Mees: "Durch die stark gestiegenen Preise ist von der Einsparung de facto nichts geblieben."

Und es sind nicht nur die Energiepreise, die der Verein zu spüren bekommt: Auch bei vielen anderen Ausgaben trifft die Preissteigerung das Wasserwerk mit voller Härte. Die Wasseruhren zum Beispiel, die im regelmäßigen Turnus erneuert werden müssen, kosten in diesem Jahr 50 Prozent mehr als bei der letzten Bestellung. Die Labore schreiben höhere Rechnungen für die Analysen der Wassergüte, und selbst Verbrauchsmaterialien wie das Mineral, das zur Entsäuerung des Trinkwassers eingesetzt werden muss, ist im Drei-Jahres-Vergleich um 70 Prozent teurer geworden. Kein Wunder also, dass der Vorstand derzeit rechnet und kalkuliert. "Wir müssen die Preiserhöhungen im Auge behalten", verdeutlicht Geschäftsführer Mees. 

Wechsel der Vereinsspitze noch nicht abgesegnet

Ob es aber zu einer Erhöhung der Wasserpreise kommt, wird sich erst im Juni entscheiden: Dann soll die nächste Jahreshauptversammlung stattfinden. Und das wird auch Zeit − denn die Pandemie hat viele der üblichen Vereinsregularien auf den Kopf gestellt. Zweimal in Folge hat der Verein wegen der Pandemie auf die Versammlung verzichten müssen. Das hat zum Beispiel dazu geführt, dass der Wechsel an der Vereinsspitze noch nicht von den Mitgliedern abgesegnet werden konnte: Daniel Böhmer hat zwar de facto die Nachfolge von Herrmann Zöller angetreten − aber ein positives Mitgliedervotum hat er noch nicht in der Tasche. Und auch die anderen Vorstandsmitglieder müssen erneut durch eine Wahl im Amt bestätigt werden − und zwar alle. "Eigentlich haben wir Jahr für Jahr immer nur einzelne Vorstandsposten wählen lassen", erklärt Edwin Mees. Dieser Turnus aber lässt sich nach zwei Jahren Zwangspause nicht mehr aufrechterhalten.

Geplant ist die Versammlung für den 10. Juni − den ursprünglich avisierten Termin im März hat der Verein mit Blick auf die Omikron-Welle schon vor Wochen abgesagt.

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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