SZ

2. Türchen im SZ-Advenzskalender
Diese Tür im Tierpark darf nicht geöffnet werden

Die gelernte Zootierpflegerin Nathalie Wien weiß genau, wer sich über Himbeeren freut und wer auf Gurken und Kartoffeln steht.
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  • Die gelernte Zootierpflegerin Nathalie Wien weiß genau, wer sich über Himbeeren freut und wer auf Gurken und Kartoffeln steht.
  • Foto: damo
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

damo Niederfischbach. An der Tür, die wir heute für Sie öffnen, hängt ein großes Schild: „Bitte Tür immer schließen“, und das Wörtchen „immer“ ist in Großbuchstaben geschrieben. Dafür gibt’s einen guten Grund: In der Futterküche des Tierparks stapeln sich Obst, Gemüse, Fische, Küken und Getreide. Und ganz offensichtlich ahnen die freilaufenden Parkbewohner, dass hinter der Tür ein All-you-can-eat-Buffet wartet.
Die Hühner zum Beispiel halten sich während des SZ-Besuchs verdächtig lange vor dem Eingang der Futterküche auf, und auch der Pfau schaut immer mal wieder hier vorbei, ganz beiläufig und unverfänglich. Keine Frage: Derjenige, der das Schild aufgehängt hat, hat sich was dabei gedacht. Und so ist es gut, dass Nathalie Wien die Tür immer sorgfältig geschlossen hält.

damo Niederfischbach. An der Tür, die wir heute für Sie öffnen, hängt ein großes Schild: „Bitte Tür immer schließen“, und das Wörtchen „immer“ ist in Großbuchstaben geschrieben. Dafür gibt’s einen guten Grund: In der Futterküche des Tierparks stapeln sich Obst, Gemüse, Fische, Küken und Getreide. Und ganz offensichtlich ahnen die freilaufenden Parkbewohner, dass hinter der Tür ein All-you-can-eat-Buffet wartet.
Die Hühner zum Beispiel halten sich während des SZ-Besuchs verdächtig lange vor dem Eingang der Futterküche auf, und auch der Pfau schaut immer mal wieder hier vorbei, ganz beiläufig und unverfänglich. Keine Frage: Derjenige, der das Schild aufgehängt hat, hat sich was dabei gedacht. Und so ist es gut, dass Nathalie Wien die Tür immer sorgfältig geschlossen hält.

Früchte, Küken und Fische für 200 Tiere

Die Tierpflegerin verbringt viel Zeit in der Futterküche – denn Tag für Tag müssen Unmengen Früchte sortiert und geschnippelt werden, große Fleischbatzen portioniert und tote Küken und Fische abgezählt werden. Gut 200 Tiere gilt es zu versorgen, Tag für Tag.
Nun lassen sich die Tierpark-Bewohner nicht über einen Kamm scheren: Die Rotaugen, von denen die beiden Fischotter Tag für Tag ein gutes Dutzend verputzen, will sonst kaum einer – und kommt man den Frettchen mit Gemüse, wird’s nur im Notfall angerührt. Mit anderen Worten: Die Futterküche ist keine Großküche mit Standard-Gerichten – hier müssen sehr individuelle Vorlieben und Ansprüche berücksichtigt werden. Nathalie Wien weiß das, sie kennt ihre Abnehmer ganz genau.

Wildschweine im Tierpark keine Allesfresser

Erstaunlicherweise sind es ausgerechnet die Wildschweine, die beim Fressen gewisse Starallüren an den Tag legen. „Man hört oft, dass Schweine alles fressen“, lacht die 26-Jährige, „aber unsere leider nicht“. Lediglich toten Küken gehen im Wildschweingehege immer – bei Obst und Gemüse sind die Diven im Körper eines Allesfressers hingegen sehr wählerisch. „An manchen Tagen nehmen die noch nicht mal Kartoffeln.“
Deutlich einfacher ist’s bei den Huftieren: Den Ponys, Fjällrindern, Eseln und Schafen bringen die Tierpfleger zweimal täglich Heu – das ist schnell erledigt. Arbeitsintensiv war aber die Heuernte: Der Tierpark produziert das Winterfutter für die Huftiere selbst, etliche wilde Wiesen im Umkreis werden selbst gemäht. In diesem Jahr war die Heuernte gut, die Scheune ist noch voll: „Wir hoffen, dass wir ohne Zukäufe durch den Winter kommen“, sagt die gelernte Zootierpflegerin.

Tierpark erhält Spenden aus Supermärkten

Damit spricht sie ein wichtiges Thema an: Es ist ein gewaltiger Kostenfaktor, Tag für Tag gut 200 hungrige Mäuler zu stopfen. Daher ist der Tierpark auch dankbar dafür, dass er von einigen Supermärkten in der Region mit Obst und Gemüse versorgt wird: Jeden Tag können die Tierpfleger kistenweise die Waren abholen, die als nicht mehr verkäuflich aussortiert werden.
Heute sind in einem Kirchener Supermarkt vor allem Rote Bete, Chicoree und Kürbis übriggeblieben, aber in den Kisten finden sich auch Paprika, Kartoffeln, Äpfel und Bananen. Sogar ein paar Schalen mit Himbeeren und Blaubeeren sind dabei. Und die Lebensmittel sind in einem erstaunlich guten Zustand: „Vieles davon würde ich selbst noch essen“, sagt Nathalie Wien, „und manchmal erkenne ich beim Schnippeln nicht, warum die Supermärkte das aussortiert haben“. So ist sie doppelt froh über die Kisten aus der Obstabteilung: Zum einen, weil der Tierpark dringend auf die Spenden angewiesen ist – zum anderen, weil die Lebensmittel nach dem Aussortieren noch einem sinnvollen Zweck dienen.
Und so richtet die Tierpflegerin ein Schälchen nach dem anderen an, legt hier ein paar Blaubeeren dazu und dort ein bisschen Rindfleisch. Die Zucchini packt sie ins Nutriafutter: „Das sind die einzigen, denen ich mit Zucchini kommen kann“, sagt sie.
Unterdessen haben sich die Hühner vor der Tür mal wieder in Position gebracht. Wer weiß? Vielleicht übersieht ja doch noch jemand den Hinweis auf dem Schild an der Tür.

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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