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Weitere Angebote für Grundstück
Dritter Hut liegt auf der Kirchener Bahnhofstraße

Inzwischen der meistfotografierte Parkplatz des Kreises Altenkirchen: Nunmehr lautet die spannende Frage nicht nur wann, sondern auch von wem an dieser Stelle in Kirchen die Baumaschinen aufgefahren werden.
  • Inzwischen der meistfotografierte Parkplatz des Kreises Altenkirchen: Nunmehr lautet die spannende Frage nicht nur wann, sondern auch von wem an dieser Stelle in Kirchen die Baumaschinen aufgefahren werden.
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  • hochgeladen von Klaus-Jürgen Menn (Redakteur)

thor Kirchen. Und der geheime Bote hat sich doch noch auf den Weg quer durch den Westerwald gemacht: In Sachen Grundstücksverkauf an der Bahnhofstraße in Kirchen ist eine dritte Investorengruppe auf den Plan getreten und hat im Rahmen des Interessenbekundungsverfahrens ihren Hut in den Ring geworfen. Das bestätigte die Kreisverwaltung Altenkirchen. Das Angebot – wohlgemerkt für beide Grundstücke – muss am Freitag irgendwann nach Dienstschluss im Kreishaus eingegangen sein. Bei dem neuen „Player“ handelt es sich nach Informationen der SZ um die JSB GmbH aus Kirchen – dahinter stehen die Unternehmer Samir Jaha, Peter Schmidt und Rüdiger Brauer. „Wenn Sie das gehört haben, dann wird das auch so stimmen“, sagte Schmidt auf Nachfrage.

thor Kirchen. Und der geheime Bote hat sich doch noch auf den Weg quer durch den Westerwald gemacht: In Sachen Grundstücksverkauf an der Bahnhofstraße in Kirchen ist eine dritte Investorengruppe auf den Plan getreten und hat im Rahmen des Interessenbekundungsverfahrens ihren Hut in den Ring geworfen. Das bestätigte die Kreisverwaltung Altenkirchen. Das Angebot – wohlgemerkt für beide Grundstücke – muss am Freitag irgendwann nach Dienstschluss im Kreishaus eingegangen sein. Bei dem neuen „Player“ handelt es sich nach Informationen der SZ um die JSB GmbH aus Kirchen – dahinter stehen die Unternehmer Samir Jaha, Peter Schmidt und Rüdiger Brauer. „Wenn Sie das gehört haben, dann wird das auch so stimmen“, sagte Schmidt auf Nachfrage.
Das Unternehmen JSB wurde seinerzeit gegründet, um das Wohnbauprojekt an der oberen Johannesstraße in Kirchen umzusetzen. Es wäre also ein ganz normaler wirtschaftlicher Wettbewerb, wenn nicht spätestens jetzt das Projekt auch die rein bauliche Ebene verlassen hätte. Die politischen Konsequenzen sind derzeit noch nicht absehbar, zugleich wurde Spekulationen Tür und Tor sperrangelweit geöffnet. 

Bisherige Investoren sehen konkreten Plan dahinter

Doch der Reihe nach: Die bisherigen beiden Investorengruppen, die das für Kirchen so zukunftsweisende Bauvorhaben überhaupt erst entwickelt hatten, wollten eigentlich schon längst losgelegt haben. Dann kam das berühmte Veto der Kreis-CDU, die das Grundstück mit der Zukunft des Kirchener Krankenhauses verknüpft sah. Auf Initiative der Christdemokraten wurde dann vor Weihnachten besagtes Verfahren in die Wege geleitet – und spätestens da schrillten bei manchem alle Alarmglocken. „Es kann mir keiner erzählen, dass damit nicht ein konkreter Plan verbunden war“, hieß es gestern von einem der bisherigen Investoren.
Was die Neuen in der Runde natürlich so nicht stehen lassen wollen. „Es gibt ein paar interessante Dinge, warum wir das angehen wollen“, sagte Peter Schmidt, von der SZ nach der Motivation befragt. „Wir sind alle drei Kirchener und würden gerne weiter an der Verbesserung der Infrastruktur in Kirchen arbeiten.“ Man habe deshalb ein Angebot für beide Grundstücke abgegeben, weil die Veröffentlichung der Kreisverwaltung etwas „undurchsichtig“ gewesen sei. So habe man keine formalen Fehler machen wollen, sagte Schmidt. Das Interesse gelte aber in erster Linie dem 1. Bauabschnitt, diesbezüglich wolle man auch den anderen Investoren (die u. a. eine neue Krankenpflegeschule realisieren wollen) „nicht in die Quere“ kommen. Dazu muss man wissen, dass in dieser Konstellation sämtliche Unternehmer mit einem Parteibuch der CDU ausgestattet wären, wobei es nahezu ausgeschlossen ist, dass sich hier einer als eine Art Subunternehmer einspannen lässt. Bei den anderen Interessenten (für den 1. Bauabschnitt) handelt es sich um eine Kirchen-Siegener Kooperation.
Vehement widersprach Peter Schmidt übrigens der gestern ebenfalls aufgekommenen Vermutung, dass so das Projekt in Gänze verhindert werden solle.

Weiterer Verzug droht

Es wird jetzt eine spannende Frage sein, wie die Basis der Union auf die neuen Nachrichten reagiert. Schon im vergangenen Jahr hatten Mandatsträger der Kirchener CDU gegenüber der SZ ihr Unverständnis über die Einwände und Verzögerungen zum Ausdruck gebracht. Und nach dem Vorsitzenden der CDU-Kreistagsfraktion, Dr. Josef Rosenbauer, ist nun auch der Ortsverbandsvorsitzende Rüdiger Brauer direkt involviert. Als 1. Beigeordneter der Stadt Kirchen war er von Anfang über die Planungen informiert und nahm auch an Sitzungen teil, in denen die Konzepte präsentiert wurden.
Andreas Hundhausen wird in seiner Funktion als Stadtbürgermeister über die neue Entwicklung nicht unbedingt begeistert sein, droht doch weiterer Verzug, als SPD-Kreisvorsitzender dürfte er sich aber ganz entspannt zurücklehnen. Was ebenso für Ministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler gilt, aus deren Haus für das Projekt auch Fördergelder erwartet werden, vor allem für die Krankenpflegeschule. In der heißen Phase des Landtagswahlkampfs könnte die Bahnhofstraße so noch zum großen Thema werden.
Das weitere Verfahren sieht so aus: „In Abstimmung mit der Stadt Kirchen und dem Krankenhaus plant die Kreisverwaltung nun ein für alle Beteiligten transparentes Verfahren, bei dem die Interessenten ihre Pläne für die Bebauung darstellen können“, heißt es aus Altenkirchen. Alle Beteiligten haben dem Vernehmen nach Angebote zum jeweils gültigen Bodenrichtwert abgegeben. Letztlich aber entscheidet weder der Preis noch das Parteibuch, sondern einzig und allein die Geschäftsführung des DRK.

Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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