Mudersbacher übergaben Spende an Altenheim
E-Mobilität macht auch vor Rollstühlen nicht halt

Die Mudersbacher übergaben gestern einen elektrisch betriebenen Rollstuhl an das Alten- und Pflegeheim St. Barbara. Foto: thor
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  • hochgeladen von Thorsten Stahl (Redakteur)

thor Mudersbach. Margarete Utsch wird sich am Mittwoch Mittag nach diesem „Ausflug“ eventuell bei der hl. Barbara mit einem kleinen Gebet bedankt haben. Denn die Vorsitzende des Heimbeirats des Mudersbacher Alten- und Pflegeheims hatte körperlich unversehrt eine spezielle Jungfernfahrt überstanden. Die haben es grundsätzlich schon in sich – und wenn dann noch ein „Fahranfänger“ am Steuer sitzt, könnte die Sache heikel werden. Wurde sie aber nicht: Franz Bauschert brachte Margarete Utsch wohlbehalten ins Altenheim zurück. Zuvor hatte er die alte Dame einige Meter über die steile Rosenstraße kutschiert – und zwar mit einem Rollstuhl, der über einen elektrischen Antrieb mit automatischer Bremsfunktion verfügt. Dieser steht nun allen Heimbewohnern bzw. deren Angehörigen kostenlos zur Verfügung.

Es ist dies in gewissem Sinne eine Spende aller Mudersbacher an „ihre“ Pflegeeinrichtung im Ort, stammt das Geld für die Anschaffung doch aus dem Erlös des Adventsmarkts. 2000 Euro waren von den Vereinen im Schulterschluss erwirtschaftet worden (die SZ berichtete).

Dass es sich um eine etwas längere Vorgeschichte handelte, verdeutlichte Franz Bauschert im Beisein von Heimleiterin Marion Moritz, Ortsbürgermeister Maik Köhler und weiteren involvierten Mudersbachern. Er sei von einem Bürger angesprochen worden, der ihm von den Schwierigkeiten berichtet habe, seine Mutter rund um das Altenheim spazieren zu fahren. Der langjährige Kommunalpolitiker erinnerte daran, dass das Altenheim in der Gemeinde nun mal nicht wie in Kirchen oder Niederfischbach im Tal liege: „Selbst der kleine Stich von der Konrad-Adenauer-Straße hoch ist schon zu steil.“

So war die Idee von einem E-Rollstuhl geboren. Der aber natürlich nicht umsonst zu bekommen ist. Denn das Altenheim sei auch deshalb auf Unterstützung angewiesen, weil es momentan keinen Förderverein gebe. Also wandte sich Bauschert an Ulrich Merzhäuser, den Vorsitzenden des Bürgervereins: „Der Uli ist immer ein guter Freund, wenn es ums Geld geht. Und bei guten Sachen kann er auch nicht nein sagen.“ 2000 Euro standen vom Adventsmarkt zur Verfügung, dafür ging nochmals ein extra Dankeschön an Olaf Schätzchen vom gastgebenden Schützenverein.

Doch mit der Summe allein wären die Mudersbacher vermutlich nur bei einem Rollstuhl gelandet, der wieder Muskelkraft erfordert hätte. Dass nun die Nobel-Variante im Altenheim parat steht, ist der Firma Medica-Technik aus Brachbach als Tochter der Westfalen-Gruppe zu verdanken. Das Unternehmen kam den Spendern insoweit finanziell entgegen, dass die Anschaffung möglich wurde.

Die Beigeordnete Renate Otto, zugleich stellv. Vorsitzende des Seniorenbeirats der Verbandsgemeinde Kirchen, machte darauf aufmerksam, dass das Gremium zu den speziellen Rollstühlen bereits eine Infoveranstaltung im Altenheim organisiert hatte. Schließlich eigneten sich diese auch für den privaten Haushalt. Jürgen Görg konnte sich die Bemerkung nicht verkneifen, dass man angesichts des neues Angebots – ähnlich wie beim Bürgerfahrdienst – doch auch hier ehrenamtliche Chauffeure suchen könnte.

Damit es künftig kein Hauen und Stechen um die Nutzung des Rollstuhls gibt, wird seitens der Heimleitung eine Liste geführt, in die man sich eintragen kann. Auch Margarete Utsch wird davon sicherlich Gebrauch machen – gottseidank hat sie nicht gemerkt, dass beim Anfahren erst einmal beide Vorderräder die Bodenhaftung verloren hatten – ein klassischer „Wheelie“.

Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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