Ein junger Verein mit viel Potenzial

Das große Blasorchester des Niederfischbacher Musikvereins spielte unter der Leitung von Johannes Leitner zum Frühlingsbeginn auf. Foto: just
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just Niederfischbach. Pünktlich zum kalendarischen Frühlingsanfang lud der Musikverein 1871 Niederfischbach zum Traditionskonzert in die Sporthalle. Voll besetzt war der Saal, gut gelaunt präsentierten sich rund 70 Musiker/-innen von ihrer besten Seite.

Schneidige Marschmusik zu Beginn, eine anspruchsvolle Ouvertüre von Carl Maria von Weber darauffolgend: Für jeden Geschmack war etwas dabei. Aus der Oper „Oberon“, in der es um den Schwur des Elfenkönigs geht, intonierte das Orchester im Dialog zwischen Holz- und Blechbläsern romantische Klänge um das Thema der ewigen Liebe. Ewige Liebe bestünde wohl auch zwischen Dirigent und Kammermusiker Johannes Leitner und dem Niederfischbacher Ensemble, wie Moderator Wolfgang Mertens scherzte, denn immerhin würde Leitner auch nach 26 Jahren die Musiker noch immer ertragen und scheinbar sogar daran Spaß haben. Erzählungen von dem revolutionären Begehren der Tiroler gegen die französische Vorherrschaft interpretierte das Stück „Tirol 1809“, eine dreisätzige Suite. Akkorde der Marseillaise und schaurig schöne Balladenklänge vermittelten das Gefühl, live am Schauplatz des Geschehens dabei zu sein. Auch ein Medley aus der „West Side Story“ vermittelte wahre Dramatik: Der berühmte Bandenkrieg, der in einer tragischen Liebesgeschichte endet, wurde vorstellbar. Vor allem die ruhigeren Passagen gelangen dem Orchester überzeugend. Naiv, genießerisch und fröhlich beschrieben die Musiker die Fabelwesen Hobbits aus der berühmten „Herr-der-Ringe“- Geschichte. Fröhliche Läufe wechselten sich mit Akkorden im Forte ab. Immer wieder demonstrierte das Orchester, dass es gemeinsam mit Johannes Leitner ein eingespieltes Team ist. So auch beim „Kaiserwalzer“ von Johann Strauss, wo bekannte Klänge im Dreivierteltakt zum Tanzen einluden.

Mindestens genauso professionell präsentierte sich das 35-köpfige Jugendorchester unter Wolfgang Mertens. Mit einem erstaunlich hohen Anteil an Musikerinnen legte der Nachwuchs auf der Bühne gleich richtig los. „Abenteuerland“ von Pur oder eine Zusammenstellung der schönsten Melodien von Bert Kaempfert begeisterten das Publikum ebenso wie die klassische Intonation der „Humoreske“ von Anton Dvorák. Felix Otterbach übernahm charmant die Moderation dieses Konzertteils. Zum krönenden Abschluss gab das Jugendorchester gemeinsam mit den Großen den Ohrwurm „Böhmischer Traum“ zum Besten.

Eine Neuigkeit hatte der Verein vorab noch zu berichten: Erstmals in der langen Vereinsgeschichte ist ein Ensemble für Streichinstrumente gegründet worden. Die ersten Proben haben bereits stattgefunden, und noch dieses Jahr darf das Publikum auf die neue musikalische Abteilung gespannt sein. Sind die Streicher auch nur halb so unterhaltsam und musikalisch wie das Blasorchester, sind gute Konzerte vorprogrammiert!

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