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Außergewöhnliche Spende für den Tierpark
Ein Lastwagen voller Heu und Stroh

Sebastian Fischer

rai Niederfischbach. „Ist hier etwas Besonderes los?“, fragt eine Frau, die einige Kilo Möhren und Äpfel in einen Behälter am Tierpark legt. Die Antwort lautet: Ja. Denn vor dem Tor ist Sebastian Fischer mit seinem Lastwagen vorgefahren – mit acht Rundballen Heu, sechs Strohballen und zwei Paletten Holzpellets. Eine Spende, frei Haus geliefert.

„Wir bringen ein bisschen Heu und Stroh“: Fischer untertreibt, und Peter Merzhäuser kommentiert es erfreut. „Das ist super“, sagt der Vorsitzende des Tierpark-Vereins. Während Freiwillige den Transport abladen, erzählt Fischer, wie es zu der Spende gekommen ist.

rai Niederfischbach. „Ist hier etwas Besonderes los?“, fragt eine Frau, die einige Kilo Möhren und Äpfel in einen Behälter am Tierpark legt. Die Antwort lautet: Ja. Denn vor dem Tor ist Sebastian Fischer mit seinem Lastwagen vorgefahren – mit acht Rundballen Heu, sechs Strohballen und zwei Paletten Holzpellets. Eine Spende, frei Haus geliefert.

„Wir bringen ein bisschen Heu und Stroh“: Fischer untertreibt, und Peter Merzhäuser kommentiert es erfreut. „Das ist super“, sagt der Vorsitzende des Tierpark-Vereins. Während Freiwillige den Transport abladen, erzählt Fischer, wie es zu der Spende gekommen ist. In der Siegener Zeitung hatte Fischer, Geschäftsführer der Firma Holz Bald in Kreuztal-Ferndorf, beim Homeschooling mit seiner siebenjährigen Tochter Lotta einen Bericht über den Tierpark und die Futterhilfe gelesen. Und beide hatten schnell einen Plan geschmiedet, nämlich dem Tierpark, in dem die Familie schon zu Besuch war, und seinen Bewohnern zu helfen.

Fischers haben selbst Pferde. Über seine Verbindungen zu Landwirten hat Fischer das Material organisiert: Heu hat er aus dem Privatbestand genommen, die Firma Holz Bald wiederum hat Stroh und Pellets organisiert.

Futtermittel seien generell derzeit knapp, berichtet Fischer. Das weiß auch Peter Merzhäuser. Er erklärt das mit dem trockenen Sommer. Und natürlich hat der Engpass die Preise steigen lassen. Umso mehr hat sich Merzhäuser über Fischers Anruf gefreut. „Das war einer der interessantesten Anrufe, die ich in der ganzen Zeit im Tierpark erhalten habe“, sagt Merzhäuser. Fischer spendet – und liefert auch noch: „Das ist sehr besonders, in jeder Beziehung.“

Das Heu reicht drei Wochen, schätzt er, das Stroh vielleicht anderthalb Monate. Letzteres soll auch mit Heu gemischt werden: „Esel mögen das.“ Und die Holzpellets? Die hat Fischer zum Einstreuen mitgebracht. Das gepresste Holz zerfällt schnell.

„Hier muss man einfach helfen“, meint Fischer. Und er kann sich darauf verlassen, dass die Hilfe ankommt: Alle Huftiere profitieren von der Spende – Ponys, Esel, Rinder und Damwild. Und noch mehr Tierpark-Bewohner, meint Merzhäuser: „70 bis 80 Prozent unseres Bestandes fressen Heu, bis hin zu den Meerschweinchen.“

Heu spielt daher im Tierpark im Winterhalbjahr eine große Rolle: Von April bis Oktober bekommen die Tiere im Tierpark frisches Gras. Mit dem selbstgemachten Heu komme man bis in den Februar – und ab dann müsse man zukaufen, erklärt Merzhäuser.

Futter zuzukaufen, fällt dem Tierpark seit geraumer Zeit schwer: Die besucherstarken Monate März und April dienen im Normalfall dazu, um Rücklagen für den Winter zu erwirtschaften. Aber vor einem Jahr kam genau da der Lockdown – und der Park war zu. Für 2021 zeichnet sich noch nicht ab, wann wieder geöffnet werden kann: „Unser Problem entsteht im Frühjahr.“

Kurzarbeit kann keine Lösung sein: In der Einrichtung läuft alles so, als wenn Besucherbetrieb wäre. Und: Wenn gesagt wird, es darf geöffnet werden, so Merzhäuser, könne man am Folgetag den Eingang aufmachen. Davon konnte sich am Samstagmorgen auch Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler bei einem Besuch überzeugen – und Sven I. (Meck). Der Prinz der KG Brachbach hat am Samstagmorgen eine Spende in Höhe von 555,55 Euro vorbeigebracht.

Natürlich freut sich der Tierpark auch über Futterspenden: Brot, am liebsten trockenes, und Obst und Gemüse, sofern es nicht vergammelt ist, kann in eine Tonne geworfen werden.

„Wenn wir wieder aufhaben, dann kommst du uns mit deiner Familie besuchen“, sagte Merzhäuser zu Lotta – und: „Dann gibt es eine Waffel und Kakao.“

Das Team der Zootierpfleger ist jüngst übrigens um eine Person angewachsen: Heike Gölzhäuser war die erste Auszubildende des Tierparks, und sie hat jetzt erfolgreich ihre Prüfung abgelegt. Aktuell gibt es drei weitere Zootierpflegerauszubildende.

Autor:

Rainer Schmitt (Freier Mitarbeiter) aus Betzdorf

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