Ein Schatten auf dem friedlichen Zusammenleben

Ausschreitungen in der Kölner Straße:

Rat Mudersbach verabschiedete gestern Resolution

Mudersbach. In einer gemeinsamen Resolution verurteilten gestern die Vertreter aller Fraktionen im Ortsgemeinderat die Vorfälle in Niederschelderhütte und erklärten sich mit den betroffenen Bewohnern solidarisch. Wolfgang Meeß, Erster Hauptkommissar und Leiter der Polizeiinspektion, nahm gestern auf Einladung des Ortsbürgermeisters zu den Vorfällen Stellung.

Meeß betonte, dass in Niederschelderhütte kein übermäßig hohes Strafaufkommen zu verzeichnen sei. Statistisch gesehen liege Niederschelden nicht vor anderen Gemeinden, was die Kriminalitätslage betrifft. Meeß berichtete weiter, dass die Polizei 14 Ermittlungsverfahren eingeleitet habe, mehrere Personen seien in Gewahrsam genommen worden, eine Person in Haft.

Hier die Resolution im Wortlaut:

»Der Ortsgemeinderat Mudersbach ist über die neonazistischen und ausländerfeindlichen Vorkommnisse in der Kölner Straße in Niederschelderhütte tief betroffen und besorgt. Dadurch ist ein Schatten auf das friedliche Zusammenleben der Bürger unserer Gemeinde gefallen.

Eine gewaltbereite Gruppe aus dem neonazistischen Milieu hat dem Ruf der Gemeinde durch ungeheuerliche Provokationen großen Schaden zugefügt. Die Bewohner von Niederschelderhütte, die in diesem alten Industrieort seit Jahrzehnten Zuwanderer vieler Nationen aufgenommen haben und mit ihnen in guter Nachbarschaft zusammenleben, haben dafür kein Verständnis. Zusammen mit den Bürgern verurteilt der Ortsgemeinderat alle derartigen fremdenfeindlichen Umtriebe.

Der Ortsgemeinderat fordert alle Einwohner auf, den menschenverachtenden Übergriffen nicht tatenlos zuzusehen, jeglicher Intoleranz entgegenzutreten und den Gedanken guter Nachbarschaft zu pflegen, aber auch dafür zu sorgen, dass sich nicht durch unbedachte Handlungen die Spirale der Gewalt weiter dreht.

Wir appellieren an die für die Sicherheit aller Bürger verantwortlichen Stellen, insbesondere die Polizei, alles zu unternehmen, damit sich solche Vorgänge nicht wiederholen und unnachgiebig gegen fremdenfeindliche Ausschreitungen vorzugehen. Wir appellieren an Vereine, Kirchen, Gruppen und Verbände, sich weiterhin um Integration vor Ort zu kümmern. Wir appellieren an Nachbarn und Augenzeugen, nicht wegzusehen, wenn Mitbürger verhöhnt und bedroht werden, und entschlossen, aber auch umsichtig darauf zu reagieren.

Und nicht zuletzt verpflichten wir uns selbst als gewählte Vertreter der Bürger, nach Wegen zu suchen, wie wir mit den uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten einen Beitrag zum friedvollen Zusammenleben der Menschen in unserer Gemeinde leisten können.«

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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