Trauer um Hotelier Heinrich Bähner
Ein Vollblut-Gastronom

So war Heinrich Bähner in seinem Element: Der Gastronom warb nicht nur für das eigene Hotel, sondern immer auch für Niederfischbach und die gesamte Region. Foto: SZ-Archiv
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  • hochgeladen von Thorsten Stahl (Redakteur)

thor Niederfischbach. Er setzte sich schon mit seiner ganzen Kraft für den Tourismus in der Verbandsgemeinde Kirchen ein, als die meisten Kommunalpolitiker noch von Fremdenverkehr sprachen. Schon früh wusste er um das Potenzial der heimischen Region, ebenso aber auch um die Schwächen der eigenen Branche: Im Alter von 85 Jahren ist am vergangenen Montag der frühere Hotelier Heinrich „Henner“ Bähner verstorben. Mit ihm ist ein Vollblut-Gastronom gegangen, wie sie heute nur noch schwer zu finden sind – gerade auch im Landkreis Altenkirchen. Zugleich verbindet sich mit seinem Namen eine ebenso erfolgreiche wie tragische Lebensgeschichte.

Die Gastronomie-Tradition reicht in der Familie bis ins 17. Jahrhundert zurück, als eine Wechselstation für Pferde in Oberasdorf betrieben wurde. 1890 hatte sich Heinrich Bähners Großvater, ein Bäckermeister gleichen Vornamens, in Fischbacherhütte niedergelassen. Sein Vorhaben, hier eine Gaststätte zu eröffnen, scheiterte an der fehlenden Schankerlaubnis. Das gelang erst Sohn Wilhelm Bähner im Jahr 1953. Elf Jahre später übernahm dann der nach seinem Großvater benannte Heinrich Bähner das Gasthaus und baute es konsequent aus. 1970 entstanden u. a. ein Schwimmbad und ein großer Tagungsraum.

Dann kam die Nacht auf den 2. September 1974: Das längst über die Gemeindegrenzen hinaus bekannte Hotel wurde ein Raub der Flammen. Die Familie Bähner und die im Haus verbliebenen Gäste konnten sich gerade noch über eine zufällig an der Rückseite lehnende Leiter retten. Nachdem der Schock verdaut war, steckte Bähner all seine Energie in den Neustart. So wurde zwei Jahre später etwa 200 Meter oberhalb des alten Standorts ein stattlicher Neubau eröffnet. Ziel war und blieb es, eine gewisse Gemütlichkeit und Bodenständigkeit mit maximalem Komfort und Service zu verbinden. In der Tat setzte das Landhotel Bähner nicht nur im Siegerland neue Maßstäbe.

Dabei wollte Bähner möglichst alle Zielgruppen ansprechen: Die Föschber kehrten hier ebenso auf ein Bier ein wie Prominente. Das Team des FC Bayern München war hier zu Gast oder auch Formel-1-Legende Frank Williams. Bähner war immer auf der Höhe der Zeit und reagierte umgehend auf Veränderungen, etwa als die Zahl der Geschäftsreisenden im Zuge des Niedergangs des Apparatebaus im Asdorftal drastisch zurückging. Auch investiert wurde kräftig, so in eine neue Außenterrasse oder die „Walliser Stuben“. Für seine Qualität wurde das Hotel vielfach ausgezeichnet.

Die jüngere Geschichte dürfte dann noch in bleibender Erinnerung sein: Im März 2005 wütete erneut der Rote Hahn. Ein quälend langer Streit mit den Versicherungen und letztlich die vergebliche Suche nach einem Nachfolger aus der Familie beendete eines der erfolgreichsten Kapitel der heimischen Hotel-Geschichte. In vielerlei Hinsicht ist dieser Verlust immer noch spürbar. Um Henner Bähner, der sich viele Jahre auch in der CDU und im Kreiswaldbauverein engagiert hatte, war es zuletzt sehr ruhig geworden. Leider wird er nun nicht mehr erleben, dass die alte Brandruine endlich verschwindet. Hier plant ein Investor bekanntlich eine neue Wohnanlage.

Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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