Eine alles andere als laienhafte Aufführung

Theatergruppe Mudersbach begeisterte mit Wortwitz und gutem Schauspiel ihre Zuschauer/Alex Schuhen mimt »Ersatz-Ehefrau«

rai Mudersbach. Die Balken der Turnhalle bogen sich am Wochenende wieder, als die Theatergruppe Mudersbach mit dem Schwank »Ein vollkommener Engel« (Wilfried Reinehr) vor zweimal ausverkauftem Haus den Lachmuskeln der Besucher kaum eine Verschnaufpause gönnte. Die Aufführung bewies einmal mehr, dass die Laienschauspielergruppe ihr Handwerk versteht und die Darsteller mit großer Begeisterung auf den berühmten Brettern stehen. Das erkannte das Publikum an und dankte nach gut zweieinhalb Stunden Spielzeit für die gelungene Darbietung des Dreiakters mit verdientem und lautstarkem Beifall.

Szenenapplaus sprach auch für die schauspielerischen Leistungen der Theatergruppe, die seit dem Frühjahr geprobt und zudem selbst Kulissen und Kostüme hergestellt hatte. Die turbulente Verwechslungskomödie spielt in der Wohnstube von Tierarzt Dr. Eberhard Engel (Manfred Nebeling). Nach einer durchzechten Nacht mit dem Schauspieler Thorsten Thaler (Alex Schuhen) und dem Tierarzt Dr. Manfred Stier (Stefan Schneider) landet das Trio am frühen Morgen in der Wohnstube. Der aus dem Schlaf aufgeschreckte Hausdiener August Primel (Axel Stettner) stürmt mit Schlafmütze und wallendem Nachtgewand und Pistole in der Hand herein.

Während der Diener sich mit dem »gnädigen Herrn« verschwiegen zeigt, denkt Engels Schwägerin Florentine Polle (Brigitte Utsch) nicht im Traum daran, den »Luftikus« zu schützen, wird doch der Besuch der reichen Erbtante erwartet. Als dann noch eine Rechnung aus dem »Grünen Kakadu« über fünf Flaschen Champagner für 255 Euro ins Spiel kommt, bestimmt die energische Florentine im Namen ihrer Schwester: »Die Tante interessiert uns nicht, wir lassen uns scheiden.« Schwester Evelyn Engel (Gisela Nebeling) folgt – und schon kündigt ein Telegramm das Kommen von Tante Eva Kellermann (Mechthild Wagener) mit Ehemann Adam (Hans-Jürgen Schlotter) und dem 21-jährigen Nesthäkchen (Yvonne Schneider) an.

Eine fatale Situation für Strohwitwer Dr. Engel. Schließlich soll die wohlhabende Tante Geld für eine Tierarztpraxis locker machen. Um der Erbtante, ihres Zeichens Vorsitzende des Sittlichkeitsvereins, eine heile Familie vorzuspielen, muss Schauspieler und Saufkumpane Thorsten Thaler (»Der eine hat ein trautes Heim, der andere traut sich nicht mehr heim«) widerwillig dran glauben. Als Ehefrau Evelyn stolziert Alex Schuhen in köstlicher Art über die Bühne und fiepst mit etwas tiefer Frauenstimme – das Verwechslungsspiel kommt ins Rollen.

In der »Lasterhöhle«, in der sich die Erbtante schließlich wähnt, fällt selbige von einer Ohnmacht in die andere und verliert schließlich sogar das Regiment an Ehemann Adam. Als naiv-trotteliger Onkel Adam stand Hans-Jürgen Schlotter auf der Bühne und hatte mit schauspielerischem Talent und »Moräschbijer Platt« großen Anteil an den Lachsalven der Zuschauer. Überhaupt glänzten die Darsteller mit gutem Schauspiel, und geschickt überspielten die Akteure den einen oder anderen kleinen Hänger.

Köstlich anzusehen waren nicht zuletzt das Mienenspiel und die Gebärden von Axel Stettner immer dann, wenn der Hausdiener z.B. von der Erbtante in die Zange genommen wurde. Ob nun Migräne zur Margarine wird, sich Onkel Adam ganz stolz »man(n)zipiert« oder die Tante bei ihrem wild gestikulierenden Ehemann einen »eukaliptischen Anfall« vermutete, die Theatergruppe hatte die Lacher mit Wortspiel und -witz auf ihrer Seite.

Die Feuertaufe bestanden haben die Neuzugänge Susanne Schmidt, die sich als gutmütterliche Nachbarin um ihren Papagei sorgt und Hilfe beim Tierarzt Dr. Engel sucht, sowie Martina Becher, die als Bardame Conny Meyer und Geliebte des Schauspielers Thaler die Erbtante fast um den Verstand bringt. Nach den beiden Aufführungen an diesem Wochenende steht die Theatergruppe in der Turnhalle noch zweimal mit dem Stück auf der Bühne. Für die Vorstellung am 26. Oktober gibt es noch ein paar Karten. Am 1. November wird das Stück auf Einladung der Heimatfreunde Burbach am Heimhof-Theater in Burbach zu sehen sein.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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