SZ

Drastischer Besucherrückgang im Molzbergbad
Eine echte Horrorsaison

Solche Tage waren im Molzbergbad rar gesät, was nicht unbedingt an mangelndem Sonnenschein oder warmen Temperaturen lag. Das eigentliche Schwimmbad konnte nur an 190 Tagen öffnen.
  • Solche Tage waren im Molzbergbad rar gesät, was nicht unbedingt an mangelndem Sonnenschein oder warmen Temperaturen lag. Das eigentliche Schwimmbad konnte nur an 190 Tagen öffnen.
  • Foto: Archiv
  • hochgeladen von Klaus-Jürgen Menn (Redakteur)

thor Kirchen/Betzdorf. Wenn Zahlen und Erlöse auf Tauchstation gehen: Das Molzbergbad blickt auf eine echte Horrorsaison zurück – und das ausgerechnet für ein Jahr, in dem durch das neue Sauna-Außenbecken eigentlich eine deutliche Attraktivitätssteigerung erreicht wurde. Doch die Corona-Verordnungen haben dazu geführt, dass das Schwimmbad gerade mal an 190 Tagen Gäste begrüßen konnte, in der Sauna sogar nur an 110. Das berichtet Geschäftsführer Christoph Weber im Gespräch mit der SZ.
Die logische Konsequenz aus diesen Einschränkungen: Mit rund 35 000 ging die Zahl der Badegäste im Vergleich zum Vorjahr um 60 Prozent zurück (2019 waren es noch 85 000), im Saunabereich wurden noch 9000 Besucher gezählt (minus 70 Prozent/27 000).

thor Kirchen/Betzdorf. Wenn Zahlen und Erlöse auf Tauchstation gehen: Das Molzbergbad blickt auf eine echte Horrorsaison zurück – und das ausgerechnet für ein Jahr, in dem durch das neue Sauna-Außenbecken eigentlich eine deutliche Attraktivitätssteigerung erreicht wurde. Doch die Corona-Verordnungen haben dazu geführt, dass das Schwimmbad gerade mal an 190 Tagen Gäste begrüßen konnte, in der Sauna sogar nur an 110. Das berichtet Geschäftsführer Christoph Weber im Gespräch mit der SZ.
Die logische Konsequenz aus diesen Einschränkungen: Mit rund 35 000 ging die Zahl der Badegäste im Vergleich zum Vorjahr um 60 Prozent zurück (2019 waren es noch 85 000), im Saunabereich wurden noch 9000 Besucher gezählt (minus 70 Prozent/27 000). Dabei war von der Molzbergbad GmbH vor einem Jahr ohnehin relativ verhalten kalkuliert worden. „Mit dem richtigen Ergebnis hatten wir eigentlich erst 2021 gerechnet“, verweist Weber auf die erhofften Effekte des neuen Beckens. Ursprünglich war geplant, die Sauna parallel zum Bau eingeschränkt weiterlaufen zu lassen und die Preise anzupassen. Dann aber wurde aufgrund der Pandemie die Sauna über Monate gleich ganz geschlossen.

Schulen nur sporadisch vor Ort

Dabei fällt in der Statistik auf, dass sich das Molzbergbad in diesem Bereich offenbar über sehr treue Kunden freuen kann. Rechne man die Öffnungstage auf die Zahl der Gäste in der Sauna um, so habe man im Vergleich zu 2019 denselben Wert, erklärte Weber. Im Schwimmbad aber seien es pro Tag 60 Besucher weniger gewesen. „Ich gehe davon aus, dass das auf Kursteilnehmer und das Schul- und Vereinsschwimmen zurückzuführen ist“, sagt der Geschäftsführer. Denn gerade die Schulen seien 2020 nur noch sporadisch vor Ort gewesen.
Corona hat natürlich auch wirtschaftliche Auswirkungen. „Die Umsätze sind um 65 Prozent zurückgegangen.“ Weber kann den Jahresverlust noch nicht ganz genau beziffern, er gehe derzeit davon aus, dass sich dieser um 150 000 bis 200 000 Euro erhöhen werde. Wie auch immer es in der Bilanz gerechnet wird: Diese Summe muss von den Kommunen der Verbandsgemeinden Kirchen und Betzdorf-Gebhardshain aufgefangen werden. Würde es am Ende die Maximalschätzung sein, wäre allein die Stadt Kirchen mit 75 000 Euro zusätzlich dabei. Insgesamt liegt der jährliche Zuschuss bei ca. 1,3 Millionen Euro.

"Personalproblem bleibt aber schwierig“

Doch neben allen Zahlen sollten vor allem auch die Mitarbeiter interessieren. Nach dem Frühjahr wurde auch zum Jahresende wieder Kurzarbeit angemeldet, wobei die GmbH in den Genuss von Überbrückungshilfen kommt. Nach Angaben von Weber konnte man bislang die Mitarbeiter weitgehend halten: „Das Personalproblem bleibt aber schwierig.“ Er hoffe, dass auch die vielen Aushilfen, die teils schon jahrelang im Molzbergbad arbeiteten, bei der Stange bleiben. Gleichwohl fehle es natürlich an einer Perspektive: „Es vermag derzeit niemand zu sagen, wann wieder eine Betriebsaufnahme möglich ist.“ Auch das nächste wirtschaftliche Ergebnis zu prognostizieren, sei momentan nichts anderes als Kaffeesatzleserei, so Weber.
Derzeit ist das Sportbecken ohne Wasser, um es einer Grundreinigung zu unterziehen. „Auch die eine oder andere Fliese muss mal wieder getauscht werden.“ Ganz runterfahren dürfe man die Technik nicht, die Wasseraufbereitung und die Pumpen müssten weiterarbeiten. Weber: „Sonst läuft alles auf Sparflamme.“ So passt sich auch das Molzbergbad dem öffentlichen und privaten Leben an.

Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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