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Radwanderer aus Köln im AK-Land
„Eine Katastrophe“

Monika Göllner und Jens Weiss passierten gestern auf ihrer großen Radtour auch den Kreis Altenkirchen – sonderlich Spaß hatten sie dabei nicht. Foto: thor
  • Monika Göllner und Jens Weiss passierten gestern auf ihrer großen Radtour auch den Kreis Altenkirchen – sonderlich Spaß hatten sie dabei nicht. Foto: thor
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thor Kreis Altenkirchen. Wenn es um den Zustand der Radwege im Kreis Altenkirchen geht, braucht es nicht unbedingt den Blick von außen, um einem vor Ort die Augen zu öffnen. Gleichwohl ist es hin und wieder höchst aufschlussreich, „fremde“ Meinungen zu hören. Die von Monika Göllner und Jens Weiss lässt sich relativ einfach zusammenfassen – „eine Katastrophe“. Die Siegener Zeitung traf die beiden Radwanderer aus Köln am Mittwoch im Siegtal bei Büdenholz. Der etwas gequälte Gesichtsausdruck war dabei nicht unbedingt dem teils heftigen Gegenwind geschuldet. Radfahren mit Spaß sieht jedenfalls anders aus.

Die Rheinländer waren am Montag aufgebrochen, um die sogenannte Mittellandroute D4 abzuradeln.

thor Kreis Altenkirchen. Wenn es um den Zustand der Radwege im Kreis Altenkirchen geht, braucht es nicht unbedingt den Blick von außen, um einem vor Ort die Augen zu öffnen. Gleichwohl ist es hin und wieder höchst aufschlussreich, „fremde“ Meinungen zu hören. Die von Monika Göllner und Jens Weiss lässt sich relativ einfach zusammenfassen – „eine Katastrophe“. Die Siegener Zeitung traf die beiden Radwanderer aus Köln am Mittwoch im Siegtal bei Büdenholz. Der etwas gequälte Gesichtsausdruck war dabei nicht unbedingt dem teils heftigen Gegenwind geschuldet. Radfahren mit Spaß sieht jedenfalls anders aus.

Die Rheinländer waren am Montag aufgebrochen, um die sogenannte Mittellandroute D4 abzuradeln. Die führt vom westlichen zum östlichen Punkt Deutschlands und dabei auch durch den Westerwald und das Siegerland. Ziel ist Dresden. „Wir schauen mal, wie weit wir es schaffen“, sagte Weiss. Die gestrige Etappe sollte bis nach Netphen führen.

Am Montag waren die Radwanderer von Bonn aus entlang der Sieg unterwegs gewesen. Da war die Welt noch die Ordnung. Denn die Verantwortlichen im Rhein-Sieg-Kreis haben es geschafft, rechtzeitig attraktive Radwege in direkter Nachbarschaft zum Fluss anzulegen. Und dementsprechend zufrieden äußerten sich auch Göllner und Weiss. Übernachtet wurde auf einem Campingplatz an der Nister – Zelt und Schlafsack gehören schließlich mit zur Ausrüstung.

Und dann begann am Morgen die Fahrt durch das AK-Land: Wissen, Betzdorf, Kirchen und so weiter. Dabei ahnten die Kölner nach eigenen Angaben ungefähr, was hier auf sie zukommt. Schließlich bereitet man sich auf solche eine Tour gut vor und liest sich ein. Dabei rät der Landkreis Altenkirchen bekanntlich selbst davon ab, die Strecke zwischen Führten und Niederschelderhütte mit dem Rad zu befahren und hat schon vor Jahren Warnschilder installiert. Als Alternative empfiehlt die Kreisverwaltung die Bahn, doch das war für die beiden tapferen Radwanderer keine Option. Erst am Ende der Tour will man mit der Bahn zurück in die Domstadt reisen.

„Wir wussten, das es schlecht ist. Aber dass es so schlecht ist, hatten wir nicht gedacht“, berichtet Weiss. „Das geht überhaupt nicht.“ Dass der Radweg oft direkt neben der B 62 liege oder aber man sogar auf der Straße fahren müsse, sei eine echte Katastrophe. Lkw-Fahrer nähmen kaum Rücksicht auf Radfahrer. In einer Kurve sei es wirklich lebensgefährlich gewesen, so Monika Göllner. Und nein, natürlich werde man diesen Streckenabschnitt anderen Radfahrern nicht empfehlen. Dabei sei das eigentlich jammerschade, meint Göllner: „Das ist doch hier eine superschöne Gegend.“ Als der Redakteur zum Windhahn-Massiv zeigt und von der boomenden Mountainbike-Szene erzählt, wollen die Radwanderer das gerne glauben. Allein die Straßenbereifung verhindert wohl, dass rechts Richtung Katzenbach abgebogen wird.

Sie hätten auch gelesen, dass es ab Siegen wieder besser werden solle, erzählen sie noch zum Abschied (und bevor der Anstieg zum Durchbruch bei Brachbach vermutlich für wirklich schlechte Laune sorgen wird). Besser: ja, optimal: nein. Auch im nordrhein-westfälischen Nachbarkreis haben die Radwege noch viel Luft nach oben. Nicht umsonst haben sich das Thema etliche Parteien im Kommunalwahlkampf auf die eigenen Werbeflyer geschrieben

Derweil werden Jens Weiss und Monika Göllner kaum mehr mitbekommen, wie die Diskussion um die Radwege im AK-Kreis weitergeht. Geplant ist der weitere Ausbau entlang der B 62, einzig und allein die Verbandsgemeinde Kirchen kämpft seit Jahren darum, wenigstens einen kleinen Abschnitt naturnah und familienfreundlich zu gestalten. Bis das soweit ist (wenn überhaupt), werden die beiden Kölner definitiv noch viele, viele Radtouren unternommen haben – ohne dass die Angst vor einem 40-Tonner auf dem Gepäckträger sitzt.

Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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