Eine professionelle Tollität

HCC ist mit Prof. Dr. Rüdiger Hain als Prinz für die neue Session perfekt gerüstet

rai Herkersdorf. »Ich wollte Kirchen vielleicht eingemeinden«, scherzt Prof. Dr. Rüdiger Hain – und dann lacht er wieder herzlich, und der Vorstand des Herkersdorfer Carnevalsclub (HCC) stimmt mit ein. Dass Kirchens Bürgermeister Wolfgang Müller eine »Revolution« aus den »Vereinigten Staaten von Herkersdorf und Offhausen« in der Session befürchten muss und sich vorsichtshalber besser in seinem Rathaus verbarrikadieren sollte, kann wohl eher ausgeschlossen werden. Dafür steht aber eines fest: Nicht nur mit dieser karnevalistischen Äußerung im Rahmen eines Pressetermins des HCC hat Prinzprofessor Rüdiger I. bewiesen, dass er ein humorvoller Vertreter auf dem Narrenthron des HCC sein wird.

Bei Damenelferratsmitglied Uschi Wiese hatten sich die Karnevalisten jetzt zu einem Pressegespräch zusammen gefunden. Dabei gab Vorsitzender Peter Schmidt den närrischen Fahrplan bekannt; gemeinsam mit Präsident Felix Kreps stellte er Prof. Dr. Rüdiger Hain als professionelle Tollität vor. Die Insignien hatte der 48-jährige Wissenschaftler bereits im November erhalten (die SZ berichtete). Gebürtig stammt der Prinz aus dem Kirchener Ortsteil Brühlhof; heute lebt er in Langenfeld bei Leverkusen. Dort ist er seit 19 Jahren Laborleiter der Bayer AG und der BayerCropSience AG in verschiedenen leitenden Positionen der Biotechnologie und Molekularbiologie.

Sein Werdegang führte ihn über die ev. Volksschule Kirchen, die Realschule Betzdorf und das Gymnasium Herschen bis zur Marine in Flensburg. Vom Norden aus in südlicheren Gefilden angekommen, nahm er sein Studium der Agrarbiologie an der Uni Hohenheim bei Stuttgart auf – »vier Stunden«. Dann tauschte er den Studiengang auf Wunsch einer Kommilitonin, die sich in Biologie eingeschrieben hatte. Acht Semester später hielt er sein Biologie-Diplom in Händen. Anschließend schrieb er beim Max-Planck-Institut für Züchtungsforschung in Köln an seiner Doktorarbeit; die Forschung war im Jahr 1985 mit der Promotion abgeschlossen. Von da an hielt er Vorlesungen und bekam im Jahr 1992 seine Habilitation an der Uni Hohenheim mit der Verleihung der Lehrbefähigung und Lehrbefugnis für das Fach »Pflanzenphysiologie« als Privatdozent. Vor fünf Jahren wurde er zum außerplanmäßigen Professor der Uni Hohenheim ernannt. Er hält regelmäßig Vorlesungen in Stuttgart und betreut Diplom- und Doktorarbeiten als Doktorvater.

Als Dozent sind ihm volle Säle bekannt – mit dem Unterschied, dass bei seinem närrischen »Job« nun nicht Studenten seinen Worten lauschen werden, sondern Karnevalisten. Der Weg auf den Narrenthron führte an Hains Jugendfreund Felix Kreps vorbei. Hain, geschieden und zweifacher Vater, hatte vor drei Jahren die Kontakte in seine Heimat wieder intensiviert. »Du wirst Prinz«, offenbarten ihm dann in einer »Co-Produktion« Felix Kreps und der HCC-Vereinswirt.

Obwohl er in der Nähe der karnevalistischen Hochburg Leverkusen lebt, hatte er mit Karneval bislang nicht so viel zu tun. Im Vorjahr erlebte er dann die drei tollen Tage mit dem HCC und stellte jetzt fest: »Es ist schön, wie ein kleiner Ort das macht.« Der ganze Verein stehe voll dahinter. »In Köln wirst du es nie schaffen Prinz zu werden, also warum nicht beim HCC?« habe er gedacht – und nun ist er HCC-Prinz.

»Wir machen uns nichts aus Gold und Geld, die Narretei ist das, was zählt«, gab Präsident Kreps das Motto bekannt, unter dem Prinz Rüdiger I., der auch als »Hacki« bekannt ist, regieren wird. Als Lieblichkeit wird ihn seine Partnerin Didina »Dida« Stanciu begleiten. Die 37-Jährige, die derzeit in ihrer Geburtsstadt Bukarest/Rumänien als Hotelsekretärin arbeitet, wird am 20. Februar für die närrische Hochphase in den »Vereinigten Staaten von Herkersdorf und Offhausen« erwartet. Die Prinzessin, der aus ihrer Heimat Karneval nicht bekannt ist, sei bei der Proklamation überrascht gewesen, wie groß Karneval beim HCC gefeiert wird, sagte Prinz Rüdiger I. Und der wird samt HCC-Gefolgschaft am Rosenmontag um 10.11 Uhr an die Rathaustüre in Kirchen klopfen. Allerdings nicht, um Kirchen in die »Vereinigten Staaten« einzugemeinden, sondern um in gewohnter HCC-Manier und mit viel Tamtam das Rathaus zu schließen.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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