Eine Reise durch die Welt der Musik

rai Freusburg. Das Phantom der Oper versteckte seine Fratze bekanntlich hinter einer Maske. Überhaupt nicht verstecken mussten sich dagegen die fast 40 Musikerinnen und Musiker des Musikverein Freusburg am Samstagabend, als sie 20 Minuten lang Themen aus dem grandiosen und ebenso bekannten Musical intonierten. Die stehenden Ovationen waren der verdiente Lohn für das Orchester und den Dirigenten Rüdiger Bröhl.

Die Darbietungen aus „Phantom der Oper“ waren Höhepunkt und Hörgenuss zugleich. Unterstützt wurden die Musiker dabei von Ann-Christin Linke am Keyboard. Und weil die Aufführung großen Gefallen fand, gab es als Zugabe noch einmal eine Passage aus dem Werk. Ja, die Freusburger Blechblasmusiker zogen im vollbesetzten Bürgerhaus alle Register und zeigten, dass sie ihr Handwerk verstehen. Es war eine Reise durch die Welt der Musik; von Persien bis in die amerikanische Metropole Chicago, wie Conferencier Jason Wagner treffend in seiner Ansage anmerkte. Sprichwörtlich klassisch eröffnete der Musikverein das Herbstkonzert. Dabei nahm man die Besucher beim „Schwedischen Reitermarsch“ mit und verzauberte mit dem orientalischen Flair „auf einem persischen Markt“.

Dass die Musiker bereits nach dem dritten Stück mit „Rosen aus dem Süden“ die Bühne zunächst wieder räumten, hatte einen guten Grund. Die Jugend stand schon parat, um sich und ihre Melodien vorzustellen – und das mit einer ganzen Zahl an Darbietungen – und zwar als Spielvereinigung Freusburg-Mudersbach. Vor einem Jahr sei dafür der Grundstein gelegt worden, wie Geschäftsführer Philipp Opfer im Gespräch mit der SZ sagte. Weil die Jugendformationen des MV Freusburg und der Siegtaler Musikanten einzelnen jeweils nur rund 15 Musiker zählten, seien die befreundeten Vereine auf die Idee gekommen, ein gemeinsames Jugendorchester zu bilden. Die erste Jahreshälfte werde in Mudersbach geprobt, um dort im Frühjahr mit den Siegtalern zu spielen; danach wechsele man nach Freusburg, um das Repertoire für das Herbstkonzert einzustudieren.

Dass die Mädchen und Jungen unter der Leitung von Michael Kreutz (Freusburg) und Matthias Zimmermann (Mudersbach) „viel drauf“ haben, das konnte man im Bürgerhaus hören. Ob bei dem Schlagerhit „Moskau“, beim „Götterfunken“ oder auch Stücken von „Mister Slowhand“ Eric Clapton: Der Nachwuchs in der Spielvereinigung kann sich hören lassen. Hörenswert war auch ein Solo von Annabell Gräbener an der Posaune. Noch einmal so richtig aufdrehen konnten die Jugendlichen beim „Final Countdown“ der schwedischen Hardrock-Formation Europe. Nicht ganz so metallisch, aber auch flott dargeboten war die Zugabe mit Hans Poseggas Erfolgsmelodie zur „Sendung mit der Maus“.

Das war ein schöner Abschluss – aber noch nicht das Konzertende. Wuchtig startete das Hauptorchester in die zweite Konzerthälfte. Bei „Abschied der Gladiatoren“ mit Solistin Tina Klöckner an der Piccoloflöte waren alle Register gefordert. Mal getragen, dann wieder beschwingt kam man mit „Chicago Festival“ von Markus Götz daher. Und bei „Kap Arkona“ konnten die Musiker an der Percussion sprichwörtlich mal so richtig auf die Pauke hauen.Unterstützt wurden sie dabei von einigen Gastmusikern, darunter eine junge Amerikanerin. Als Austauschschülerin ist derzeit die 18-jährige Madeline Barrow aus Northcarolina bei der Familie Janz in Freusburg zu Gast. Sohn Simon spielt bei der Jugend – und so kam Madeline Barrow (Trompete, Flügelhorn) zum Musikverein. In den USA spielte sie bereits in einer Marching-Band. Diese speziellen Blasorchester marschieren musizierend in Formation auf großen Flächen. Ein sehenswertes Spektakel. Nein, so etwas habe sie noch nicht mit den Freusburger Musikerkollegen versucht, antwortete Madeline auf eine Frage der SZ. Augenzwinkernd.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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