Feuerwehr Harbach griff auf Güllefass zurück
Eine Übung in Zeiten des Klimawandels

In Harbach wurde am Samstag demonstriert, wie mit Hilfe eines Güllefasses die Wasserversorgung aufgebaut werden kann. Foto: rai
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rai Harbach. Wo es keine Hydranten und Flüsse gibt, muss eine Feuerwehr schon mal improvisieren. Das zeigten die Kameraden aus Harbach am Samstag bei ihrer Abschlussübung, als es darum ging, das Wasser hoch auf den Berg zu einem Anwesen auf der Wegscheide zu schaffen. Ob nun im Mannschaftstransportfahrzeug der Feuerwehr im Shuttle-Service oder zu Fuß: Ein steil ansteigender Weg von 500 Metern und dazu 60 Höhenmeter mussten die Schaulustigen bewältigen.

Für die Übung war der Brand in einer Gartenhütte angenommen worden, und die Flammen hatten schon auf Wiese und angrenzenden Wald übergegriffen. „Das Hauptaugenmerk liegt auf der Wasserversorgung“, erläuterte Wehrführer Rudolf Jung. Bei der Übung, in die auch das DRK Niederfischbach eingebunden war, sollte diese über eine „lange Wegstrecke“ vom Unterflurhydranten im Tal hoch auf den Berg aufgebaut werden.

Nicht ganz zufällig hatten sich die Harbacher diesen Schwerpunkt gesetzt. Denn mit den klimatischen Veränderungen besteht auch eine höhere Wald- und Wiesenbrandgefahr. Zur Erinnerung: In Steeg hatte die Wehren in diesem Jahr bei einem Waldbrand alle Hände voll zu tun, um die Versorgung mit Löschwasser sicherzustellen. Eine Möglichkeit ist ein Pendelverkehr mit Tanklöschfahrzeugen, eine anderen die „lange Wegstrecke, eine dritte die Nutzung von Güllefässern – wie zusätzlich auch in Steeg mit Hilfe von Landwirten praktiziert wurde.

Damals war auch der Harbacher Ortsbürgermeister Andreas Buttgereit im Einsatz – ebenso bei der Übung am Samstag. Aus dem 7000-Liter-Fass wurde der Inhalt in einen von den Wehrleuten aufgebauten Faltbehälter abgelassen. Aus diesem saugte eine Tragkraftspritze das Wasser an und speiste Wasserwerfer und Strahlrohre – mit 700 Liter pro Minute.

Parallel wurden vom Schlauchwagen mit 1000 Metern an Bord die „lange Wegstrecke“ eingerichtet. Das funktioniere ohne zwischengeschaltete Pumpe, weil man einen hohen Leitungsdruck im Tal habe, erläuterte Jung. Mit der Pumpe am Unterflurhydranten wurde das Wasser hochgepumpt, wo es noch mit 3 bar ankam. Die Brandstellenpumpe im wasserführenden Tragkraftspritzenfahrzeug erhöhte den Druck soweit, dass drei Strahlrohre bedient werden konnten. Natürlich musste bei der Übung auch die Holzhütte gelöscht und die nach einem Selbstlöschversuch vermissten Personen unter schwerem Atemschutz gerettet werden. Die fünf Rotkreuzler hatten eine Verletztensammelstelle eingerichtet.

Es sei keine 08/15-Übung gewesen, hob Wehrleiter Ralf Rötter hervor. Es habe sich gezeigt, welch umfangreiches Spektrum die junge und hochmotivierte Wehr Harbach abdecke. Der Kernpunkt dieser Abschlussübung sei dem Klimawandel geschuldet. Seit September bestehe auf Ebene der Kirchener Verbandsgemeindewehr der Arbeitskreis „Waldbrand“, sagte Rötter. Dabei gehe es auch darum, wie vorhandene Güllefässer von Landwirten sinnvoll eingebunden werden könnten. Grundsätzlich werde das Thema noch an Bedeutung gewinnen, meinte der Wehrleiter.

Positiv überrascht sei er nach der Übung, sagte Verbandsgemeindebeigeordneter Bernd Becker: „Das war heute eine hochinteressante Sache.“ Beim Thema Wald- und Flächenbrandgefahr müsse man am Ball bleiben. Zufrieden zeigte sich auch Wehrführer Jung, der hervorhob, dass Ortsbürgermeister Buttgereit dieses Fass eigens für den Fall der Fälle bereitstehen habe.

Autor:

rai (Freier Mitarbeiter) aus Siegen

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