Einigkeit mit kritischem Unterton

Rat Mudersbach fordert den Erhalt beider Grundschulen

damo Mudersbach. Der Ortsgemeinderat hat sich gestern einstimmig für den Erhalt der Grundschule Niederschelderhütte und der Außenstelle der Brachbacher Grundschule im ehemaligen Hauptschulgebäude in Mudersbach ausgesprochen. Mehr als eine Empfehlung ist dieser Beschluss aber nicht: Die Verbandsgemeinde ist Schulträger; damit liegt die Entscheidungsgewalt beim VG-Rat.

Ortsbürgermeister Maik Köhler eröffnete die Diskussion mit einem einführenden Redebeitrag: Er betonte, dass auch bei rückläufigen Schülerzahlen dafür Sorgen getragen werden sollte, eine möglichst wohnortnahe und optimale Versorgung mit Bildungsangeboten zu gewährleisten. Köhler lobte zudem das Engagement der Bürgerinitiativen in Niederschelderhütte und Mudersbach. Er stellte abschließend klar, dass es ihm persönlich wichtig sei, »dass der Gemeinderat in der Frage der Grundschulsituation möglichst einmütig und geschlossen auftritt«.

Das tat das Gremium dann auch – aber obwohl sich alle einig waren, kam der einstimmige Beschluss nicht ohne kritischen Unterton zustande: SPD-Fraktionssprecher Karl-Heinz Haepp nutzte die Gunst der Stunde, um CDU, FDP und Ortsbürgermeister Köhler vorzuwerfen, sich zu keinem Zeitpunkt für den Erhalt der Grundschule Niederschelderhütte eingesetzt zu haben. Von dieser Kollektivschelte nahm Haepp lediglich Uli Merzhäuser aus, der ja nicht nur im Ortsgemeinderat sitzt, sondern auch der CDU-Fraktion im Verbandsgemeinderat vorsteht.

Zwar haben sich CDU, FDP und der Ortsbürgermeister laut Haepp nie öffentlich ausdrücklich gegen die Grundschule in Niederschelderhütte ausgesprochen – aber auch »mit keinem Satz eine positive Aussage für den Standort getroffen«, kritisierte Haepp. Die Verweigerung von Haushaltsmitteln für die Sanierung; das ständige Betonen, dass sich die Gemeinde keine zwei Schulen leisten könne und die offensichtliche Präferenz für eine Schule im ehemaligen Hauptschulgebäude ließen Haepp zu folgendem Fazit kommen: »Wenn es hier um einen Indizienprozess ginge, gäbe es überhaupt keine Zweifel, dass Sie schuldig gesprochen würden.«

Was den Standort Mudersbach betrifft, warnte Haepp die Bürgerinitiative davor, sich zu sicher zu wähnen. Er ließ anklingen, dass der geburtenschwache Jahrgang 2007/08 von der ADD als Anlass zur Auflösung der Außenstelle genutzt werden könne – obwohl die Schülerzahlen in den Folgejahren wieder steigen würden.

Letztlich hat sich durch die gestrige Mudersbacher Ratssitzung wenig geändert: Die endgültige Entscheidung über die Zukunft der Grundschulen wird der VG-Rat am 10. Mai treffen.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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