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Neues Krankenhaus bei Giesenhauen bauen
Enders plädiert für Kompromiss-Standort

Wo werden die Ärzte künftig arbeiten: näher an Hachenburg  oder an Altenkirchen? Das ist die entscheidende Frage.
  • Wo werden die Ärzte künftig arbeiten: näher an Hachenburg oder an Altenkirchen? Das ist die entscheidende Frage.
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thor Kreis Altenkirchen. Lange Zeit hat sich Dr. Peter Enders in der Diskussion um einen neuen Krankenhaus-Standort im Westerwald zurückgehalten – fast wohltuend, möchte man meinen. Am Dienstag jedoch hat der Altenkirchener Landrat Position bezogen, sprichwörtlich und überaus deutlich. Enders plädiert dafür, die neue Klinik, die die bisherigen Krankenhäuser Altenkirchen und Hachenburg vereinen soll, bei Giesenhausen zu bauen. Die Idee dabei: Zwar befindet sich das Gelände im Westerwaldkreis, liegt aber nicht nur gefühlsmäßig ganz nah an Altenkirchen.

thor Kreis Altenkirchen. Lange Zeit hat sich Dr. Peter Enders in der Diskussion um einen neuen Krankenhaus-Standort im Westerwald zurückgehalten – fast wohltuend, möchte man meinen. Am Dienstag jedoch hat der Altenkirchener Landrat Position bezogen, sprichwörtlich und überaus deutlich. Enders plädiert dafür, die neue Klinik, die die bisherigen Krankenhäuser Altenkirchen und Hachenburg vereinen soll, bei Giesenhausen zu bauen. Die Idee dabei: Zwar befindet sich das Gelände im Westerwaldkreis, liegt aber nicht nur gefühlsmäßig ganz nah an Altenkirchen.

Doch das war nicht die einzige Botschaft, die Enders zu verkünden hatte: Nach Auffassung der Altenkirchener Kreisverwaltung kann aufgrund der bestehenden Verträge mit der DRK-Trägergesellschaft der Krankenhaus-Standort Altenkirchen nur mit Zustimmung des Kreistags aufgegeben werden. Und was die Finanzierung des Mammutprojekts angeht, forderte der Landrat eine spürbare Entlastung des Trägers durch das Land.

Bei letztgenanntem Punkt ist sich Enders mit Parteifreund Erwin Rüddel einig, wobei er aber durchblicken ließ, dass er sich vom Abgeordneten manchmal etwas mehr Zurückhaltung wünschen würde. Das Krankenhausfinanzierungsgesetz besage, dass aus dem Strukturfonds des Bundes bzw. besser gesagt aus Mitteln der Krankenkassen 50 Prozent beigesteuert werden, die andere Hälfte teilten sich Land und Träger. Bei angenommenen Gesamtkosten von 100 Mill. Euro blieben somit 25 Mill. Euro am DRK hängen.

„Die Finanzierung muss kritisch hinterfragt werden. Das ist für den Träger in meinen Augen nicht zu schultern“, sagte Enders. Das Land sei daher aufgerufen, zusätzliches Geld aus anderen Töpfen bereitzustellen. Grundübel der finanziellen Ausstattung der Krankenhäuser bleibe aber auch für ihn das ausgerechnet von Australien übernommene System der Fallpauschalen, das langfristig dringend umgewandelt werden müsse.

In Sachen Standort-Findung verwies Enders erneut auf die politische Akzeptanz. Daher spreche er sich für Giesenhausen aus: Der Standort liege mittig, auch eine Bahnanbindung sei nicht weit entfernt. Bei all dem solle man bitte bedenken, dass der Westerwaldkreis schon jetzt über vier bestehende Krankenhäuser verfüge. Die neue Klinik nahe Hachenburg zu bauen und damit eine „politische Konkurrenz“ zu den Häusern in Dierdorf und Selters zu schaffen, halte er für nicht fair, sagte Enders. Entstehen müsse ein Haus der Regelversorgung mit rund 300 Betten, nicht mehr und nicht weniger. In der Sache sei er ganz optimistisch. Seine Prognose: „Das DRK baut kein Krankenhaus an einem Standort, den das Land nicht will.“ Wie von der SZ berichtet, hatte auch Ministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler erhebliche Zweifel an der Akzeptanz der „Hachenburger Variante“ geäußert.

Mit der Einhaus-Lösung sieht der Landrat auch die Notarzt-Versorgung in der Region auf einer sicheren Basis, müssten dann doch nicht mehr zwei Standorte besetzt sein. Aktuell sei es an der Tagesordnung, dass sich sowohl Altenkirchen als auch Hachenburg abmelden müssten. In diesem Zusammenhang kündigte der Verwaltungschef an, dass er gerne im gesamten AK-Land ein flächendeckendes Netz von First-Responder-Einheiten aufbauen möchte.

Was das Mitspracherecht des Kreistags angeht, war Enders nach eigenen Angaben (ausgerechnet) von Rainer Kaul, dem Aufsichtsratsvorsitzenden der DRK-Trägergesellschaft, auf die bestehenden Erbpachtverträge hingewiesen worden. Die sicherten dem Kreis als Grundstückseigentümer einige Rechte zu. So könnten die Krankenhäuser auch nicht einfach zurückgegeben werden, höchstens im Fall einer Insolvenz. Der Vertrag endet übrigens zu einem Zeitpunkt, da Enders und alle anderen Akteure längst Geschichte sind: am 31. Dezember 2102!

Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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