Erinnerungen an alte Zeiten auf der Hütte

Ehemalige trafen sich in Wehbach/Werke erst modernisiert – dann geschlossen

rai Wehbach. Die ortsbildprägenden Schlote der Friedrichshütte AG, Abteilung Carl Stein, rauchen längst nicht mehr und sind dem Erdboden gleich gemacht. Nur das ehemalige Verwaltungsgebäude erinnert noch an die Ära der Stahlkocherei und Walzwerktätigkeit in der Asdorftalgemeinde. Und genau in diesem Gebäude, in der Gaststätte »Zum Ventil«, kamen am Samstag ehemalige Beschäftigte der Friedrichshütte zum gemütlichen Gedankenaustausch zusammen.

Das Treffen der Ehemaligen hat bereits eine über 30-jährige Tradition und war einst von Schmelzmeister Otto Grossert angeleiert und seither maßgeblich organisiert worden. In diesem Jahr unterstützte Willi Stahl, ehemaliger Werkstoffprüfer und Leiter des Fotolabors auf der Hütte, die Vorbereitung. Der älteste Teilnehmer war am Samstag der 90-jährige Helmut Plett (Kirchen). Der gebürtige Wehbacher war als Verlademeister auf der Hütte beschäftigt. »Es ist schön, die alten Kollegen zu sehen«, sagte Plett.

Mit von der Partie waren u.a. auch Karl Jung, der ebenfalls als Schmelzmeister auf dem Stahlwerk tätig war, sowie Manfred Ginsberg, der als Schlossermeister seine Dienste verrichtete.

Im Gespräch mit der SZ skizzierte Willi Stahl anhand einiger Daten die Chronik der Friedrichshütte in Wehbach, in der eine Kernbelegschaft von bis zu 1100 Menschen »malochte«. Im Jahr 1839 hatte Carl Daniel Stein das erste Walzgerüst aufgestellt. Um 1900 herum wurde in Wehbach dann auch Stahl gekocht. In den Jahren 1951 bis 1960 wurden 55 Mill. DM für die Modernisierung der drei Produktionseinheiten Stahlwerk, Blockwalzwerk und Feinblechwalzwerk investiert. Dieses war zuerst modernisiert worden. Etwa Mitte der 50er Jahre war das Blockwalzwerk an der Reihe. Etwa eineinhalb Jahre, nachdem das Stahlwerk auf Vordermann gebracht worden war, wurde es als erster Teil der drei Produktionseinheiten am 1. Juli 1962 geschlossen. Das Schicksal ereilte Mitte der 60er Jahre auch das Blockwalzwerk. Danach wurde mit nur noch 550 Mitarbeitern das Feinwalzwerk betrieben. Auch dessen Ende war dann am 30. September 1967 mit der Schließung der Friedrichshütte Wehbach besiegelt und eine Ära im Ort beendet.

Willi Stahl sprach aber auch die sozialen Errungenschaften der Friedrichshütte an. Exemplarisch nannte er die Werksfürsorge und das Sozialgebäude, das mit Lehrwerkstatt und Waschkauen sehr modern ausgestattet gewesen sei. In der Werksküche habe man sehr preiswert essen können, und einen eigenen Werksbus habe es auch gegeben. Mit diesem konnte jeder Beschäftigte einmal im Jahr inklusive einer Begleitung eine Fahrt unternehmen.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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