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BI will Denkanstöße geben
Es geht um mehr als um sieben Windräder

Zum Fototermin mit der SZ hat die BI kurzfristig viele Unterstützer nach Wöllenbach gerufen: Das Landschaftschutzgebiet soll mehr Wertschätzung erfahren – und die Menschen sollen diskutieren.  Foto: damo
  • Zum Fototermin mit der SZ hat die BI kurzfristig viele Unterstützer nach Wöllenbach gerufen: Das Landschaftschutzgebiet soll mehr Wertschätzung erfahren – und die Menschen sollen diskutieren. Foto: damo
  • hochgeladen von Daniel Montanus (Redakteur)

damo Friesenhagen. Windkraftgegner gibt es viele, und ihre Motivation ist höchst unterschiedlich. Die einen wollen bloß keine Windräder vor der eigenen Haustür, die anderen verweisen den Klimawandel ins Reich der Fabel, die nächsten halten Atommeiler für die bessere Lösung, manche argumentieren mit dem Artenschutz – die Schnittmenge ist oft nur die ablehnende Haltung gegenüber Windenergieanlagen. Auch die BI Wildenburger Land ist natürlich nicht homogen – und doch schärft sie immer mehr ihr inhaltliches Profil: Sie will deutlich machen, dass die Gesellschaft in Zeiten des Klimawandels und eines rasanten Artensterbens nicht einfach so weiter machen kann und darf.

damo Friesenhagen. Windkraftgegner gibt es viele, und ihre Motivation ist höchst unterschiedlich. Die einen wollen bloß keine Windräder vor der eigenen Haustür, die anderen verweisen den Klimawandel ins Reich der Fabel, die nächsten halten Atommeiler für die bessere Lösung, manche argumentieren mit dem Artenschutz – die Schnittmenge ist oft nur die ablehnende Haltung gegenüber Windenergieanlagen. Auch die BI Wildenburger Land ist natürlich nicht homogen – und doch schärft sie immer mehr ihr inhaltliches Profil: Sie will deutlich machen, dass die Gesellschaft in Zeiten des Klimawandels und eines rasanten Artensterbens nicht einfach so weiter machen kann und darf. Vermeintlich grüne Technologien, so das Credo der BI, werden die drängenden Probleme nicht lösen – dazu müssen ganz andere Wege beschritten werden.

Und in diesen inhaltlichen Kontext passt auch die neue Aktion der BI: Seit einigen Tagen stehen vielerorts im Wildenburger Land leuchtend gelbe Schilder, die auf das Landschaftsschutzgebiet hinweisen und gleichzeitig dazu aufrufen, dieses wertzuschätzen und zu erhalten. Gut 50 dieser auffälligen Schilder hat die BI schon unters Volk gebracht, die nächsten 40 sind im Druck – mit anderen Worten: Es wird nicht mehr lange dauern, bis vielerorts auf Privatgrundstücken auf die Bedeutung des Landschaftsschutzgebiets hingewiesen wird.

Aber damit nicht genug: „Es kann nicht damit getan sein, Schilder aufzustellen“, erklärt BI-Sprecher Udo Otterbach. Denn die BI will mehr: Sie will einen Denkanstoß geben, sie will die Menschen dazu bringen, ihr eigenes Verhalten, ihren eigenen Konsum zu reflektieren.

Um diese Gedanken ins Rollen zu bringen, wird die Schilder-Aktion flankiert, und zwar in erster Linie von Flugblättern. 1000 Stück hat die BI in Friesenhagen verteilt. Darin erteilt sie – natürlich – dem Altus-Projekt „Windpark Steeg“ eine klare Abfuhr. Aber sie liefert eben auch viele Gründe, die über Partikularinteressen wie den drohenden Wertverlust der eigenen Immobilie oder störenden Schattenwurf hinausgeht. So heißt es im Flyer unter anderem: „Windkraftanlagen sind nicht Teil der Lösung, sondern bedeuten eine Verschärfung des Problems. Statt unseren sogar noch steigenden Energiebedarf mit sogenannten sauberen Technologien substituieren zu wollen, müssen wir unsere Lebensweise erkennbar verändern.“

Und so verknüpft die BI die Schilderaktion mit einer klaren Aussage, mehr noch: Sie verbindet die Schilder auch mit einer Selbstverpflichtung für alle, die sie aufstellen. „Wir, die diese Schilder aufstellen, erklären, dass wir den Zusammenhang zwischen Lebensstil und Natur- und Landschaftsverbrauch erkannt haben und uns fortan zu einem zunehmend verträglicheren Lebensstil verpflichten“, heißt es auf den Flugblättern. Zugleich soll das Aufstellen der Schilder auch ein Bekenntnis zu einer (Orts-)Politik sein, die den schützenswerten Lebensräumen Rechnung trägt und Schaden von ihnen abwendet. Und: Wer die Schilder aufstellt, unterstreicht damit seine Bereitschaft, sich in eine Diskussion um „die grundsätzliche Ausrichtung der Ortsgemeinde“ einzubringen.

Nun wissen die beiden BI-Sprecher Christoph Gehrke und Udo Otterbach natürlich auch, dass die mittlerweile 650 Mitglieder der BI keineswegs allesamt Naturschützer sind. Und auch, dass manchen von ihnen die politischen Aussagen zu weit gehen. Aber: „Schon dann, wenn die Leute über diese Aussagen diskutieren, haben wir etwas erreicht“, meint Otterbach.

Diesen Prozess sieht Christoph Gehrke bereits in vollem Gang: Durch die Fridays-for-Future-Bewegung, aber auch durch die beiden Dürre-Sommer seien viele Menschen ins Nachdenken gekommen, und das spiegele sich auch innerhalb der BI wieder. So sei zum Beispiel der BI-Stammtisch zunehmend von Fragestellungen beherrscht, die eben größere Zusammenhänge zum Inhalt haben – und nicht „nur“ die sieben geplanten Windräder bei Steeg.

Und diese Überlegungen will die BI nicht nur mit den Schildern und den Flyern befeuern: So ist schon jetzt geplant, an Veranstaltungen wie „Landschaft unter Druck“ oder den Infoabend mit Postwachstumsökonom Niko Paech anzuknüpfen. Im Frühjahr soll eine weitere Veranstaltung folgen; denkbar ist, dass dabei wirklich praktische Fragen in den Vordergrund rücken: Was kann jeder einzelne tun, um falschen Entwicklungen entgegenzuwirken?

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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