Exodus auf dem Molzberg

Dieses Schild hat bald ausgedient: Sowohl der TÜV als auch die Firma „proRZ“ werden den Molzberg verlassen.  Foto: thor
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thor Kirchen. Herber Rückschlag für den Wirtschaftsstandort Kirchen: Mit der TÜV-Akademie und der Firma „proRZ“ verliert das Gebäude der Strukturentwicklungsgesellschaft (SEK) der Verbandsgemeinde auf dem Molzberg seine beiden wichtigsten Mieter. Gerade „proRZ“ war so etwas wie das Aushängeschild: Als sich die IHK vor zwei Jahren mit ihrem Berufsbildungszentrum vom Molzberg verabschiedet hatte, waren die Rechenzentrumsspezialisten buchstäblich in die Bresche gesprungen und hatten – ohnehin schon im Gebäude ansässig – weitere Räume übernommen. Noch im Oktober vergangenen Jahres hatte der geschäftsführende Gesellschafter Ralf Siefen angesichts der Übergabe eines neuen Rechnerraums im Kirchener Rathaus darüber spekuliert, ob sein Unternehmen angesichts eines strammen Wachstumskurses nicht noch weitere Flächen anmieten werde.

Eben dieses Wachstum hat nun dazu geführt, dass „proRZ“ Kirchen den Rücken kehren wird, wie Siefen im Gespräch mit der SZ erläuterte. Die Geschäftsfelder seien auch in diesem Jahr konsequent ausgedehnt worden, zuletzt habe man eine österreichische Firma gekauft. Seit 1. Juli gibt es nach Angaben von Siefen die „rz-Group“, eine Art Holding, unter deren Dach fünf Firmen mit rund 100 Mitarbeitern vereint sind. „Wir sind sehr gesund unterwegs, suchen permanent neue Mitarbeiter, haben tolle Aufträge und jetzt schon ein gutes Fundament für das nächste Jahr“, sagte der Geschäftsführer.

Immerhin: „proRZ“ bleibt der Region erhalten. Bereits Anfang September erfolgt der Umzug in alte Hallen der Schäfer-Werke nach Betzdorf. Dort werde man zwei komplette Etagen beziehen und besitze auch die Möglichkeit zur Erweiterung, erzählte Siefen, der großen Wert auf das Stichwort „Standorttreue“ legt, zumal viele Mitarbeiter aus der Umgebung kommen. Zwar habe man auch mit den Verantwortlichen in Kirchen Gespräche geführt, doch habe man hier leider nichts Adäquates anbieten können. Gleichwohl sei die Zusammenarbeit mit der Verwaltung immer hervorragend gewesen.

Von Seiten des TÜV Rheinland konnte man noch keine Aussagen zu den Gründen des Wegzugs machen, da sich der zuständige Niederlassungsleiter noch im Urlaub befindet.

Wirtschaftsförderer Werner Becker weiß sehr wohl, was der Verlust der beiden Firmen bedeutet und spricht deshalb auch unverblümt von einer „Schwächung des Standorts“. Der Anfang sei bereits durch den „nicht vertragsgemäßen“ Rückzug der IHK gemacht worden. Das entscheidende Problem dürfte sein, dass es in der Region, auch in Kirchen selbst, einen großen Überhang an freien Büroflächen gibt. Insofern sieht Becker derzeit erhebliche Schwierigkeiten bei einer neuen Vermarktung. Als Nutzer verbleiben zunächst ein Ein-Mann-Betrieb, die Freizeitbad Molzberg GmbH und die der neuen „TIME“ angeschlossenen Transfer-Technologie-Agentur.Der Wirtschaftsförderer stellte klar, dass die IHK noch bis Mitte nächsten Jahres zu Mietzahlungen verpflichtet sei. Mittelfristig denkt Becker über eine komplett andere Nutzung des Gebäudes nach. Durch die unmittelbare Nachbarschaft zum neuen Bad könnten sich hier Einrichtungen aus den Bereichen Fitness, Therapie und Reha ansiedeln. Trotz des Rückschlags: Den Kauf des Gebäudes durch die SEK bereut Becker nicht: „Dazu war und ist es viel zu wertvoll, um es ungenutzt zu lassen.“

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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