Fa. Klein: Mit Bescheidenheit und Kundennähe zum Erfolg

CDU-Vorstand zu Gast bei einem Vorzeigeunternehmen

ruth Wehbach. Die Geschichte der Firma Klein Abwasser- und Schlammtechnik ist eine Erfolggeschichte. Nach turbulentem Start im Jahr 2002 befindet sich das Unternehmen heute in der glücklichen Lage, strategisch denken zu können, »bisher mussten wird taktieren«, freut sich Geschäftsführer Dr. Manfred Tomalla, der gestern Abend den Vorstand des CDU-Kreisverbandes Altenkirchen zu Gast hatte. Dr. Josef Rosenbauer dankte im Namen seiner Parteifreunde Dr. Tomalla, der Erfreuliches zu berichten hatte, für die Einladung.

So konnte die Firma Klein Abwasser- und Schlammtechnik den Umsatz von 2004 bis 2005 verdoppeln. Die Bücher weisen rund 10 Mill. Euro aus. Fast im Gleichschritt hat sich die Zahl der Mitarbeiter erweitert: von 20 auf heute nunmehr 39 Mann. Der Auftragsbestand reicht locker aus, um das laufende Jahr abzudecken, sagt Dr. Tomalla, und man merkt ihm an, dass er sich um 2007 auch keine Sorgen macht.

Klein operiert weltweit und das nicht zu Dumpingpreisen. »Wir können nicht billig und wollen nur gut«, umschreibt Dr. Tomalla die Firmenphilosophie. Saudiarabien, die russische Föderation und Irland sind zurzeit die Länder, die Klein beliefert. Den größten Teil des Umsatzes erwirtschaftet das Unternehmen mit seinen Bandtrocknern, die meistens zur Trocknung von Klärschlamm eingesetzt werden. Sie helfen, den Klärschlamm handhab- und transportierbar und als Brennstoff oder Dünger einsetzbar zu machen.

Dabei werden in Deutschland vor allem Trockner eingesetzt, die mit Abwärme trocknen und deshalb äußerst günstige Betriebskosten aufweisen können. In warmen Länder wie beispielsweise in der Toskana in Italien reicht schon die vorhandene natürliche Warmluft aus. Eine besonders innovative Technik hat Klein nach Österreich geliefert. Dort werden die Trockner mit Abgasen eines Motors betrieben, der die in der Region Tirol gesammelten Speisefett-Reste aus dem Hotel- und Gaststättengewerbe nutzt und daraus Strom erzeugt.

Im Ausland wird oft noch auf den Primärenergieträger Erdgas oder Erdöl zur Beheizung gesetzt. Dort will man vor allem den riesigen Schlamm-Mengen Herr werden, die zum Teil beträchtliche Umweltprobleme verursachen. »Eine Stadt von der Größe Siegens erzeugt eine Schlamm-Menge von ca. 13000 m3, das sind etwa 650 Lkw-Ladungen bzw. pro Tag ein Zug mit drei Mulden, jeweils bis zum Rand gefüllt mit Klärschlamm. Die Schlamm-Menge ist aber auch nur deshalb so gering, weil in Siegen wie in ganz Deutschland moderne Techniken der Schlammbehandlung zum Einsatz kommen. Der Schlamm wird im Faulturm zur Biogas-Erzeugung genutzt und anschließend mechanisch entwässert. Sonst wäre die Menge zehnmal so groß«, erläutert Dr. Tomalla die Vorgehensweise und ergänzt: »Mit unseren Produkten werden die Klärschlamm-Mengen reduziert, und es entsteht ein handhabbares Wirtschaftsgut.«

Besonders stark ist Klein in Deutschland, Polen und im Mittleren Osten. Wachsendes Interesse kommt jedoch auch aus Frankreich, Großbritannien, Irland und China. Besonders stolz ist Dr. Tomalla auf die Wertschöpfung, die »sein« Unternehmen erzielt. »Rund 25 Prozent des Umsatzes bleibt im Tal«, versichert der Geschäftsführer und meint damit die Zulieferer, die von Kreuztal bis Koblenz reichen. In Wehbach wird zusammengeschraubt und montiert, was in der Region produziert wird. Auf Kleins Trockenpressen darf noch zu Recht »Made in Germany« stehen. Dank der jahrelangen Erfahrungen in der Klärschlammbehandlung ist es auch Firmen im fernen Osten noch nicht gelungen, Kleins Technik erfolgreich zu kopieren.

Die ursprünglich nur zur Hälfte angemieteten Ermert-Hallen nutzt Klein mittlerweile komplett. Die Verwaltung sitzt in einer von der Gemeinde angemieteten Immobilie zwischen Schwimmbad, Schützenheim und Sportplatz. Auch hier bleibt man bei Kleins bescheiden. Die Räume sind nicht unbedingt repräsentativ, dafür funktional. »Lieber ein bisschen Understatement, das kommt bei den Kunden gut an«, so Dr. Tomalla. »Kundennähe und das Verständnis für unsere Kunden, daraus schöpfen wir das Vertrauen. Und das macht uns so stark«, endet der Geschäftsführer seinen Exkurs und bittet seine Gäste in die Montagehalle, um ihnen zwei Siebbandpressen zu zeigen, die in Kürze ausgeliefert werden. Tief beeindruckt applaudieren die Politiker. Firmen solchen Kalibers hätte man gern mehr.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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