Facettenreiche Hobbykunst

Ausstellung in der Villa Kraemer offenbarte viele Talente

rai Kirchen. Wie facettenreich Hobbykunst ist, zeigte gestern der 1. Hobbykünstlermarkt in der Villa Kraemer in Kirchen. »Es wird ein breites Spektrum geboten. Es ist schon getragenere Kunst«, freute sich auch Hobbymalerin Susanne Schneider, zugleich Sprecherin des veranstaltenden Agenda-Arbeitskreises »Jugend-Familie-Kultur«, bei der Vernissage. In der Tat: Von Gemälden über Kalligrafie und Holzintarsien-Arbeiten bis zu Häkeleien und Teddybären reichte die Palette der Exponate.

Etwas Besonderes waren nicht zuletzt die lebensgroßen Plastiken, die Jürgen Zöller aus Kirchen auf dem Rathausplatz postiert hatte. »Die schöne Afrikanerin« balancierte auf ihrem Kopf eine Blumenschale, während »Kalle der Betriebselektriker« auf einem alten Fahrrad daher kam. Und bei dem ebenfalls stählernen Dackel in verspielter Haltung wartete man förmlich darauf, dass der Hund jeden Moment mit der Rute wackelt. Die Plastiken sind alle mit Werkzeugen wie Winkelschleifer, Bohrmaschine und Schweißgerät aus Metallresten entstanden.

Angefangen hatte alles vor eineinhalb Jahren mit »Paulchen in der Pause«, der ebenfalls gestern zu sehen war. Inspiriert vom Wettbewerb »Unser Dorf soll schöner werden« in Brachbach hatte für den 40-jährigen Zöller festgestanden: »Dazu trägst du auch was im eigenen Umfeld bei.« Das Ergebnis der ersten künstlerischen Handwerksarbeit war die kopflose Figur »Der Hirnlose«, die inzwischen (mit Kopf) zu »Paulchen in der Pause« wurde. Die lustigen Figuren sind nicht nur ein Blickfang, sondern übernehmen bisweilen auch funktionale Aufgaben. Beispielsweise eine überdimensionale, stilisierte Edelstahl-Heuschrecke mit eingebauter Lampe. »Primitiv, aber nützlich«, meint der 40-Jährige. Bewusst lässt er das Metall unbehandelt und gibt es damit der Korrosion frei, »weil das die Vergänglichkeit darstellt.«

Erstmals stellte Zöller gestern öffentlich aus. Hierzu bot der Hobbykünstlermarkt ein adäquates Forum. »Schauen, staunen und kommunizieren«: Dazu ermutigte Susanne Steiner die Besucher bei der Eröffnung. Denn: »In den heutigen wirren Zeiten« müsse der Dialog zwischen den Menschen gepflegt werden. Und dazu soll auch die Villa Kraemer als Begegnungstreff beitragen (die SZ berichtete).

Aber auch die Kunstwerke selbst luden den Betrachter zum Dialog ein. So die abstrakte Malerei, unterlegt mit besinnlich-meditativer Musik vom Band, von Bernhard Klein (Wingendorf), zugleich Mitglied im Arbeitskreis. Filigrane Klöppelarbeit führte Regina Schuhen (Kirchen) gleich an Ort und Stelle vor, während Rosemarie Stinner (Kirchen) unter ihren Häkelarbeiten u.a. maßstabsgetreue Osterglocken präsentierte. Von Marionetten wie Pippi Langstrumpf und Witwe Bolte aus der Bastelwerkstatt von Hannelore Runkel (Kirchen) bis zu fast fotorealistischen Gemälden, die u.a. Walter Howe (Niederfischbach) ausstellte, und Holzsägearbeiten und Schnitzereien öffnete der Hobbykünstlermarkt eine Schmuckschatulle, in der sich die Vielfalt an künstlerischen Freizeitbeschäftigungen widerspiegelte.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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