Fenster in die Vergangenheit geöffnet

Neue Ausgabe des »Heimatblattes« des Kirchener Heimatvereins erschienen

sz Kirchen. Zum Jahreswechsel ist eine neue Ausgabe des vom Kirchener Heimatverein herausgegebenen »Heimatblattes« erschienen. Die bei Heimatfreunden beliebte Schrift umfasst diesmal 24 Seiten. Sie wird in Kirchen und Wehbach in Geschäftsstellen der Banken und örtlichen Zeitschriftenläden sowie in der Buchhandlung Sarrazin in Betzdorf zum Stückpreis von 2 Euro angeboten.

Zwei Autorinnen und sieben Autoren verfassten Beiträge für die jüngste Ausgabe des »Heimatblattes«. Sie sind überwiegend heimatgeschichtlichen Inhalts und öffnen gleichsam Fenster zu kaum noch bekannten Geschehnissen vergangener Zeiten.

Auf der Titelseite ist ein Foto mit der Filialkirche Maria Himmelfahrt in Katzenbach zu sehen, die in diesem Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum feiern kann, Gisela Morgenschweis schildert die beim Bau des Gotteshauses in ihrem Heimatdorf aufgekommene Aufbruchsstimmung und würdigt die enormen Leistungen der Katzenbacher Dorfgemeinschaft für ihre Kirche über 50 Jahre hinweg. Heinz Stoessel und Pfarrer i.R. Hans Fritzsche, beide bewährte Verfasser heimatgeschichtlicher Werke, nehmen die Leser mit zu Rundwanderungen in und um Kirchen. Heinz Stoessel beginnt dabei seinen »Spaziergang durch Kirchen« auf dem Kirchplatz bei der Lutherkirche, steigt zur Einmündung Hauptstraße/Baumschulweg hinab und gelangt durch den unteren Baumschulweg und die Wiesenstraße mit »Inken« über die Hauptstraße zurück zum Ausgangspunkt. Dabei erinnert er an längst verschwundene Bauten und flechtet Anekdoten über ihre früheren Bewohner ein.

Charakterisiert werden musste dabei auch das »Kirchener Original« Wilhelm Kempf, der über den Ort hinaus als »Generalobertreiber« bekannt war. Pfarrer i.R. Hans Fritzsche gibt bei seinem Rundgang »Am Alexander« Impressionen wieder und geht u.a. ausführlich auf die einstige Bedeutung der Kobaltgrube »Alexander« und den Besuch des berühmten Naturforschers Alexander von Humboldt im Jahr 1794 in Kirchen ein. Die bewaldete Bergkuppe und die einstige Grube auf der anderen Siegseite gegenüber dem heutigen Elisabeth-Krankenhaus sind nach ihm benannt worden.

Henning Plate erzählt die tragische Geschichte einer in seinem Besitz befindlichen alten Grubenlampe mit der Nummer 109. Er hatte diese von seinem Onkel geschenkt bekommen, dem sie auf der früheren Grube »Glücksbrunnen« bei Tüschebachsmühle allerdings kein Glück gebracht hatte. Seine Schwester Liane Klein geb. Plate, heute in Udert im Westerwald wohnhaft, lockert die Fülle der historischen Abhandlungen mit dem Gedicht »Alant, kennst du Alant?« auf.

Mit der Sorgfalt des geschulten Historikers hellt Vereinsmitglied Prof. Dr. Thomas A. Bartolosch einen bisher in der Heimatliteratur nicht verzeichneten Konflikt des Weißgerbers und Wasenmeisters Johann Peter Wiltraudt mit dem wohlhabenden Kirchener Baumwollfabrikanten, den Gebr. Jung, auf. Der greise Weißgerber, der im Bereich der heutigen Bushaltestelle »Langs Ecke« zwei alte Gebäude besaß, konnte vor rund 180 Jahren verhindern, dass diese für den begonnenen Bau der Provinzialstraße Kirchen-Olpe abgerissen wurden, zu dem die wohlhabenden Gebr. Jung nichts von ihrem herrschaftlichen Obstgarten abtreten wollten.

Umfangreiche Nachforschungen musste auch Hubertus Hensel für seinen Artikel »Die katholische Arbeiterbewegung in Kirchen und Umgebung« anstellen, die im Jahr 2003 auf ihr 100-jähriges Bestehen zurückblicken kann. Ein von Anneliese Wirths, Wehbach, zur Verfügung gestelltes Foto mit Wehbacher Musikern erinnert an das Wingendorfer Lichtfest 1927. Otto Wellnitz hat hierzu recherchiert und dabei erfahren, dass einige Wingendorfer Haubergsgenossen sich damals im Stile mancher heutiger Atomkraftgegner gegen den Anschluss an das elektrische Stromnetz gesträubt hatten.

Auf der vorletzten Seite berichtet Werner Panthel über Besuche der hochbetagten Dr. Eleonore Stein (Bonn), die ihm für das Kirchener Heimatmuseum wertvolle Dokumente über in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach Mexiko ausgewanderte Mitglieder der Kirchener Familie Stein übergab.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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