Filigranarbeit am OP-Tisch

Dr. Düber ist ein Spezialist der »Schlüsselloch«-Chirurgie

sz Kirchen. Feine Stiche statt großer Schnitte. Ein Vorteil der so genannten »minimalinvasiven« oder auch »Schlüsselloch-Chirurgie«. Operiert wird mit Hilfe winziger Instrumente, eingeführt durch den Bauchnabel des Patienten. Dr. Joachim Düber gehört zu den Spezialisten auf diesem Gebiet in Deutschland. Der Chefarzt der Chirurgie im Elisabeth-Krankenhaus operiert nach dieser Methode nicht nur Erwachsene, sondern auch Säuglinge und Kinder.

Mit bloßem Auge sind seine Instrumente kaum zu erkennen. Schere und Nadelhalter messen gerade einmal 2 Millimeter. Fast so groß wie ein Streichholz. Der Chirurg führt bei der Operation eine Hülse von 5 Millimetern Durchmesser über den Bauchnabel in die Bauchdecke ein. Am Ende der Hülse ist eine Minikamera angebracht, mit deren Hilfe er die Operation via Bildschirm vornehmen kann. Auch die Instrumente werden über zusätzliche Hülsen in die Bauchhöhle eingeführt. Die Einstiche sind vergleichbar mit einer Blutabnahme. »Der Vorteil dabei ist, dass die Wundflächen deutlich kleiner sind als bei einer herkömmlichen, offenen Operation«, erklärt Dr. Düber. Anstelle von Narben erinnert später lediglich ein Heftpflaster an den Eingriff. »Hinterher ist fast nichts mehr zu sehen.«

Bei Erwachsenen wird nach der »minimalinvasiven Chirurgie« bereits seit gut 15 Jahren operiert. Bei Säuglingen und Kindern dagegen erst seit wenigen Jahren. Allerdings nur in rund 15 Kliniken bundesweit. Dazu gehört auch das Elisabeth-Krankenhaus. Seit 1999 ist Dr. Düber Chefarzt der Chirurgischen Abteilung der Klinik. Gelernt hat der 44-Jährige diese spezielle Methode vor einigen Jahren im Rahmen einer Hospitation bei Prof. Dr. Felix Schier vom Klinikum der Friedrich-Schiller-Universität in Jena, dem Vorreiter auf diesem Gebiet in Deutschland.

Durchs »Schlüsselloch« operiert Dr. Düber im Elisabeth-Krankenhaus Kinder an der Galle, am Blinddarm, bei Leistenbrüchen oder Verwachsungen. Seine Erfahrungen gibt der Chirurg weiter, z.B. auf Fortbildungsveranstaltungen des Elisabeth-Krankenhauses, wie jüngst im Hotel Bähner in Niederfischbach.

In welchen Fällen er zu den Mini-Operationsbestecken greift, »hängt von der Indikation«, also vom Krankheitsbild, ab. Zu »100 Prozent« kommt die »minimalinvasive« Methode bereits bei der diagnostischen Bauchspiegelung zum Einsatz. Worin unterscheiden sich das ältere und das neue Operationsmodell? Bei einer herkömmlichen, offenen Operation hat der Chirurg vor Augen, was er tut. Bei einer Operation nach der »Schlüsselloch-Methode« dagegen »arbeitet man nur mit den Instrumenten in der Tiefe«, erläutert Dr. Düber. Via Bildschirm eben. »Das ist deutlich schwieriger.« Denn die räumliche Dimension fehlt. Das Arbeitsfeld ist klein, besonders bei Kindern. »Man muss sehr feine Bewegungen machen.« Mit Hilfe der Minikamera kann sich der Operateur die gesamte Bauchhöhle des kleinen Patienten ansehen. »Dabei kann der Chirurg eventuell Befunde entdecken, die er ansonsten nicht gesehen hätte.«

Der neuen Methode gehört die Zukunft, glaubt Dr. Düber. »Ich denke schon, wenn man sich die Entwicklung bei den Erwachsenen ansieht. Anfang der 90er Jahre wurde ein Patient noch offen an der Gallenblase operiert. Das ist heute schon die Ausnahme.«

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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