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Nicht auf die Politik gewartet
Firma Pitthan ist Vorreiter bei Corona-Tests

Für das SZ-Foto wurde der Test ausnahmsweise einmal nicht im Container gemacht. Pitthan-Mitarbeiterin Stella Moosakhani demonstriert hier, was im Wehbacher Unternehmen mittlerweile Alltag ist. Geschäftsführer Christoph Schlate (r.) und Kaufmännischer Leiter Jan Möbus haben früh umfangreiche Schutzmaßnahmen installiert.
  • Für das SZ-Foto wurde der Test ausnahmsweise einmal nicht im Container gemacht. Pitthan-Mitarbeiterin Stella Moosakhani demonstriert hier, was im Wehbacher Unternehmen mittlerweile Alltag ist. Geschäftsführer Christoph Schlate (r.) und Kaufmännischer Leiter Jan Möbus haben früh umfangreiche Schutzmaßnahmen installiert.
  • Foto: Thorsten Stahl
  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

thor Wehbach. Wer derzeit bei der Firma Pitthan im Homeoffice arbeitet, muss das eigentlich als Strafe empfinden. Das mag mit fehlenden sozialen Kontakten zu tun haben, mehr aber noch mit einem Arbeitsumfeld, das so in der Region nur selten anzutreffen ist. Mit dem Umzug des Unternehmens vom alten Friedrichshütten-Areal auf das ehemalige Grundstück des Wehbacher Freibads wurden im Bürogebäude neue Standards bei der Kombination von Arbeitsplatz und Wohlfühlatmosphäre gesetzt. Es sollten nicht die einzigen bleiben.

So können die Verantwortlichen bei Pitthan über die Beschlüsse zur Testpflicht für Unternehmen und die darüber entbrannten Diskussionen nur müde lächeln (SZ berichtete) – im Betrieb können die Mitarbeiter dieses freiwillige Angebot schon seit knapp vier Wochen nutzen.

thor Wehbach. Wer derzeit bei der Firma Pitthan im Homeoffice arbeitet, muss das eigentlich als Strafe empfinden. Das mag mit fehlenden sozialen Kontakten zu tun haben, mehr aber noch mit einem Arbeitsumfeld, das so in der Region nur selten anzutreffen ist. Mit dem Umzug des Unternehmens vom alten Friedrichshütten-Areal auf das ehemalige Grundstück des Wehbacher Freibads wurden im Bürogebäude neue Standards bei der Kombination von Arbeitsplatz und Wohlfühlatmosphäre gesetzt. Es sollten nicht die einzigen bleiben.

So können die Verantwortlichen bei Pitthan über die Beschlüsse zur Testpflicht für Unternehmen und die darüber entbrannten Diskussionen nur müde lächeln (SZ berichtete) – im Betrieb können die Mitarbeiter dieses freiwillige Angebot schon seit knapp vier Wochen nutzen. Der eigens dafür eingerichtete Test-Container ist zwar nicht ganz so stylish wie das Verwaltungsgebäude, erfüllt seinen Zweck aber zu 100 Prozent.

Zusätzliche Fahrzeuge für Monteure

„Wir haben uns schon sehr früh mit Corona-Schutzmaßnahmen beschäftigt“, sagt Geschäftsführer Christoph Schlate. Bereits in der ersten Phase der Pandemie seien die Mitarbeiter zügig mit Masken und Desinfektionsmittel ausgestattet worden. Es seien sogar zusätzliche Firmenfahrzeuge gekauft worden, damit die Monteure sich besser aufteilen können. Auch Pausen auf Baustellen wurden anders aufgeteilt, um die Kontakte zu minimieren. Maximal drei Personen sollten sich so noch in den Containern aufhalten.

Das alles sei in enger Abstimmung mit der gesamten Calvias-Gruppe erfolgt, zu der die Elektrotechnik-Spezialisten aus Wehbach seit einiger Zeit gehören. Dank Sammelbestellungen und der notwendigen Beziehungen verfügte man auch vor vielen anderen Einrichtungen über FFP2-Masken.
Und natürlich gehört auch das eingangs erwähnte Homeoffice dazu. Inzwischen arbeitet in der Verwaltung jeder Zweite von zu Hause aus, so der Kaufmännische Leiter Jan Möbus, der viele Maßnahmen koordiniert. Zusätzlich wurden Konferenzräume umgewandelt. Das Ergebnis: „In jedem Büro sitzt nur noch ein Mitarbeiter“, so Möbus. „Ich denke, wir sind da komplett Vorreiter gewesen.“

Reaktionen nicht nur positiv

Die Reaktionen seien dabei nicht immer positiv gewesen, gerade auch unter Unternehmer-Kollegen, erzählt Schlate mit Verweis auf den Aufwand: „Wir sind auch belächelt worden.“ Doch darauf gibt der Pitthan-Geschäftsführer nichts, denn durch die getroffenen Entscheidungen sieht er sich bestätigt: Unter den 120 Beschäftigten hat es gerade mal drei Infektionen gegeben – allesamt auf private Kontakte zurückzuführen. „Wir wollen uns im Nachhinein nichts ankreiden lassen“, ergänzt Möbus. Wobei es selbstverständlich auch erklärtes Ziel ist, die eigene Produktivität zu erhalten. Mittlerweile ist die Akzeptanz aber überall gestiegen: Schlate berichtet von einer Großbaustelle in Köln, an der Pitthan beteiligt ist. Die drei im Bau befindlichen Bürotürme seien strikt voneinander getrennt.

So war das Testangebot nur eine Konsequenz aus den bisher eingeleiteten Maßnahmen. Schon früh wurden bei Pitthan die Projektleiter (mit vielen Kundenkontakten) regelmäßig PCR-Tests unterzogen. Im Zuge der Schnelltests ist das jetzt umgestellt worden. Als diese in ausreichender Zahl verfügbar waren, schlug die Calvias-Gruppe erneut zu.

"Bereitschaft ist sehr hoch"

In Wehbach war der Container schnell eingerichtet. Einmal pro Woche kann sich jeder Freiwillige das inzwischen berühmt-berüchtigte Stäbchen in den Rachen schieben. Immer nur eine Person darf sich in dem Raum aufhalten, der Nachfolger bestätigt dann per Unterschrift das Ergebnis des Vorgängers. 90 Prozent, so Schlate und Möbus, machten von dem Angebot Gebrauch. „Die Bereitschaft ist sehr hoch.“ Wie gesagt: All das passierte, als in Berlin das Thema noch auf Sparflamme gekocht wurde.

Ganz klar: Das Ganze ist auch ein Kostenfaktor: Das Wehbacher Unternehmen zahlt knapp 4 Euro pro Schnelltest. So kommt man in der Woche schnell auf 400 Euro. Deshalb aber zu lamentieren oder gar darauf zu verzichten, ist für Schlate kein Thema: Denn die Schnelltests dienten eben nicht nur der eigenen Leistungsfähigkeit, „sie sind auch ein Beitrag für die Allgemeinheit“.

Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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