»Fit in die Lehre« geht an den Start

IHK bietet ab September speziellen Unterricht an/Deutsch, Mathe und Sozialkompetenz

sz Kirchen. Immer mehr Betriebe in der Region klagen über ungeeignete Lehrstellenbewerber und können deshalb ihre Lehrstellen nicht besetzen. Nach einer Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz machte mehr als die Hälfte der Unternehmen diese Erfahrung, in der Gastronomie waren es sogar über 70 Prozent. Die Reaktion der Betriebe: Sie senken die Anforderungen an die Jugendlichen – laut IHK-Umfrage verhält sich fast jeder dritte betroffene Betrieb so – oder stellen keine Auszubildenden ein.

Um hier gegenzusteuern und die Eignung von Jugendlichen für eine Berufsausbildung zu verbessern, hat die IHK das Modell »Fit in die Lehre« entwickelt. Es soll den Schulabgängern helfen, den schwierigen Übergang von der Schule in den Beruf zu meistern. Dies geschieht durch Vermittlung von Basisqualifikationen unter Berücksichtigung wichtiger Schlüsselkompetenzen – insbesondere Deutsch und Mathe stehen auf dem Programm.

»Bei unserem Modellversuch geht es im Kern um die Verbesserung von Grundkenntnissen und Fertigkeiten, um Sozialverhalten sowie Grundhaltungen und Einstellungen, die für Arbeit und Beruf wichtig sind. Und das erwartet die Wirtschaft auch von den Schulabgängern«, fasst IHK-Vizepräsident Uwe Reifenhäuser das Ziel des Modells zusammen. Zudem appelliert er an die Unternehmen im Kreis Altenkirchen, auch in diesem Jahr möglichst viele Lehrstellen anzubieten. »Jeder Jugendliche muss eine Chance für eine Ausbildung bekommen. Und diejenigen, bei denen es mit den Schulnoten hapert, müssen die Chance haben, durch eine Art Nachhilfe sich das nötige Wissen noch anzueignen«, sagt Reifenhäuser.

Der IHK-Vizepräsident empfiehlt den Ausbildungsbetrieben, diese Instrumente bei ihrer Einstellungsplanung für Lehrlinge zu berücksichtigen und hofft, dass viele Unternehmen diesen Jugendlichen eine solche Chance geben und damit die Zahl der Ausbildungsverträge insgesamt wächst.

Bildung nicht zum Nulltarif

In diesem Zusammenhang betonte Reifenhäuser, dass das IHK-Präsidium für die Durchführung des Modellversuches 200000 Euro bereit gestellt habe. Die Maßnahme sei keine »Eintagsfliege«, sondern werde in den nächsten Jahren fortgesetzt. »Ganz umsonst jedoch sollen die Jugendlichen nicht teilnehmen können, denn Bildung gibt es nicht zum Nulltarif. Einen Euro pro Stunde sollten sie selbst von ihrem Taschengeld beisteuern.«

Das Modell wendet sich konkret an zwei Zielgruppen: Die erste Zielgruppe sind die Jugendlichen, die noch auf der Suche nach einer Lehrstelle sind. Sie sollen für Bewerbergespräche und für die Anforderungen an eine Berufsausbildung fit gemacht werden. Nach Einstiegstests, bei denen besondere Fähigkeiten und Fertigkeiten, aber auch Lücken ermittelt werden, erfolgt eine gezielte Ausbildung und Festigung von Basiskenntnissen – in Kursen werden Rechnen, Deutsch und darin integriert Sozialkompetenz vermittelt. Die zweite Zielgruppe sind Lehrlinge, die schon einen Ausbildungsvertrag in der Tasche haben und im Herbst die Ausbildung beginnen oder bereits im ersten Ausbildungsjahr sind. Diesen Auszubildenden bietet die IHK für die selben Themenfelder ebenfalls Kurse in Abend- und Wochenendkursen an.

IHK-Bezirksstellengeschäftsführer Manfred Schell appelliert an die Schulabgänger, die auf Grund ihrer Noten noch keinen Ausbildungsplatz in der Tasche haben, das Angebot »Fit in die Lehre« in Anspruch zu nehmen. Die Jugendlichen sollten sich Zeit nehmen, in einem zehnwöchigen Lehrgang von insgesamt 30 Stunden mangelnde Kenntnisse in Mathe und Deutsch auszubügeln sowie mehr Sozialkompetenz zu erlangen.

Die Lehrgänge beginnen im September. Sie finden jeweils montags (Deutsch), dienstags (Mathematik für kaufmännische Berufe), mittwochs (Mathematik für technisch-gewerbliche Berufe) und donnerstags (Betriebliches Rechnungswesen für kaufmännische Auszubildende) von 17.30 Uhr bis 20 Uhr (je drei Unterrichtsstunden) in der IHK-Bezirksstelle Kirchen auf dem Molzberg statt; die Herbstferien sind unterrichtsfrei. Mehr Infos und ein kostenloses Faltblatt gibt es unter der Telefonnummer (02741) 959027.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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