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Kreisfeuerwehrverband tagt
Flutkatastrophe zeigt Schwachstellen im Katastrophenschutz

Klaus Schumacher und Ralf Schwarzbach wurden vom Kreisfeuerwehrverband geehrt (v. l.): Volker Hain, Daniel Fgreese, Klaus Schumacher, Ralf Schwarzbach und Dr. Peter Enders.
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  • Klaus Schumacher und Ralf Schwarzbach wurden vom Kreisfeuerwehrverband geehrt (v. l.): Volker Hain, Daniel Fgreese, Klaus Schumacher, Ralf Schwarzbach und Dr. Peter Enders.
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  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

rai Brachbach. Die Flutkatastrophe im Juli zog sich wie ein roter Faden durch die Delegiertentagung des Kreisfeuerwehrverbandes. So wurde noch einmal die Tragik deutlich, genauso aber die große Hilfsbereitschaft der Wehrleute aus dem AK-Land, die über Wochen im Einsatz waren. Vor allem aber wurde gefordert, Lehren aus der Katastrophe zu ziehen. „Das abgelaufene Jahr war eindeutig geprägt von der Hochwasserflut in Rheinland-Pfalz und NRW“, sagte Kreisvorsitzender Volker Hain. Aber auch die Einschränkungen in der Pandemie wurden thematisiert.
Feuerwehrdienst in der Pandemie55 Delegierte aus 41 Feuerwehreinheiten und zahlreiche Ehrengäste hatte Hain am Freitag in der Peter-Hussing-Halle in Brachbach begrüßt. 2019 hatte es das bislang letzte Präsenztreffen gegeben.

rai Brachbach. Die Flutkatastrophe im Juli zog sich wie ein roter Faden durch die Delegiertentagung des Kreisfeuerwehrverbandes. So wurde noch einmal die Tragik deutlich, genauso aber die große Hilfsbereitschaft der Wehrleute aus dem AK-Land, die über Wochen im Einsatz waren. Vor allem aber wurde gefordert, Lehren aus der Katastrophe zu ziehen. „Das abgelaufene Jahr war eindeutig geprägt von der Hochwasserflut in Rheinland-Pfalz und NRW“, sagte Kreisvorsitzender Volker Hain. Aber auch die Einschränkungen in der Pandemie wurden thematisiert.

Feuerwehrdienst in der Pandemie

55 Delegierte aus 41 Feuerwehreinheiten und zahlreiche Ehrengäste hatte Hain am Freitag in der Peter-Hussing-Halle in Brachbach begrüßt. 2019 hatte es das bislang letzte Präsenztreffen gegeben. Das Aushängeschild, die Stadt- und Feuerwehrkapelle Wissen (Leitung Christoph Becker), stimmte musikalisch ein. Der eingeschränkte Dienst in der Pandemie war Thema in den Reden, z. B. bei Brachbachs Ortsbürgermeister Steffen Kappes, selbst Feuerwehrmann. Für die Ortsbürgermeister dankte er, dass alle bei der Stange geblieben seien – und: „Es wurde sogar Nachwuchs generiert.“

Feuerwehr durchgehend einsatzbereit

Jede Feuerwehr habe unter Corona gelitten, sagte Kirchens Bürgermeister Andreas Hundhausen − aber die Einsatzbereitschaft sei stets sichergestellt gewesen. Beim Kampf gegen Corona habe die VG-Wehr Kirchen ein mobiles Testzentrum eingerichtet, treibende Kraft sei Kappes gewesen. 1200 Wehrleute mit 54 Fahrzeugen seien im Ahrtal gewesen, teils über Wochen. Das habe Spuren hinterlassen, betonte Hundhausen. Es habe sich gezeigt, wie wichtig die Notfallseelsorge ist. Er wiederholte seinen Appell, die Notfallseelsorge im Landkreis stärker in den Fokus zu nehmen. Die Schwachstellen im Katastrophenschutz hätten sich gezeigt: „Es wäre fatal, ja fahrlässig, wenn aus dieser Tragödien keine Lehren gezogen würden.“

Es sei noch zu früh, um Rückschlüsse zu ziehen, meinte Landrat Dr. Peter Enders, der an ein Positionspapier des Landkreises erinnerte. Es gehe um Schadensminimierung, Warnung und Sensibilisierung der Bevölkerung, den Aufbau eines kreisweiten Sirenensystems, um Starkregenvorsorge sowie die Verstärkung der Verwaltung und der technischen Einsatzleitung.

So viele Mitglieder wie lange nicht

Mit 1398 Frauen und Männern bewege man sich auf dem höchsten Stand seit Jahren, so Vorsitzender Hain. Dennoch: An manchen Standorten gebe es auch einen gewissen Personalmangel, und das nicht nur beim Tagesalarm, so Hain. Ein „weiteres brennendes Thema“ sei die Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutz-Akademie in Koblenz. Es gebe einen Ausbildungsstau, beklagte Hain. Er berichtete auch von den Aktivitäten des Kreisfeuerwehrverbandes im abgelaufenen Jahr, z.B. der Brandschutzerziehung an Grundschulen. Positives berichtete Kreisjugendfeuerwehrwart Achim Schlosser: In der Pandemie wurden zwei neue Nachwuchsorganisationen gegründet, sodass es nun 21 sind. Mit 409 Mädchen und Jungen gibt es so viele Nachwuchsfeuerwehrleute im AK-Land wie noch nie. Im Schnitt werden jährlich 30 von ihnen in den aktiven Dienst übernommen.

Bei den Neuwahlen gab es Veränderungen bei Hains Stellvertretern. Für Michael Böhmer (Steinbach/Sieg) und Rebecca Quast (Flammersfeld) wurden Benjamin Lück (Dauersberg) und Achim Schlosser (Herdorf) gewählt. Für den bisherigen Sprecher der Alters- und Ehrenkameraden, Klaus Schumacher (Hamm/Sieg), rückte Rolf Dewitz (Flammersfeld) nach. Als Geschäftsführer im Amt bestätigt wurde Daniel Freese (Katzwinkel).

Ehrungen bei der Feuerwehr

Zudem standen Ehrungen auf der Tagesordnung: Klaus Schumacher wurde mit dem Abzeichen des Deutschen Feuerwehrverbandes ausgezeichnet. Die goldene Ehrennadel des Landesfeuerwehrverbandes gab es für Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Ralf Schwarzbach. "Kein anderer aus dem Landkreis Altenkirchen war so viele Stunden im Krisengebiet an der Ahr wie Ralf Schwarzbach“, so Hain. Es war dann sehr still in der Halle, als Frank Linnarz, Wehrleiter der Partnergemeinde Altenahr, die dramatischen Stunden mit all ihrer Tragik zusammenfasste.

Klaus Schumacher und Ralf Schwarzbach wurden vom Kreisfeuerwehrverband geehrt (v. l.): Volker Hain, Daniel Fgreese, Klaus Schumacher, Ralf Schwarzbach und Dr. Peter Enders.
Volker Hain begrüßte 55 Delegierte und zahlreiche Ehrengäste zum 47. Delegiertentag in der Peter-Hussing-Halle in Brachbach.
Autor:

Rainer Schmitt (Freier Mitarbeiter) aus Betzdorf

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