Pfadfinder ließen den Teppich fliegen
Föschbe findet sein Herzblatt

Tole Kostüme und tolle Laune bei den Tanzdarbietungen.
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nb Niederfischbach Da ist kein Flaschengeist nötig und keine gute Fee – die Niederfischbacher zaubern ihre Redner für den Karneval ganz alleine herbei. Nicht anders war es, als am Samstagabend und am Rosenmontag der fliegende Teppich vom Rothenberg aus abhob.

Die Redner aus heimischen Gefilden sind dabei ebenso Markenzeichen des etwas anderen Sitzungskarnevals wie die Theaterstücke und eine ordentliche Portion Lokalkolorit.
Sitzungspräsident kam in die Halle geschwebt
Apropos fliegender Teppich: Selbstverständlich kam Sitzungspräsident Markus Büth zum Motto „Ganz Föschbe wird zum Orient, der Teppich fliegt, so wie man´s kennt“ standesgemäß in die Halle geschwebt. An seiner Seite wieder der vielfältig talentierte Elferrat: Diese Herren können nicht nur Bier zapfen, sondern auch tanzen. Aber dazu später mehr.

Jetzt erst einmal zurück, zum Lokalkolorit. Der wird in Föschbe stets in Hülle und Fülle geboten. Einmal durchs Dorf und wieder zurück lästerten sich die Redner. So wie die „Urgesteine“ (und so alt sind sie noch gar nicht) des Karnevals, Dennis Reifenrath, Julius Otterbach und Yannick Solbach. Die drei hatten gewohnt viel Durst („Sport ist Mord, nur Sprit hält fit“) und viel zu bequasseln – und zwar in lupenreinem Platt. Dabei nahmen sie sich die heimische Politprominenz vor – Bernd Becker, der Mann mit den vier (!) Bs –, und das wirklich wahre Dorfleben. Die drei sind aber auch Meister in der hohen Kunst der flachen Witze. Frei nach der Devise: Was ist das Idealgewicht einer Schwiegermutter? Fünf Kilo. Mit Urne.

"Bürgerpark Grün" statt "Cordula Grün"

Der Aladin mit der Wundergießkanne, also Sitzungspräsident Büth, hatte gleich zu Anfang die Geschehnisse im Asdorftal seziert: von halben Bäumen bis hin zu bemalten Kieseln. Ihm gleich tat es „Pechvogel“ Erhard Hebel. Er hatte den Partyhit „Cordula Grün“ umgedichtet zu „Bürgerpark Grün“ (die Algen ließen grüßen) und machte absolut nachvollziehbar klar, dass Niederndorf weiter weg ist von Niederfischbach als der Mond.

Beim trinkfesten „zweiten Sitzungspräsidenten“ Stefan Arndt wurden die Zuhörer mitgenommen auf einen denkwürdigen Geburtstag und Ehrgeizige werden sich jetzt wohl auch mal am „Köln-Marathon“ versuchen: 15 Brauhäuser in zwölf Stunden.

Selbst zu mitternächtlicher Stunde gelang es Felix Otterbach (schließlich gehört auf jede Feier ein schöner Mann), die Jecken fast von den Bänken zu hauen. In unnachahmlicher Manier schilderte er eine Busfahrt des Grauens und klagte über die Ansprüche seiner Frau.

Tänze sorgten im gut ausbalancierten Programm für den nötigen Schwung. Der Elferrat ging traditionsgemäß selbst zu Werke, teils mit weiblicher Unterstützung und bot orientalisches Flair in tollen Kostümen.

Elf bis 14 Jahre alt sind die Tänzerinnen von „Dance Operation 2“, die zeigten, was schon in ihnen steckt und die „Dancing Queens“ des TuS „Germania“ holten mit ihrem Beitrag die 90er zurück.

Wunderlampen statt klassischer Orden

Einen Teil des Erfolges der Pfadfinder-Sitzungen macht das gute Miteinander zwischen jungen und etwas älteren Semestern aus. Der Männergesangverein, der unter anderem mit „Dat Wasser vun Kölle“ und dem Föschber Lied zu hören war, hat hier ebenso seinen Platz wie die Rover mit ihren Sketchen rund um verstorbene Haustiere oder eskalierende Paartherapien. Ein anderer Erfolgsgarant: das liebevolle Herangehen an die Themen. Orient und fliegender Teppich? Dann sind die Karnevalsorden natürlich kleine Wunderlampen.

"Niederfischermens Friends" auf dem Weg zur Kult-Truppe

Ja, und dann ist da noch die Theatergruppe. Die „Namenlosen“ haben den Staffelstab an die „Niederfischermens Friends“ weitergereicht und die sind schon in Session Nummer Zwei dabei, sich echten Kultstatus zu erarbeiten. Leonie Behner, Jonathan Zart, Max Bender, Salomo Koch, Nico Vicentini, Lara Jende, Laura Hombach, Jana Rödder und Moritz Koch sind lakonisch, selbstironisch und haben jede Menge schauspielerisches Talent.

Sie sorgten mit der Geschichte von Herbert und Roswitha für heftigste Lachanfälle. Roswitha, die „Knospe aus dem Asdorftal“, verließ ihren Gatten. Sie landete bei „Herzblatt“ – und damit vom Regen in der Traufe. Für wen sollte sie sich entscheiden? Die Entscheidung war nicht leicht: Da war der Zwei-Teile-Turbo-Puzzler, der tolle Hecht, der sie ins „Otel dü Füchs“ entführen will, der mit dem nicht zitierfähigen Talent und noch der taubstumme Ersatzkandidat.

So viel sei an dieser Stelle verraten: Die legendären Einspieler per Beamer gibt es nach wie vor. Und die Herzblattsuche nahm ein höchst romantisches Ende. Aber ob es noch im „Otel dü Füchs“ heiß herging? Wer weiß.

Autor:

Nadine Buderath (Redakteurin) aus Betzdorf

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