Franz Schwarz will es nochmal wissen

Duell gegen Otterbach geht wohl in die zweite Runde:

Landtagsabgeordneter tritt als Ortsbürgermeister-Kandidat für SPD Niederfischbach an

damo Niederfischbach. Wenn die Niederfischbacher am 13. Juni zur Urne gehen, haben sie mutmaßlich die gleiche Wahl wie vor fünf Jahren: Wieder dürfte das Duell um den Posten des Ortsbürgermeisters Franz Schwarz (SPD) gegen Matthias Otterbach (CDU) heißen. Zumindest der Herausforderer steht fest: Am Freitag kürten die Sozialdemokraten einstimmig den Landtagsabgeordneten Schwarz zu ihrem Kandidaten.

Die CDU hat noch nicht gewählt; bei den Christdemokraten dürfte aber die Entscheidungsfindung auf Amtsinhaber Matthias Otterbach hinauslaufen. Zumindest bestätigte der Finanzbeamte auf Anfrage der SZ, dass er »Lust auf eine zweite Wahlperiode« habe.

41 Stimmen Mehrheit

Otterbach und die Christdemokraten hatten 1999 die 15-jährige Dominanz der SPD an der Asdorf gebrochen: Sie stellen seit der vergangenen Kommunalwahl die stärkste Fraktion im Ortsgemeinderat – und den Ortsbürgermeister. Gerade einmal 47 Stimmen hatten 1999 den Unterschied zwischen Otterbach und Schwarz ausgemacht. Für viele war Otterbachs Sieg gegen den langjährigen Berufspolitiker Schwarz eine große Überraschung.

»Nicht mit Wahlsieg gerechnet«

Für Schwarz aber nicht: Das berichtete er gestern auf Anfrage der SZ. Damals habe es zwei gewichtige Gründe gegeben, die Otterbachs Wahlsieg erklärten – und zwar schon im Vorfeld: »Ich habe damals nicht damit gerechnet, die Wahl zu gewinnen.« Schwarz sieht die beiden Trümpfe, die Otterbach 1999 hatte, so: Zum einen habe ihm in den Augen der Wähler seine Arbeit in Mainz und die daraus resultierende Zeitknappheit im Weg gestanden; zum anderen sei Otterbach in Niederfischbach fester verwurzelt.

Beide Argumente gegen Schwarz haben sich aber nach dessen Einschätzung in Nichts aufgelöst.

Zum ersten Grund: »Viele Menschen haben damals befürchtet, dass ich zu stark in die Fraktionsarbeit in Mainz eingebunden sein würde. Damit würde mir zu wenig Zeit für die Arbeit vor Ort bleiben.« Dieses Argument falle bei der Wahl im Juni weg, weil: »Meine Arbeit in Mainz läuft langsam aus.« Schwarz hat sich nach eigener Angabe bereits aus der vorderen Reihe der Fraktion verabschiedet; seine Zuständigkeitsbereiche Wirtschaft und Verkehr lege er zunehmend in andere Hände. Und die Arbeit in der Enquete-Kommission zur Zukunft der Arbeit lasse ihm genügend Freiraum, sich um die Probleme und Wünsche der Bürger in Niederfischbach zu kümmern.

»Großes Palaver«

Zum zweiten Grund: Zwar sei Matthias Otterbach fester verwurzelt als er, der erst 1973 aus dem Siegerland nach Niederfischbach gezogen sei – aber nach Otterbachs erster Amtszeit sieht Schwarz viele Kritikpunkte. »Die Leute, die damals auf Matthias Otterbach gesetzt haben, mussten feststellen, dass es schwierig ist, mit ihm und der CDU Dinge zu vereinbaren und vereinbarte Dinge durchzuziehen.« So wirft er der CDU »großes Palaver« vor, ohne »dass etwas dahinter steht«.

Bürger nicht verschaukeln

In einer Pressemitteilung zitiert der SPD-Ortsverein Niederfischbach Franz Schwarz ähnlich deutlich: Kommunale Verantwortung zu tragen bedeute auch, Zusagen einzuhalten und die Bürger nicht zu verschaukeln. Ferner werfen der SPD-Ortsverein und Franz Schwarz der CDU und vor allem Matthias Otterbach eine mangelnde Transparenz und eine schlechte Informationspolitik vor: »Wenn der Rat nicht informiert ist, wie sollen es die Bürger sein?«

Als Beispiele für eine verfehlte Politik in der Kommune führte Schwarz im SZ-Gespräch unter anderem das noch nicht gebaute Dorfgemeinschaftshaus Langenbach und die umstrittene Ausbaumaßnahme in der Kräm an. Die SPD geht in ihrer Pressemitteilung noch weiter und kritisiert auch die mangelnde Ausgestaltung des Radwegs und das Umfeld der Skater-Anlage.

Helmut Meyer nicht auf der Liste

Vor diesem Hintergrund sieht Schwarz die Gründe, die 1999 nach seiner Einschätzung seine Wahl verhindert haben, aus dem Weg geräumt. Für die kommende Wahl gibt sich der 64-Jährige demnach optimistisch: »Wenn ich nicht an den Sieg glauben würde, würde ich nicht antreten.« Schwarz führt als Kandidat für den Ortsbürgermeister-Posten naturgemäß die Wahlliste der SPD an. Auf Platz 2 erscheint mit Jürgen Mockenhaupt aber bereits eine Überraschung – der bisherige Fraktionssprecher Helmut Meyer steht gar nicht mehr auf der Liste. Zwar sei noch keine Entscheidung über den Fraktionsvorsitz gefallen, aber es soll eine Wende eingeleitet werden, kommentierte Schwarz den Listenplatz 2. So sollen sich verstärkt jüngere Leute profilieren – während die ältere Generation noch zur Seite steht.

Warum Franz Schwarz nach der großen Politik in Mainz auf die unterste Ebene der Politik wechselt? »Weil Regional- und Strukturpolitik schon immer eines meiner wichtigsten Themen war und noch ist. Die Politik vor Ort muss stimmen – nur dort erlebt man die Auswirkungen und die Betroffenheit, die Entscheidungen auf höherer Ebene verursachen.« Ob er die Gelegenheit hat, diese Betroffenheiten in einer führenden Rolle zu erfahren, entscheiden die Wähler am 13. Juni – wenn das Duell Schwarz vs. Otterbach in Runde 2 geht.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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