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Viel Geld aus dem LEADER-Programm
Füllhorn über Brachbach

Mitten im Erzquell-Land: Ein Blick in den neuen „Weinkeller“ des Heimathauses.
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sz/thor Brachbach. Es zeigt sich einmal mehr: Wer bereit ist, diverse bürokratische Hürden zu überwinden, kommt unter Umständen in den Genuss, mit ausgebreiteten Armen unter einem Füllhorn zu stehen, aus dem jede Menge Geld herabrieselt. Das Füllhorn hört auf den Namen LEADER und hat Kurs auf Brachbach genommen. Hier dürfen sich sowohl die Ortsgemeinde als auch der Heimatverein mehr als berechtigte Hoffnungen auf Fördergeld machen. Das geht aus einer Pressemitteilung der Kreisverwaltung Altenkirchen hervor.

Im Rahmen der inzwischen neunten Runde hat sich die Lokale Aktionsgruppe als Entscheidungsgremium auf Kreisebene für die Vergabe von rund 865 000 Euro zur Förderung von regionalen Projekten ausgesprochen. Das Geld stammt wie gehabt aus Töpfen der EU und des Landes Rheinland-Pfalz.

sz/thor Brachbach. Es zeigt sich einmal mehr: Wer bereit ist, diverse bürokratische Hürden zu überwinden, kommt unter Umständen in den Genuss, mit ausgebreiteten Armen unter einem Füllhorn zu stehen, aus dem jede Menge Geld herabrieselt. Das Füllhorn hört auf den Namen LEADER und hat Kurs auf Brachbach genommen. Hier dürfen sich sowohl die Ortsgemeinde als auch der Heimatverein mehr als berechtigte Hoffnungen auf Fördergeld machen. Das geht aus einer Pressemitteilung der Kreisverwaltung Altenkirchen hervor.

Im Rahmen der inzwischen neunten Runde hat sich die Lokale Aktionsgruppe als Entscheidungsgremium auf Kreisebene für die Vergabe von rund 865 000 Euro zur Förderung von regionalen Projekten ausgesprochen. Das Geld stammt wie gehabt aus Töpfen der EU und des Landes Rheinland-Pfalz. „Auch oder gerade in Corona-Zeiten haben Projekte, die auf das Miteinander abzielen, Konjunktur – diesen Schluss lässt die Liste im LEADER-Verfahren für eine Förderung ausgewählten Projekte zu“, heißt es dazu aus dem Kreishaus.

Der Löwenanteil von 500 000 Euro könnte dabei in das geplante Multifunktionsgebäude Brachbach fließen. Wie berichtet, sollen in einem Neubau neben der Grundschule nicht nur Räume für die Ganztags-Betreuung geschaffen werden, vielmehr will man hier auch Ortsvereinen aus dem kulturellen Bereich eine Heimstatt bieten. Ortsbürgermeister Steffen Kappes hatte gegenüber der SZ schon von einer idealen Ergänzung zum neuen Gemeindezentrum am Zechenwaldplatz gesprochen. Insgesamt wird mit Baukosten von 750 00 Euro gerechnet.

Unter dem Motto „Zukunft braucht Herkunft“ hatte zudem der Heimatverein „Glück Auf“ Brachbach seinen Hut in den LEADER-Ring geworfen. Es geht um die Gestaltung des Heimathauses im Allgemeinen und die mediale Ausstattung im Speziellen. „Das Konzept hat überzeugt, und mit der Projektumsetzung ist ein großes persönliches Engagement vor Ort verbunden“, heißt es aus Altenkirchen. Der Heimatverein kann sich auf 32 400 Euro freuen.

Das von der Lokalen Aktionsgruppe so gelobte Engagement kann man seit fünf Jahren fast Tag für Tag beobachten. Auch gestern war wieder Hans-Jürgen Zöller vor Ort, um eine Außenwand zu verputzen. Im Inneren des Heimathauses ist das Gros der Arbeiten fast abgeschlossen – den Ehrenamtlichen ist da ein kleines Meisterwerk gelungen. Das deutet sich schon jetzt an. „Wir wollen eigentlich Ende des Jahres fertig sein“, sagte Vorsitzender Gerd Kaiser. Und natürlich hat Corona auch den Brachbachern einen dicken Strich durch den Zeitplan gemacht. Denn ein „Tag der offenen Tür“, wie eigentlich geplant, ergibt nur mit vielen Besuchern einen Sinn. Kaiser würde sich jedenfalls freuen, wenn eine Einweihung des Heimathauses ohne größere Einschränkungen im nächsten Frühjahr stattfinden könnte.

Hinsichtlich der Förderung gab sich der Vorsitzende noch zurückhaltend, schließlich müsse letztlich noch die ADD über die Anträge entscheiden. Die bisherigen Erfahrungen mit LEADER haben aber gezeigt, dass die auf lokaler Ebene vorgeschlagenen Projekte auch das Wohlwollen der Landesbehörde finden. Zumal die Gremien auf Kreisebene die Projekte schon sehr genau auf ihre Förderfähigkeit hin abklopfen und sich auch mit der ADD abstimmen. „Es ist noch kein Vorschlag abgelehnt worden, bei dem alle Unterlagen vorhanden waren“, sagte denn auch Johannes Ortheil, stellv. Pressesprecher des Kreises.

Beim Multifunktionsgebäude Brachbach ist der Fall etwas anders gelagert, fließt das Geld doch aus dem sogenannten FLLE-Programm. Hier gilt: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Trotzdem kann sich die Ortsgemeinde entspannen. Der Antrag liegt mit zwei anderen bereits in Trier vor.

Überhaupt ist es natürlich so, dass neben Brachbach noch weitere Kommunen von LEADER profitieren. In Ersfeld will die Ortsgemeinde die Dorfmitte als generationenübergreifenden Freizeit- und Begegnungsort gestalten. In die gleiche Richtung denkt man auch in Weitefeld. Dort steht der Bau eines Mehrgenerationen- Spiel-und-Fitnessplatzes an, für den es nun ebenfalls eine Förderung gibt. Auch der Schützenverein Leuzbach konnte sich, besonders vor dem Hintergrund der Inklusion, im Verfahren durchsetzen.

Im Waldschwimmbad Hamm kann jetzt ein Öko-Sanitärgebäude gefördert werden, das gleichzeitig auch dem angrenzenden Jugendzeltplatz dient (hierfür wurde bereits der vorzeitige Baubeginn genehmigt). Ebenfalls von einer Förderung kann das Medizinische Versorgungszentrum Hamm profitieren. Die Sicherung der medizinischen Grundversorgung und der gleichzeitige Aufbau einer Sonderwohnform haben für eine Förderung dieses Vorhabens gesprochen.

Die gute Nachricht: Weiterhin stehen Fördermittel in der Region zur Verfügung. Der mittlerweile zehnte Projektaufruf ist veröffentlicht. Mittel können sowohl für LEADER- und FLLE-Projekte, als auch für bürgerschaftliche Ehrenamtsprojekte beantragt werden. Alle Informationen dazu sind auf der Homepage http://leader-sieg-ww.de/10-projektaufruf/ zu finden.

Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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