Neuer Standort für Krankenhaus im Westerwald
„Gegengutachten“ empfiehlt Standort Hattert

Wo künftig die Ärzte im Westerwald operieren werden,  wird immer mehr zu einer Frage der Kilometer.
  • Wo künftig die Ärzte im Westerwald operieren werden, wird immer mehr zu einer Frage der Kilometer.
  • Foto: Archiv
  • hochgeladen von Thorsten Stahl (Redakteur)

sz Kreis Altenkirchen. Die Landesregierung in Person von Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler hat am Donnerstag das eigene Gutachten zu einem Standort für ein neues Krankenhaus im Westerwald vorgelegt. Und das kommt – welch Überraschung – zu einem anderen Ergebnis als die von der DRK-Trägergesellschaft in Auftrag gegebene Studie. Während da ein Neubau direkt bei Hachenburg präferiert wird, kommt die Firma BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft aus Frankfurt zur Überzeugung, dass der „Standort 12“ (Bahnhof Hattert) der beste ist. Damit dürfte das Hauen und Stechen bei der Standortsuche weitergehen, auch wenn die Ministerin in ihrer Pressemitteilung ausdrücklich die Konsenssuche betont.

Dabei betont Bätzing-Lichtenthäler noch einmal ihre Überzeugung, dass eine Zusammenlegung der beiden Standorte die Zukunft des DRK-Krankenhauses Altenkirchen-Hachenburg nachhaltig sichern könne. „Ich gehe davon aus, dass ein attraktives neues Krankenhaus auch die Gewinnung qualifizierten Fachpersonals erleichtern kann“, so die Ministerin.

Eine Landesförderung könne es nur für ein Krankenhaus an einem gut erreichbaren und zukunftsfähigen Standort geben. Deshalb sei es wichtig, dass der Standort vor Ort akzeptiert und angenommen werde. Die Reaktionen auf das vom Krankenhausträger in Auftrag gegebene Gutachten zur Standortfrage hätten gezeigt, dass der favorisierte Standort in Hachenburg in großen Teilen der Bevölkerung vor Ort keine Akzeptanz findet, so die Ministerin.

Deshalb habe das Gesundheitsministerium eine Expertise in Auftrag gegeben, um die Gewichtung der aufgeführten Kriterien des Erstgutachtens und die daraus getroffenen Schlussfolgerungen noch einmal „objektiv“ überprüfen zu lassen. Festzuhalten sei, dass nur marginale Unterschiede in der Gewichtung die Waagschale in die ein oder andere Richtung kippen ließen.

Eine tragfähige Entscheidung, die sowohl bei den Mitarbeitern als auch in der Bevölkerung akzeptiert sei, könne nur mit dem größtmöglichen Konsens erreicht werden. Aus diesem Grunde lädt Bätzing-Lichtenthäler alle Beteiligten für den 9. Dezember zu einem Gespräch ein. „Mein Ziel ist die gemeinsame Verständigung auf einen guten, zukunftsfähigen Standort für den Westerwald“, so Bätzing-Lichtenthäler.

Landrat Dr. Peter Enders sieht sich durch das neue Gutachten in seiner Auffassung bestätigt, dass die drei von BAB favorisierten Standorte tatsächlich so dicht beieinander liegen, dass man von einem ‚Foto-Finish‘ sprechen müsse. „Dass BDO in der Neubewertung bestimmte Parameter stärker gewichtet, begrüße ich ausdrücklich. Damit werden beispielsweise das Mobilitätsverhalten der Menschen – Stichwort Bahnanschluss – und auch Eigentumsverhältnisse bzw. die Flächenverfügbarkeit stärker berücksichtigt.“

Auch die Frage der Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung solle größere Beachtung finden und entsprechend bewertet werden. Enders: „Vor diesem Hintergrund bin ich Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler dankbar, dass sie versucht, die Beteiligten – inklusive der Vertreter aus dem Bereich Kirchen – an einen Tisch zu bringen und eine gemeinsame Lösung zu finden. Allerdings bleibe ich dabei, dass die Finanzierungsfrage verbindlich geklärt sein muss.“

Autor:

Redaktion Altenkirchen aus Betzdorf

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