Geldautomaten in Friesenhagen gesprengt

Der Geldautomat der VR-Bank in Friesenhagen wurde am frühen Mittwochmorgen gesprengt. Foto: rai

rai - Ein lauter Knall riss in der Nacht zum Mittwoch die Anwohner an der Hauptstraße in Friesenhagen aus dem Schlaf: Bislang unbekannte Täter haben gegen 3.10 Uhr den Geldautomaten in der Filiale der VR-Bank Freudenberg-Niederfischbach gesprengt und ein Trümmerfeld hinterlassen. Die Detonation hat eine massive Druckwelle ausgelöst. Von der Wucht wurde der Innenraum, in dem die Bankautomaten stehen, völlig zerstört. Die Frontscheiben zur Straße barsten, die Splitter flogen bis auf den gegenüberliegenden Gehweg. Eine geschlossene Tür brach heraus, und an der Fassade zeigen sich Risse. Auch die Filialräume wurden stark in Mitleidenschaft gezogen. Glücklicherweise wurde niemand verletzt.

Täter setzten offenbar Gas ein

"Wir gehen davon aus, dass - wie bei anderen Geldinstituten - das hier
mit Gas gemacht wurde", teilte Reinhard Baumgarten, Leiter des
Fachkommissariats Erkennungsdienst bei der Kriminalinspektion, mit. Mit
Gas war beispielsweise im November 2007 der Geldautomat der VR-Bank in
Mudersbach gesprengt worden. Bei dieser Vorgehensweise leiten die Täter
Gas in die Automaten und führen eine Zündung herbei. Ähnliche Fälle gab
es in den vergangenen Jahren auch im benachbarten Siegerland. Das
Ergebnis ist immer gleich: enorme Zerstörung und ein Trümmerfeld. So waren die Spuren der nächtlichen Detonation auch am Mittwochvormittag
noch deutlich zu sehen. Die Glassplitter und herausgerissene Trümmer
lagen herum, lediglich die Hauptstraße war für den Verkehr geräumt. Die
Staatsanwaltschaft Koblenz und der Kriminalpolizei haben ihre
Ermittlungen intensiviert, hieß es am in einer
Pressemitteilung: Zur Spurensicherung werden Kräfte des Landes- und
Bundeskriminalamtes hinzugezogen. So war das BKA mit drei Fahrzeugen
und sechs Kräften in Friesenhagen, um den Tatort zu vermessen, Brand-
und Explosionsspuren zu suchen und die eigentliche Tatortarbeit
vorzunehmen.

Großfahndung blieb erfolglos

Bereits in der Nacht hatte die Polizei eine Großfahndung eingeleitet. Eine Zeugin habe unmittelbar nach der Tat zwei Männer beobachtet, die den Tatort mit einem silberfarbenen Skoda Octavia mit GM-Kennzeichen verließen, teilt die Kriminalinspektion weiter mit. Im Rahmen der Fahndung sei das Auto kurze Zeit später in der Ortslage von Friesenhagen entdeckt worden. Vor etwa zwei Wochen sei das Fahrzeug als gestohlen gemeldet worden, berichtete Baumgarten.

Man gehe von mindestens zwei Tätern aus: Zwei Personen seien nachts gesehen worden, und auch die Bilder der Überwachungskamera ließen darauf schließen. Bislang verlief die großangelegte Fahndung nach den Tätern aber ergebnislos, berichtet die Kriminalinspektion. Vermutlich haben die Täter keine Beute gemacht - aber das müsse erst noch eine Prüfung endgültig bestätigen, sagte Baumgarten.

Ähnliche Fälle auch im Siegerland

Nach der Sprengung des Geldautomatens in Mudersbach war das nun der
zweite Fall im Landkreis Altenkirchen; ähnliche gab es in den
vergangenen Jahren im benachbarten Siegerland. Auch die
Kriminalinspektion in Gummersbach beschäftigte zuletzt ein ähnlich
gelagerter Fall. Ob Zusammenhänge zwischen den Taten bestehen, ist noch
offen.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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