»Grüne Hausnummer« startet mit einem Eigentor

VG-Rat stimmte mit einer Änderung dem Umweltprojekt zu

ruth Kirchen. Wer sinnvoll und sparsam mit den Ressourcen umgeht, umweltfreundliche Baustoffe verwendet oder seinen Garten naturnah gestaltet, soll belohnt werden. Nicht gerade fürstlich, schon eher symbolisch. Mit einer »grünen Hausnummer«. Der Bau- und Umweltausschuss der Verbandsgemeinde Kirchen befürwortet das Projekt »Grüne Hausnummer«, jetzt hat sich auch der Verbandsgemeinderat damit befasst und seine Zustimmung erteilt. Mit einer kleinen Schönheitskorrektur allerdings.

Die Idee, den sparsamen Umgang mit Natur und Energie zu belohnen, ist schon relativ alt. Jörg Wulle, Mitglied im Arbeitskreis Energie, stellte sie im Januar vergangenen Jahres bereits das erste Mal vor. Danach wurde der Vorschlag zur weiteren Beratung an die Lenkungsgruppe der Lokalen Agenda 21 überwiesen, danach in einer speziellen Arbeitsgruppe mit Vertretern aus Politik und Verwaltung und, und, und. Kurzum: Auch der Verbandsgemeinderat hält diesen Vorschlag für sinnvoll und will nun in einer vierteljährlichen Einführungsphase Erfahrungen sammeln, wie die einzelnen Leistungen der Teilnehmer bewertet werden können.

Die Lokale Agenda hat bereits einen Kriterienkatalog vorgelegt, nach dem die einzelnen Leistungen bewertet werden sollen. Dieser Katalog umfasst fünf Hauptkriterien:

lZentral-Heizung

lStrom

lWasser

lHaus

lGarten/Begrünung/Umfeld

Bei dem Kriterium Zentral-Heizung wird zum Beispiel unterschieden, wer eine solarunterstützte Heizung betreibt, wer Erdwärme nutzt oder wer etwa auf eine Holzheizung setzt. Beim Energieverbrauch wird darauf geachtet, wer selbst in das Stromnetz einspeist, wer Windkraft nutzt oder wer generell sehr sparsam mit der Energie aus der Steckdose umgeht. Viele Punkte gibt es für alle, die regionale Baustoffe verwenden und auf Tropenholz verzichten, viele Punkte auch für alle, die ihre Dächer begrünen, ökologisch Kompostieren und viel Raum für Wildtiere in ihrem Garten belassen. Bei einen Punkt spielte der Verbandsgemeinderat allerdings nicht mit: Wer Wasser spart, soll belohnt werden. Für Kirchen würde dies die Quadratur des Kreises bedeuteten. Denn die Bürger haben bereits schon einmal Wasser gespart und dafür die Rechnung bekommen: die Abwassergebühren wurden deutlich erhöht. Dieser Ansatz sei »kontraproduktiv«, stellte SPD-Sprecher Dr. Berthold Mengel fest, »Wassersparen wird hier immer noch bestraft«, und keiner konnte ihm widersprechen. Logische Konsequenz: Punkt 3 »Wasser« wurde aus dem Bewertungskatalog heraus genommen. »Solange uns keine intelligente Wasserlösung einfällt, macht Wassersparen keinen Sinn«, so der SPD-Sprecher. Da der erste Preis »nur« eine von einem Künstler gestaltete Hausnummer ist, belohnt sich der Hausbesitzer bei sinnvoller Verwendung von Ressourcen am meisten selbst. Wassersparen gehört nun einmal nicht dazu. Zumindest nicht nach der geltenden Satzung.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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