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Projekt auf der Zielgeraden
Grundstück an der Bahnhofstraße Kirchen wird endlich verkauft

Die Diskussionen um den Verkauf der Grundstücke an der Bahnhofstraße in Kirchen wurden in der jüngeren Vergangenheit nur noch vom Neubau des Molzbergbades 	getoppt. Aber auch hier zeigt die Geschichte: Irgendwann rollen überall die Bagger an.
  • Die Diskussionen um den Verkauf der Grundstücke an der Bahnhofstraße in Kirchen wurden in der jüngeren Vergangenheit nur noch vom Neubau des Molzbergbades getoppt. Aber auch hier zeigt die Geschichte: Irgendwann rollen überall die Bagger an.
  • Foto: damo
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

thor Kirchen. Es ist eine Geburt gewesen, so schwer, dass selbst erfahrenste Gynäkologen eigentlich schreiend davongelaufen wären. Zum Glück ging es in diesem Fall nicht um ein neues Menschenleben, sondern um ein Bauvorhaben – allerdings von herausragender Bedeutung. Nach fast drei Jahren mit viel Hü und Hott scheint nun endlich das „Projekt Bahnhofstraße“ auf die Zielgerade eingebogen zu sein: Soll heißen: Mittelfristig kann in einem Notariat der Region ein Termin zur Veräußerung der Grundstücke vereinbart werden.
„Keine...

thor Kirchen. Es ist eine Geburt gewesen, so schwer, dass selbst erfahrenste Gynäkologen eigentlich schreiend davongelaufen wären. Zum Glück ging es in diesem Fall nicht um ein neues Menschenleben, sondern um ein Bauvorhaben – allerdings von herausragender Bedeutung. Nach fast drei Jahren mit viel Hü und Hott scheint nun endlich das „Projekt Bahnhofstraße“ auf die Zielgerade eingebogen zu sein: Soll heißen: Mittelfristig kann in einem Notariat der Region ein Termin zur Veräußerung der Grundstücke vereinbart werden.

„Keine Überraschungen“

Kreisausschuss Altenkirchen stimmt Verkauf der Fläche zu

Der Kreisausschuss in Altenkirchen hat jedenfalls in nicht-öffentlicher Sitzung am Montagabend dem Verkauf der Fläche mit der alten Heizzentrale für einen symbolischen Euro abgesegnet – mit den Stimmen der CDU. Es war dies der letzte in einer Reihe von Knackpunkten: Denn ursprünglich waren 80.000 Euro aufgerufen worden – ein Preis, den die Investorengruppen Peter, Bügler und Grahl niemals bezahlt hätte, schließlich müssen sie noch die Kosten des Abrisses für das Heizkraftwerk schultern (die SZ berichtete mehrfach).

Nach den gehobenen Daumen müssen die Kaufverträge nun noch ein letztes Mal den Kreisausschuss passieren – dann war’s das. Womit auch eine dreijährige „Vorlaufphase“ beendet ist. Denn erstmals waren die Planungen Mitte 2018 öffentlich geworden. Nach dem Wunsch der Stadt Kirchen sollten hier soziale und medizinische Einrichtungen, angefangen von Wohngruppen für Senioren und demente Menschen bis hin zu Arztpraxen. Und relativ schnell wurde auch das DRK-Krankenhaus mit ins Boot geholt, das hier die Chance sah, endlich neue Räume für die Krankenpflegeschule anzumieten. Das Glück der Stadt: Zwei Investorenteams standen parat, diese Vision zu verwirklichen.

Einstimmige Empfehlung folgte bereits im Oktober 2019

Im Jahr 2019 trat das Projekt den üblichen Marsch durch die politischen Gremien an. Im Oktober empfahl der Kreisausschuss dem Kreistag einstimmig (!), einem Grundstücksverkauf zuzustimmen. Kurz vor knapp kam dann das entscheidende Veto der CDU, das alle Verhandlungen zum Stillstand brachte. Plötzlich wurde das Grundstück mit der Zukunft des Kirchener Krankenhaus in Verbindung gebracht. Da half es auch nichts, dass der Geschäftsführer der DRK-Trägergesellschaft Süd-West, Bernd Decker, beinahe gebetsmühlenartig betonte, dass seitens des Krankenhauses kein Bedarf an dieser Fläche vorhanden sei. Es müsse weiterhin nur genügend Parkraum zur Verfügung stehen.

Anschließend tat sich erst einmal lange Zeit nichts, bis im September 2020 die Verantwortlichen der Krankenpflegeschule via SZ eindrucksvoll darlegten, wie dringend notwendig ein neuer Standort ist. Zwischenzeitlich hatte auch die Stadt „nachgebessert“: Die Grundstücke sollten nicht mehr zunächst an die Kommune, sondern direkt an die Unternehmer veräußert werden.
Es blieb trotzdem eine zähe Angelegenheit, bis schließlich das sogenannte Interessenbekundungsverfahren auf den Weg gebracht wurde. Damit soll ein reeller Kaufpreis erzielt worden, wobei unerwähnt blieb, dass die Investoren von Anfang an bereit waren, den normalen Bodenrichtwert zu zahlen. Kurzzeitig ergaben sich noch Irritationen durch das Auftauchen einer dritten Bietergruppe. Nach deren Rückzug tauchte zum großen Finale schließlich noch das Problem mit der Verrechnung der Abrisskosten auf.

Landrat Dr. Peter Enders erleichtert

Nunmehr geht der Blick nach vorn, auch wenn die Unternehmer mittlerweile der Sache erst trauen, wenn der Notar die Tinte unter allen Unterschriften getrocknet hat. Stadtbürgermeister Andreas Hundhausen: „Wir sollten jetzt hinter die ganzen politischen Querelen einen Schlussstrich ziehen. Die Botschaft muss jetzt lauten: nicht mehr reden, sondern machen.“
Auch Landrat Dr. Peter Enders zeigt sich erleichtert: „Ich bin sehr froh, dass wir nun eine Lösung gefunden haben, mit der alle Akteure leben können und die vor allem auch die Zukunft der Pflegeschule sichert. Es hat zwar Geduld gebraucht, für die ich allen Beteiligten danke, aber das Ergebnis zeigt auch, dass man gemeinsam etwas für die Region erreichen wollte.“

Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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