»Gut Schlauch« und Showtänze

Feuerwehrfamilie feierte Jubiläum in lockerer Atmosphäre / Walter Hambürger Ehrenmitglied

Herkersdorf. Dreimal »gut Schlauch« erschallte es am Samstagabend immer wieder aus den Kehlen der mehr als 250 Besucher in der Druidenhalle, und die Marschgarde des HCC tanzte in rot-weißen Uniformen. Und auch so mancher Redner stieg in die »Bütt«. Angesicht dieses Bildes war es wohl kaum verwunderlich, dass Kirchens hauptamtlicher Beigeordneter Dr. Ulf-Roman Netzel feststellte, dass der Gastgeber seiner Zeit weit voraus sei.

Die Hausherren waren jedoch nicht die Karnevalisten - auch wenn deren »Obernarr« Felix Kreps moderierte -, sondern die Feuerwehr. Die Blauberockten feierten das 75-jährige Bestehen der Löschgruppe (die SZ berichtete). Die Jubiläumsfeier mit unterhaltsamem Programm war somit eine kleine Generalprobe für die schon bald anstehende Proklamation - nicht nur weil das HCC-Ballett mit dem Tanz »Feelings« die neue Bühne für den karnevalistischen Einsatz testete.

Vor dem »vortragsverwöhnten Publikum der vereinigten Staaten«, so Dr. Netzel, hielt dieser eine betont kurze Ansprache mit Esprit, die auch Dr. Netzels Talent für die Bütt verriet. Die Glückwünsche der Verwaltung und des Verbandsgemeinderates überbrachte er an die Wehr, die »mit 75 Jahren verhältnismäßig jung« sei.

»Es war kein Märchen, was vor 75 Jahren von 28 beherzten Männern begonnen wurde«, so Löschgruppenführer Edmund Quast in seiner Begrüßung. Auf »neuen Wegen mit den Mitteln der modernen Zeit« werde die Wehr ihre Ziele weiterverfolgen. Dafür solle der Jubiläumstag »durch Rückbesinnung und Zukunftsauftrag neue Kraft geben«. Peter Benner, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes überbrachte auch die Glückwünsche des Landesverbandes und überreichte ein Ehrenwappen.

Der Dienst in der Feuerwehr sei Bürgerschutz und -nähe, sagte Ortsbürgermeister Wolfgang Müller, der für den unermüdlichen Einsatz dankte. Nachdenklich stimmendes war von dem Verbandsgemeindewehrleiter Dietmar Urrigshardt zu hören. Er las einen Brief vor, in dem ein amerikanischer Feuerwehrmann seine Eindrücke schildert. Der Wehrleiter betonte auch, dass Feuerwehren, gerade auch in kleineren Städten und Gemeinden, unverzichtbar seien. »Ihre flächendeckende Präsenz ist lebenswichtig. Deshalb müssen auch kleinere Ortsfeuerwehren in ihrem Bestand erhalten bleiben.

Im Löschzug Kirchen sei die Löschgruppe ein fester Bestandteil und übernehme wichtige Aufgaben, lobte Kirchens Wehrführer Joachim Schmidt. Daneben beteilige sich die Organisation auch aktiv am gesellschaftlichen Leben in den beiden Ortsteilen. Für dieses Engagement sowie dem Dienst am Nächsten dankte auch Ortsvorsteher Gerhard Jung (Herkersdorf): »Danke für euren freiwilligen Dienst, die Opferbereitschaft und die lobenswerten Tätigkeiten zum Wohl unserer dörflichen Gemeinschaft.« Von seinem Offhausener Kollegen, Günter Schuhen, war zu hören, dass es »nie Probleme gab, die Wehrleute zu aktivieren«. Froh sei man darüber, dass die beiden Löschgruppen der beiden Ortsteile im Jahre 1993 zusammengelegt worden seien. Er appellierte jedoch, die Wehr im Dorf zu lassen und »nicht erste Gedanken aufkommen zu lassen«, irgendetwas zu planen.

Den Reigen der Gratulanten schlossen die Ortsvereine. Quast ernannte seinen Amtsvorgänger Walter Hambürger zum Ehrenmitglied. Ferner wurden die langjährigen Mitglieder Robert Buschmann (30 Jahre), Winfried Schmidt (44), Eberhard Schmidt (47) und Karl Schmidt (48) geehrt.

Bevor die Band »Blue Birds« dann mit kölschen Liedern zum Tanz lockte, gab es noch einen richtigen Büttenbeitrag: Jens Stötzel und Thomas Hoffmann erzählten als Existenzgründer von »1000 Klein- und Großbaustellen« - Herkersdorf und Offhausen sind eben Karnevalshochburgen, auch schon vor dem 11.11...

rai

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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