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Abenteuerliche Geschichte mit Amazon
Händler macht Kundin ungewollt zur "Paket-Zustellerin"

Dieser über Amazon bestellte Teppich hat eine Online-Shopperin einiges an Zeit und Nerven gekostet.
  • Dieser über Amazon bestellte Teppich hat eine Online-Shopperin einiges an Zeit und Nerven gekostet.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

nb Niederschelderhütte. Mancher malt zur Entspannung ja gerne Mandalas aus – aber dass ein Mandalamuster nicht zwangsläufig zu beruhigten Nerven führt, diese Erfahrung musste jetzt eine 36-Jährige aus Niederschelderhütte machen.
Lockdown: Hochphase für das Online-Shoppen und auch gerne genutzt, um die eigenen vier Wände ein wenig aufzuhübschen. Das dachte sich auch Anke C., die mit ihrem Mann eine gemütliche Wohnung „auf“ Schelderhütte bewohnt. Beim virtuellen Einkaufsbummel war sie auf einen runden Badezimmerteppich gestoßen, der wegen seines Musters mit dem Stichwort „Mandala“ beworben wurde. Der würde sich gut in der eigenen Nasszelle machen, befand Anke C. und orderte den Teppich – und zwar bei einem chinesischen Händler über die Plattform Marketplace.

nb Niederschelderhütte. Mancher malt zur Entspannung ja gerne Mandalas aus – aber dass ein Mandalamuster nicht zwangsläufig zu beruhigten Nerven führt, diese Erfahrung musste jetzt eine 36-Jährige aus Niederschelderhütte machen.
Lockdown: Hochphase für das Online-Shoppen und auch gerne genutzt, um die eigenen vier Wände ein wenig aufzuhübschen. Das dachte sich auch Anke C., die mit ihrem Mann eine gemütliche Wohnung „auf“ Schelderhütte bewohnt. Beim virtuellen Einkaufsbummel war sie auf einen runden Badezimmerteppich gestoßen, der wegen seines Musters mit dem Stichwort „Mandala“ beworben wurde. Der würde sich gut in der eigenen Nasszelle machen, befand Anke C. und orderte den Teppich – und zwar bei einem chinesischen Händler über die Plattform Marketplace.

Teppich entpuppt sich nach Ankunft in Niederschelderhütte als Fehlkauf

Als der Teppich dann allerdings in Schelderhütte gelandet war, folgte die Ernüchterung. „Krumpelig“ verpackt, das Muster nur aufgedruckt und vor allem zu wenig Flausch unter den Füßen.
Anke C. wollte den Teppich zurückschicken, nahm Kontakt mit dem Händler auf. Von ihm bekam sie auch eine Adresse, an die sie das Exemplar zurückschicken sollte – allerdings: in China. Auf ihre Bitte, doch eine Adresse ihn Deutschland zu nennen, kamen erst einmal einige Rabattangebote, dann, nach weiterem Insistieren, trudelte tatsächlich eine Adresse in Deutschland ein. Die aber sorgte für großes Erstaunen bei Anke C. – denn vor sich hatte sie eine ganz normale, private Adresse.
„Pass mal auf, das ist jemand, der hat den gleichen Teppich bestellt“, meinte der Mann von Anke C. – als Scherz. Wieder Nachfragen beim Händler, wieder kam dieselbe Adresse in Hessen. „Da hab’ ich gedacht, ich ruf da mal zur Sicherheit an“, so Anke C.
Und der Anruf im Nachbarbundesland brachte Klarheit: Der Scherz ihres Mann war von der Realität überholt worden. Auch die Dame aus Hessen hatte den „Mandala-Teppich“ bestellt. Und die Schicksalsgenossin fand die Angelegenheit auch nicht wirklich zum Lachen: „Sie ist aus allen Wolken gefallen.“  Als unfreiwillige „Paket-Zwischenstation“ genutzt? Und vor allem: Was ist mit dem Datenschutz? Anke C. fiel gleich mit aus besagten Wolken.

Amazon zeigt sich über das Vorgehen geschockt

Sie kontaktierte Amazon, berichtete von ihrem Erlebnis. Ein Kundendienst-Mitarbeiter versicherte ihr: Das Ganze werde an die Rechtsabteilung gehen und die sogenannte „A-Z-Garantie“ eingeleitet. Eine Garantie, die in manchen Fällen bei Marketplace-Verkäufen greifen kann und bei der der Kunde seine Kosten erstattet bekommt.
Kurz danach erreichte Anke C. dann eine weitere Mail aus China. Der Market-place-Händler bot an, die Rückerstattung zu übernehmen, wenn Anke C. wiederum die Nutzung der „A-Z-Garantie“ zurückziehen würde. So lief es dann auch – eine weitere Mail in Englisch und Deutsch ließ wissen: Anke C. könne den Teppich behalten und bekäme ihr Geld zurück. „Da dachte ich, das sei das Ende des Liedes“, so die 36-Jährige.Ein Ende gab es auch irgendwann, aber eines dicker als besagter Teppich. Anke C. hatte den Verkäufer nämlich nach der Aktion mit nur einem Stern bewertet, der niedrigsten Kategorie.

„Würden Sie uns vertrauen und uns helfen?“: Das habe daraufhin in der nächsten Mail gestanden. Und die Hilfe stellte sich der Verkäufer laut Aussage von Anke C. so vor: Sie solle die schlechte Bewertung zurücknehmen, dann bekäme sie den vollen Preis erstattet. „Im Grunde Nötigung“, meint Anke C. kopfschüttelnd. Wieder ein Anruf bei Amazon. „Die waren auch total geschockt“ so Anke C., die unterstreicht, dass sie mit dem Kundenservice des Großhändlers zufrieden sei.

In solchen Fällen den Amazon-Kundenservice kontaktieren

Auf Nachfrage der SZ rät auch ein Amazon-Sprecher dazu, in solchen Fällen sofort den Kundenservice zu informieren. Weiter heißt es in einer Mail des Unternehmens: „Alle Amazon Marketplace-Verkaufspartner müssen sich an unsere Verkaufsbedingungen halten – erlangen wir Kenntnis über einen Verstoß, ergreifen wir entsprechende Maßnahmen, die die Schließung des Verkaufspartner-Kontos beinhalten können.“
Anke C. hat auf jeden Fall am Ende über die Garantie ihr Geld zurück bekommen – und der Teppich, der „wohnt“ nach wie vor im Mudersbacher Ortsteil.
Für ihn würde sich schon ein Plätzchen finden, so die 36-Jährige, einfach etwas wegwerfen, das sei nicht ihr Ding. Zum Abschluss meint sie aber lachend: „Mal sehen, ob der jetzt wirklich bleibt od

Autor:

Nadine Buderath (Redakteurin) aus Betzdorf

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