SZ

Bebauungsplan für „Neue Mitte Niederschelderhütte“ ist durch
Hallenabriss wird deutlich günstiger

Der Abriss der alten Meinhardt-Hallen am Hüttenweg ist der Auftakt zur Neugestaltung des gesamten Areals.
  • Der Abriss der alten Meinhardt-Hallen am Hüttenweg ist der Auftakt zur Neugestaltung des gesamten Areals.
  • Foto: Daniel Montanus
  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

thor Mudersbach. Im Bau- und Umweltausschuss der Ortsgemeinde Mudersbach wurden am Mittwochabend gleich zwei Rekorde gebrochen. Zum einen ist es in der Geschichte der Kommunalpolitik des Kreises Altenkirchen nicht überliefert, dass jemals eine Fraktion zu einem einzigen Sachverhalt 37 Fragen schriftlich eingereicht hat. Zum anderen ist es wohl auch noch nie vorgekommen, dass ein derartiger Wust in so kurzer Zeit beantwortet wurde. Die Protagonisten: Jens Stötzel und Tim Kraft.
Der Chef der Wählergruppe Stötzel hatte für die gestrige Sitzung besagtes Fragenpaket zum Abriss der alten Meinhardt-Hallen in Niederschelderhütte geschnürt. Doch statt einer stundenlangen Replik war die Sache in wenigen Minuten erledigt.

thor Mudersbach. Im Bau- und Umweltausschuss der Ortsgemeinde Mudersbach wurden am Mittwochabend gleich zwei Rekorde gebrochen. Zum einen ist es in der Geschichte der Kommunalpolitik des Kreises Altenkirchen nicht überliefert, dass jemals eine Fraktion zu einem einzigen Sachverhalt 37 Fragen schriftlich eingereicht hat. Zum anderen ist es wohl auch noch nie vorgekommen, dass ein derartiger Wust in so kurzer Zeit beantwortet wurde. Die Protagonisten: Jens Stötzel und Tim Kraft.
Der Chef der Wählergruppe Stötzel hatte für die gestrige Sitzung besagtes Fragenpaket zum Abriss der alten Meinhardt-Hallen in Niederschelderhütte geschnürt. Doch statt einer stundenlangen Replik war die Sache in wenigen Minuten erledigt. Denn Kraft, Wirtschaftsförderer und Bauamtsleiter der Verbandsgemeinde Kirchen, legte bei seiner Stellungnahme ein Tempo vor, das in früheren Zeiten selbst einen Dieter-Thomas Heck erstaunt hätte. Am Ende war es einmal mehr nur ein Scharmützel, die zentralen Botschaften des Abends sind ganz andere.

„Bebauungsplan reibungslos durchgegangen“

Die Ortsgemeinde Mudersbach ist bei ihren Bemühungen zur Neugestaltung von Niederschelderhütte einen entscheidenden Schritt weitergekommen. Der Bebauungsplan für die „Neue Mitte“ ist satzungsreif. Und die zweite wichtige Nachricht: Der Abriss der alten Meinhardt-Hallen am Hüttenweg wird deutlich günstiger als erwartet.
Zum Bebauungsplan: Vorausgegangen war jetzt eine dritte Offenlage. Und eigentlich hätte es nunmehr um die Behandlung und Abwägung der einzelnen Stellungnahmen gehen müssen. Aber: „Wir sind in der seltenen Situation, dass es nichts zu beschließen gibt“, sagte Planer Rainer Hoffmann (Freudenberg). „Der Bebauungsplan ist reibungslos durchgegangen.“ Bürger hätten sich überhaupt nicht mehr zu Wort gemeldet, und was von Behörden gekommen sei, mache keinerlei Beschlüsse notwendig. Bei zwei Enthaltungen (Wählergruppe Stötzel) wurde der Satzungsentwurf einstimmig angenommen.

Frage-und-Antwort-Spiel im Eiltempo

Dann folgte besagtes Frage-und-Antwort-Spiel, wobei man da schon bei Ortsbürgermeister Maik Köhler eine gewisse Genugtuung beobachten konnte, wusste er doch, was da am Ende folgen sollte. Die Fragen von Stötzel – der gestern persönlich nicht anwesend war – setzten schon im Jahr 2017 bei den ersten Überlegungen zur Entwicklung des Geländes in Niederschelderhütte an. Das Muster war immer ähnlich: Wann und wie wurden Genehmigungen erteilt? Wann und wie wurde der Rat informiert? Im Zentrum von Stötzels Interesse stand dabei eine vermeintliche Kostensteigerung für den Abriss der Hallen und eventuelle Altlasten. 2019 wurde mit 600.000 Euro kalkuliert, nachdem zunächst 270.000 Euro im Raum gestanden hatten.
Tim Kraft erläuterte dann im besagten ICE-Tempo die Grundzüge der sogenannten Kosten- und Finanzierungsübersicht. Diese sei zu keinem Zeitpunkt Beratungsgrundlage in den Räten. Zu den 600.000 Euro sei man erst nach einer Bausubstanzuntersuchung gekommen. Ortsbürgermeister Köhler sei ermächtigt worden, Planungsaufträge zu vergeben. Das abschnittsweise Vorgehen in Niederschelderhütte sei dann immer wieder im Rat erklärt worden, sagte Kraft. Es sei zwischenzeitlich auch noch ein Gutachten zum Abriss erstellt worden, aber auch das gehöre zur Grundlagenplanung und werde in der Regel nicht im Rat vorgestellt. Das könne man aber gerne ändern, meinte Kraft: „Dann wird die chemische Zusammensetzung jeder einzelnen Mauer erklärt.“ Und ja, antwortete der Bauamtsleiter auch auf diese Frage, es gebe bereits Interessenten für das Gelände.

Zu allem „Überfluss“ auch noch hohe Zuschüsse

„Vielen Dank, dass die Verwaltung so einen Aufwand betrieben hat“, meinte Köhler. Und mit Blick auf die Wählergruppe Stötzel riet er dazu, mit Behauptungen und Unterstellungen vorsichtiger umzugehen. „Der Preis ergibt sich aus dem Wettbewerb“, sagte der Ortsbürgermeister, um direkt im Anschluss das Ergebnis der Ausschreibung zu präsentieren: Knapp 129.000 Euro verlangt die mindestbietende Firma für den Hallenabriss samt Entsorgung. Auch die Bodenplatte ist da schon mit drin. Zu allem „Überfluss“ erwartet die Gemeinde dafür auch noch hohe Zuschüsse. Köhler: „Das ist eigentlich sehr, sehr positiv.“
Über die Diskrepanz zu den 600.000 Euro habe man sich selbst gewundert, sagte Kraft. Alle Posten seien nachgerechnet worden und alle bietenden Unternehmen auch vor Ort gewesen. Der Unterschied sei damit zu erklären, dass bei der Entsorgung zunächst hohe Aufschläge aus dem Privatbereich einkalkuliert worden seien, die aber für Gewerbebetriebe wegen der Sortierung nicht anfielen. Mit den Abbruch-Arbeiten soll Anfang nächsten Jahres begonnen werden.

Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

11 folgen diesem Profil
Lokales
Unter Siegerländer Artikeln finden Besucher der SZ-Homepage derzeit zahlreiche Angebote von Siegener Händlern. Möglich macht das die Kooperation mit dem hiesigen Start-up-Unternehmen mapAds. Mit dem innovatien Digitalmarketing-Werkzeug lassen sich Angebote von Handel und Dienstleistung einfach digitalisieren und bald über viele zusätzliche Kanäle publizieren.

Start-up mapAds und Vorländer Mediengruppe
Angebote einfach digitalisieren und publizieren

sz Siegen. Die Vorländer Mediengruppe arbeitet weiter konsequent an der Umsetzung ihrer Digitalstrategie. Während die Zeitungsproduktion weiter das Kerngeschäft und das wichtigste Standbein des Verlages bleiben wird, investiert Vorländer selbstbewusst und entschieden in moderne Strukturen, neue Technologien und die Digitalisierung. Mit dem Digitalen arbeiten„Wir sind überzeugt davon, dass die Zukunft darin liegt, nicht gegen das Digitale, sondern mit dem Digitalen zu arbeiten. Wir sehen das...

Kommentare

Kommentare sind deaktiviert.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen