Hans Dücker lässt’s rechtzeitig ausklingen

Harbachs Ortsbürgermeister tritt im Juni nicht mehr zur Wahl an/Jetzt seien jüngere Leute gefordert

ruth Harbach. Vor 15 Jahren löste Hans Dücker Ortsbürgermeister Hermann Hof im Amt ab. Die SZ titelte damals: »Mit Hermann Hof hörte eine ,kleine Ewigkeit’ auf«. Das war am 8. August 1989. Hof war 25 Jahre als Ortsbürgermeister von Harbach tätig. Am Mittwoch kündigte nun Dücker selbst das Ende seiner Ära an: »Ich werde bei der kommenden Kommunalwahl am 16. Juni weder für das Amt des Ortsbürgermeisters noch für ein Ratsmandat zur Verfügung stehen. Ich höre auf.« Es war somit seine letzte Ratssitzung als Ortsbürgermeister von Harbach.

Dücker gehört seit nunmehr 30 Jahren dem Rat der 620 Einwohner großen Gemeinde an. Elf Jahre war er unter Hermann Hof Beigeordneter der Gemeinde. Viele Projekte begleiteten den CDU-Mann über sehr lange Strecken seiner Legislaturzeit: der Ausbau der K88, der Bau des Dorfgemeinschaftshauses und die damit einher gehende immense Verschuldung des kleinen Ortes, die Erweiterung des Friedhofs, das Baugebiet Betz, die Erneuerung der Brücke Kochschlade, die Wegeaufweitung der K89 in Richtung Locherhof, der Bau der neuen Spielplätze in Harbach und Hinhausen, und zuletzt der Anbau eines Jugendraums an das Dorfgemeinschaftshaus. Hans Dücker hat in der Tat viel bewegt. Wo immer sich etwas im Ort tat, war Dücker stets zur Stelle. Er kennt jeden Feldweg, jeden Strauch und jeden Harbacher persönlich. »Ich werde für die Belange der Bürger immer ein offenes Ohr haben«, versprach er am 8. August 1989 bei seinem Amtsantritt. Er hat Wort gehalten. Nicht nur das Kanalnetz hat Dücker von der Muhlau aus überwacht. Seine Erfahrungen beim Abwasser-Zweckverband kamen stets auch seiner Heimatgemeinde zugute. Er hatte immer einen guten Draht zur Verwaltung und kannte sich mit Verwaltungsvorschriften aus. Wann immer ihm ein Problem angetragen wurde, konnte er schon die Tragweite dessen abschätzen.

Am 17. August 1989 leitete Hans Dücker seine erste Ortsgemeinderatssitzung als Ortsbürgermeister, am vergangenen Mittwoch seine letzte. Er dankte dem Rat für das Vertrauen, das ihm in all den Jahren entgegengebracht wurde. Er selbst hatte sich »eine gute Zusammenarbeit, harte Sachdiskussionen, einen fairen Umgang und Respekt voreinander« gewünscht. Dücker betonte, dass es im Harbacher Rat nie um Parteizugehörigkeit ging. »Hier wurde nie im Streit gehandelt, denn im Streit kann man nicht arbeiten.« Er dankte seinen Mitstreitern für die Arbeit, die sie in all den Jahren geleistet haben, »jeder nach seinen Möglichkeiten«. Auch der Verwaltung in Kirchen dankte Dücker. Mit ihr habe er stets in gutem Kontakt gestanden und fachkundige Unterstützung bekommen, wann immer es notwendig war. Dücker hinterlässt im Rat eine große Lücke. Er hat, wie beispielsweise Hermann Mockenhaupt in Friesenhagen, viele Jahre die Geschicke seiner Gemeinde geleitet, war profunder Kenner der Örtlichkeiten und hatte stets großen Rückhalt in der Bevölkerung. In einigen Vereinen wird Dücker nach wie vor Mitglied bleiben, und wenn es sein muss, wird er immer noch erster Mann an der Spritze sein. Der Feuerwehr will er bis zu seinem 60. die Stange halten, dann scheidet er als Alterskamerad aus. Das Amt als Kreisfeuerwehrausbilder hat er bereits im Jahr 2000 aufgegeben. 22 Jahre hat er die Jugend an die Sache der Feuerwehr herangeführt. Seit 40 Jahren trägt er nun schon den Blaurock.

Die Kommunalpolitik wird um einen erfahrenen Mann ärmer. Die Harbacher werden erst einmal jemanden finden müssen, der seine großen Fußstapfen ausfüllen kann. Dücker will nach wie vor mit Rat zur Seite stehen. Die Taten überlässt er anderen. Er möchte, versicherte er im Gespräch mit der Siegener Zeitung, nicht solange mit seinem Rücktritt warten, bis andere ihn darauf ansprechen. Jüngere Leute müssten nachrücken, mit frischen Ideen und anderen Ansätzen. »Ich mache rechtzeitig Schluss. Das gehört dazu«, so Dückers Credo.

Seine Frau wird das freuen, denn der Hinhausener hat bereits mit dem »Packen« begonnen. Bis zur Wahl soll alles übergabefertig sein. Auch einen Nachfolger hat Dücker bereits ins Auge gefasst. Man darf gespannt sein.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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