Harmonie pur – bis auf die Frauenquote

CDU-Gemeindeverband Kirchen nominierte Kandidaten für VG-Rat-Wahl/Leichte Hindernisse

thor Harbach. Ulrich Merzhäuser selbst möchte den Ball derzeit noch sehr »flach« halten: »Man weiß nie, was noch alles passiert,« meinte der Chef der CDU-Fraktion im Verbandsgemeinderat Kirchen im Gespräch mit der SZ. Nun, passieren muss allerdings bis zum 15. Juni eine ganze Menge, sollte der von Merzhäuser als Bild genommene Ball tatsächlich am Boden kleben bleiben. Denn: Bei der Kommunalwahl in diesem Jahr treten die Christdemokraten zwischen Kirchen und Friesenhagen als haushohe Favoriten an. Erklärtes Ziel ist es, die starke Position im VG-Rat weiter zu festigen, was nichts Anderes als den Erhalt der absoluten Mehrheit in dem Gremium bedeutet.

Gestern Abend hatte der CDU-Gemeindeverband Kirchen seine Mitglieder erneut nach Harbach eingeladen, um die Kandidaten aus den Ortsverbänden für die Wahl zum Verbandsgemeinderat zu nominieren. Zum ersten Mal leitete der vor wenigen Wochen neu gewählte Vorsitzende Georg Becker (Kirchen) eine solche Versammlung. Waren bei seiner Wahl allein aus seiner Heimatgemeinde noch 72 Parteifreunde angereist, blieben gestern im Bürgerhaus doch einige Stühle leer. Von den 682 geladenen Mitgliedern waren 96 erschienen, was wohl auch daran lag, dass die Personalentscheidungen bereits vorher in den einzelnen Verbänden geklärt worden waren.

Bei der Aufstellung der Liste orientierte sich die CDU nicht nach der Mitgliederstärke, sondern berücksichtigte Einwohnerzahl und das letzte Kommunalwahlergebnis in den Ortsgemeinden. Wäre man anders vorgegangen, hätte z.B. die CDU aus dem kleinen Harbach ohne eigenen Kandidaten dagestanden.

Nur acht statt zwölf Damen

So sah alles nach Harmonie pur aus. Die Vorschlagsliste des Vorstand präsentierte sich als gelungener Mix aus erfahrenen »Hasen« und ambitionierten »Newcomern«. Dann aber wurde die Wahl doch noch eine äußerst zähe Angelegenheit, was nicht nur daran lag, dass zunächst über jeden der insgesamt 36 Kandidaten einzeln abgestimmt werden sollte. CDU-Kreisvorsitzender Dr. Josef Rosenbauer, der eigentlich eher die Rolle eines Zuschauers einnehmen wollte, sah sich nach intensivem Studium der Liste plötzlich genötigt, das Mikro einzufordern. Sein – entscheidender – Hinweis: Der Gemeindeverband hatte nicht die per CDU-Satzung vorgeschriebene Frauenquote erfüllt. Unter den 36 Kandidaten hätten sich mindestens zwölf Frauen (ein Drittel) befinden müssen – es waren aber nur acht.

Nach kurzer Diskussion half man sich mit einem kleinen Kunstgriff. Auf Antrag von Christoph Moschner wurde der erste Wahlgang für ungültig erklärt, einer niedrigeren Frauenquote stand nun nichts mehr im Wege. Mit diesen Damen und Herren auf den ersten 20 Plätzen zieht die CDU nun in die Wahl zum Verbandsgemeinderat Kirchen, wo sie in dieser Legislaturperiode 19 Sitze inne hat: 1. Ulrich Merzhäuser (Mudersbach), 2. Elisabeth Brenner (Kirchen), 3. Wolfgang Zielinski (Niederfischbach), 4. Bernhard Baumeister (Brachbach), 5. Andreas Dietershagen (Friesenhagen), 5. Alfons Hombach (Harbach), 7. Christoph Moschner (Kirchen), 8. Eberhard Helsper (Mudersbach), 9. Udo Horn (Wehbach), 10. Dr. Wolfgang Otterbach (Niederfischbach), 11. Sandra Kohles (Kirchen), 12. Walter Hauptmann (Mudersbach), 13. Tobias Müller (Kirchen), 14. Verena Hof (Niederfischbach), 15. Günter Weber (Brachbach), 16. Klaus Baldus (Kirchen), 17. Tobias Kappenstein (Friesenhagen), Elisabeth Röttgen (Mudersbach), 19. Gabriele Morgenschweis (Kirchen) und 20. Marliese Reifenrath (Niederfischbach). Tobias Kappenstein, der bislang für die FWG im VG-Rat saß, war im vergangenen Jahr in die CDU eingetreten, weil man sich bei den politischen Zielen »stark angenähert« habe.

»Bessere Thmen und Personen«

Bürgermeister Wolfgang Müller freut sich jedenfalls auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Rat und natürlich »seinen« Christdemokraten: »Wir können die Wahl überzeugend gewinnen, wenn wir zusammenhalten. Wir haben die besseren Sachthemen und die Personen.«

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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