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Neuer Vorstoß der Verbandsgemeinde Kirchen
Hauptsache, ein Radweg

Von Kirchen kommend, haben Radfahrer in Büdenholz die Wahl: Entweder auf die B 62 wechseln oder den schmalen Gehweg weiter nutzen. Was dann aber auch wieder wenig rücksichtsvoll gegenüber den Anliegern ist.  Fotos: thor
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  • Von Kirchen kommend, haben Radfahrer in Büdenholz die Wahl: Entweder auf die B 62 wechseln oder den schmalen Gehweg weiter nutzen. Was dann aber auch wieder wenig rücksichtsvoll gegenüber den Anliegern ist. Fotos: thor
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thor Kirchen. Nach jahrelangem Stillstand und Zuständen wie bei der Echternacher Springprozession sieht es dieser Tage tatsächlich danach aus, als wolle die Verbandsgemeinde Kirchen zwei großen und wichtigen Themen doch noch den Stempel „unendliche Geschichte“ ersparen. Nachdem beim Tourismus nach vielen Jahren nunmehr eine fundierte Konzeption vorliegt, ist auch beim Siegtal-Radweg Bewegung zu erkennen (wobei beides eh untrennbar miteinander verbunden ist). In mehreren Sitzungen haben sich die Gremien in der vergangenen Wochen wieder mit der Trassenführung beschäftigt – und herausgekommen ist ein Ergebnis, das zum einen pragmatisch ist, weil es den wohl nicht mehr zu ändernden Einschränkungen Rechnung trägt, zum anderen aber doch die Handschrift der Verbandsgemeinde tragen soll.

thor Kirchen. Nach jahrelangem Stillstand und Zuständen wie bei der Echternacher Springprozession sieht es dieser Tage tatsächlich danach aus, als wolle die Verbandsgemeinde Kirchen zwei großen und wichtigen Themen doch noch den Stempel „unendliche Geschichte“ ersparen. Nachdem beim Tourismus nach vielen Jahren nunmehr eine fundierte Konzeption vorliegt, ist auch beim Siegtal-Radweg Bewegung zu erkennen (wobei beides eh untrennbar miteinander verbunden ist). In mehreren Sitzungen haben sich die Gremien in der vergangenen Wochen wieder mit der Trassenführung beschäftigt – und herausgekommen ist ein Ergebnis, das zum einen pragmatisch ist, weil es den wohl nicht mehr zu ändernden Einschränkungen Rechnung trägt, zum anderen aber doch die Handschrift der Verbandsgemeinde tragen soll. Und zwar im Bereich Büdenholz und Brachbach.

Alle Bemühungen vergeblich

Die Historie: Seit fast 20 Jahren gibt es die Bemühungen von Kreis und Verbandsgemeinde, die Radfahrer relativ gefahrlos durch den Oberkreis von Niederschelderhütte bis nach Betzdorf zu führen. Sieht man vom Radweg an der B 62 zwischen Büdenholz und Freusburg ab, ist dieses Unterfangen kläglich gescheitert – wobei man erst gar nicht über Attraktivität reden sollte. Nicht umsonst hat die Kreisverwaltung Schilder aufstellen lassen, die Radfahrern ausdrücklich empfiehlt, im AK-Land auf die Bahn umzusteigen! Doch nicht nur in Altenkirchen rauchten die Köpfe vergebens, auch in Kirchen kam man in Sachen Radweg keine Umdrehung weiter.

Bau- und Zeitplan vorgestellt

Im August 2017 wurde dann im Kreishaus ein detaillierter Bau- und Zeitplan präsentiert. Das Ziel: Bis 2024 soll es in der Region einen durchgängigen Radweg geben – mit der Krux: immer schön an der B 62 entlang, nicht direkt an der Sieg. Das war und ist die Vorgabe des Bundes, der schließlich auch sein Portemonnaie öffnet.

Eigene Pläne zerschlugen sich

Sofort regte sich in Kirchen Widerstand, denn die Streckenführung – gerade auch in Freusburg – wurde als völlig inakzeptabel eingestuft. Viel lieber hätte man einen Radweg entlang des Mühlengrabens geführt. Was folgte, waren erneute Gespräche, ermüdende Diskussionen über Wünsche und die Variante, den Radweg in Eigenregie zu bauen. Konkretes ergab sich freilich nicht.

Hohe Hürden durch Naturschutz

Mittlerweile aber ist die Stimmung im Verbandsgemeinderat Kirchen die: lieber überhaupt einen Radweg als gar keinen. Das hat auch ein bisschen mit Resignation zu tun, ist doch im Verlauf des Verfahrens die Erkenntnis gereift, dass es ausgerechnet die Restriktionen im Naturschutz sind, die einen naturnahen Radweg unmöglich machen. Auf das Thema angesprochen, hört man bei Bürgermeister Maik Köhler gleich drei Mal hintereinander die Umschreibung „beschwerlich“. Hinzu kommt in Freusburg, dass Mühlenbesitzer Friedhelm Schmidt zwar liebend gerne Grundstücke zur Verfügung stellen würde, der daran gekoppelte Umbau der Wehre aber eine noch viele längere Geschichte ist als die des Radwegs. Und auf der anderen Seite der Sieg gibt es einige Grundstücksbesitzer, die sich massiv gegen das Projekt auf ihren Flächen wehren.

Gesamtkonzept vom LBM erwartet

Nun war der Verbandsgemeinderat fast schon soweit, vollends einzuknicken und dem Landesbetrieb Mobilität grünes Licht für eine komplette Planung entlang der B 62 zu geben. In der Tat erwarte man von dort nun ein Gesamtkonzept für den Abschnitt von Betzdorf bis Niederschelderhütte, sagte Köhler. „Wir hätten gerne einen Plan, wie sie sich das konkret vorstellen. Dann muss man dabei gucken.“

Haken hinter Freusburg

Dass die Verbandsgemeinde beim Radweg aber auch ihre Stimme erhebt, ist einmal mehr Franz Bauschert zu verdanken. Der Mudersbacher Sozialdemokrat, der nahezu täglich mit dem Fahrrad unterwegs ist, war im Vorfeld vehement dafür eingetreten, zumindest für den Bereich Büdenholz/Brachbach mit eigenen Vorschlägen an den zuständigen Landesbetrieb Mobilität (LBM) heranzutreten. Hinter Freusburg hat auch er einen Haken gemacht.

Treffen vor Ort in Büdenholz

Bauschert kann in dieser Angelegenheit sehr hartnäckig sein, auch den eigenen Genossen gegenüber. Und so traf sich kürzlich nochmals die Radweg-Kommission an Ort und Stelle, um Varianten durchzusprechen. In Büdenholz, auf Höhe der ehemaligen Gaststätte Euteneuer, endet bekanntlich der Radweg, hier sollen die Radfahrer mit einem Übergang auf die andere Seite der Straße geführt werden. Will der LBM an der B 62 bleiben, wird es knifflig – es fehlt schlicht und ergreifend der Platz. Außerdem beginnt hier der Anstieg zum Durchbruch.

Variante bis zur Mariengrotte

Nach Auskunft von Köhler wird der Verbandsgemeinderat dem LBM nun drei Varianten für den Radweg ab Büdenholz vorschlagen. Und dabei gibt es offenkundig einen klaren Favoriten. Kein neuer Plan, allerdings einer, der vor Jahren zunächst in der Schublade verschwunden war. Dem Vernehmen nach brachte diesen bei dem Ortstermin Brachbachs Ortsbürgermeister Steffen Kappes ins Spiel. Der Radweg würde über die Siegbrücke und unter der Eisenbahnbrücke hindurch führen und dann entlang der Bahnlinie Richtung Brachbach verlaufen. Etwas oberhalb der Mariengrotte würde er dann auf die Kreisstraße stoßen. Man müsste hier nur wenige Bäume fällen (Amprion kennt ganz andere Dimensionen), um diese „Einmündung“ weithin einsehbar zu machen.

Keine neue Brücke erforderlich

Für die Radfahrer ginge es durch die Austraße und Brachbach (Tempo 30) bis zum Ortsausgang, wo über die Grube Ecke und den Hüttenwald der Kirmesplatz in Mudersbach erreicht würde. Diese Variante kommt ohne neue Brücke über die Sieg aus, die dann erforderlich wäre, wenn der Weg durch das Klärwerk und die Industriestraße in Brachbach verlaufen würde. Weiterer Vorteil: Vor Jahren hat die Landespflege als Untere Naturschutzbehörde diese Trasse ausdrücklich begrüßt.

„Der Knoten muss endlich durchschlagen werden“, fordert Maik Köhler. Und mit dieser Planung sieht es nach Jahren tatsächlich so aus, als ob es gelingen könnte, einige Radfahrer aus dem Giebel- und dem Höhwald wieder zurück ins Tal zu holen.

Von Kirchen kommend, haben Radfahrer in Büdenholz die Wahl: Entweder auf die B 62 wechseln oder den schmalen Gehweg weiter nutzen. Was dann aber auch wieder wenig rücksichtsvoll gegenüber den Anliegern ist.  Fotos: thor
Sieht bislang noch nicht aus wie ein Radweg, könnte aber bald werden.
Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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