Heimatmuseum erhält ein neues Gesicht

Neueröffnung erst nächstes Jahr/12. Heimattag in Kirchen am kommenden Sonntag

fram Kirchen. Angesichts des 12. Heimattages rund um das Heimatmuseum ist die Erwartungshaltung groß. Denn das Museum wurde umstrukturiert. 140000 e und bisher rund 1000 Arbeitsstunden der Vereinsmitglieder stecken schon drin, und noch immer bleibt die Tür geschlossen. Auch am Heimattag am kommenden Sonntag. »Wann ist es soweit?« hört der 2. Vorsitzende Edmund Mertens häufig. »Vielleicht nächstes Jahr, am Heimattag«, kann er immer nur antworten. »Es ist unheimlich geschafft worden«, mit viel Kleinarbeit, erklärte er anlässlich einer Presseführung durch das Haus an der Wiesenstraße.

Was hat das Gebäude nicht alles mitgemacht: Feuerwehrhaus war es, Wohnhaus - nun durchlief es eine innere Verjüngungskur. Solange, bis es wieder mit nostalgischen Dokumenten, Möbeln, Kleidern, Gerätschaften des Alltagslebens gefüllt ist. Jetzt wird wieder eingeräumt. Diesmal freilich nicht »wie Kraut und Rüben«, so drückte sich Geschäftsführer Helmut Ermert aus. Jeder hätte ja etwas hergebracht, und das sei vor der Umbauphase irgendwie untergebracht worden.

Geboren wurde der Gedanke zur Umstrukturierung im März 2000, in einer Mitgliederversammlung samt Experten und Vertretern des Museumsverbandes. Das Konzept sollte hin zu einem lebendigen Museum führen, berichtete Ermert. Die Zimmer wurden renoviert, die Heizung erneuert, eine neue Beleuchtung angebracht, die Altes ans Licht, in das Bewusstsein der Besucher holt. Bereits jetzt ist den Museumsräumen die Liebe zum Detail anzusehen. Statt einer Stiege führt nun eine anständige Treppe in den Keller. Hier gibt es einen Haubergsbereich, der, betonte Ermert, so aussehen solle, als habe der Holzarbeiter gerade alles stehen und liegen lassen, um sein Butterbrot zu essen. Gegenüber findet sich ein Landwirtschaftsbereich, mit einem Kirchener Gullydeckel aus einer Zeit, als der Ort seine eigene Wasserversorgung besaß. Eine Milchküche rundet das Untergeschoss ab, für alle, die nicht mehr wissen, wie eine Milchzentrifuge aussieht oder sich gerne zurückerinnern.

Das Erdgeschoss wird eine Dauerausstellung zur ehemaligen Lokomotivfabrik Jung-Jungenthal und zur Friedrichshütte Wehbach beherbergen, außerdem einen Bereich über den Erzbergbau mit rekonstruiertem Stollenmund. Da die Firmendokumente nebenan vor und an den Wänden verteilt sind, bleibt in der Mitte viel Platz für Sonderausstellungen. Drei sollen es pro Jahr werden, die erste wird sich voraussichtlich mit der Entwicklung von Radio und Fernsehen beschäftigen. Abwechslung sei wichtig, sagte Ermert, um zu einem mehrmaligen Besuch anzuregen.

Ein weiterer Raum widmet sich dem alten Handwerk. Eine Schmiede, eine Schusterei, eine Zimmerei und ein alter Laden werden da zu bestaunen sein. Die Szenerie »beleben« Puppen.

Im Obergeschoss prangt ein Schlafzimmer aus der Jahrhundertwende. Allein die mit Walzenmuster geschmückte Wand ist ein Kuriosum, ebenso wie der Ornamentstreifen im Wohnzimmer. Dafür musste ein alter Malermeister gefunden werden, der wie damals mit Blechschablone solche Muster aufträgt. Eine Küche gibt es, und ein weiterer Raum ist für Stellwände zur Geschichte der gesamten Verbandsgemeinde reserviert. Das Freigelände wird keineswegs ungenutzt bleiben - im Wehbacher Depot schlummert so manche Geräterarität aus der Landwirtschaft.

Trotz vorenthaltenem Museum - es mache jetzt noch keinen Sinn, Leute hineinzulassen, wie Mertens erklärte - werde mit dem Heimattag, so Ermert, eine gute Tradition fortgesetzt. »Decke Bohnen, sauer Kraut, Stompes, wat von ’ner Sau«, bereits im vergangenen Jahr ausverkaufter Renner, steht diesmal ausreichend zur Verfügung. Ab 10 Uhr lässt der Musikverein Kirchen von sich hören, später sorgt Hansi Imhäuser für Unterhaltung. Tolle Preise warten auf die besten Künstler beim Kindermalwettbewerb, die sich an der Abbildung von Heimatmuseum und Ev. Kirche versuchen dürfen. Mit sechs Zelten ist man bis zum Schluss um 19 Uhr jedem Wetter gewachsen.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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