Gedächtnis der Region
Heimatverein stemmt Archiv der Stadt Kirchen

Die Geschichte der früheren Ortsgemeinde und jetzigen Stadt Kirchen ist reichhaltig, nicht nur wegen der Ära der Lokomotivfabrik Jung.
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  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

sz Kirchen. Wenn die Menschen in Kirchen und Umgebung an den Kirchener Heimatverein denken, dann fällt ihnen zuerst das Museum im alten Kirchener Ortsteil Inken ein und dann natürlich der Heimattag mit seinen vielfältigen Angeboten des Zusammenseins, Erlebens und Genießens. Manche weisen auch auf das gerade wieder erschienene Heimatblatt hin und auf die eine oder andere Veranstaltung der Heimatgeschichtler – aber dann ist meistens Schluss. Dabei stemmt der Heimatverein laut eigener Presseinfo seit etlichen Jahren eine zweite Mammutaufgabe: das Archiv der Stadt Kirchen.

Fülle von Dokumenten

„Es war ja anfangs nur eine lose Sammlung interessanter Dokumente, Zeitschriften oder Bücher, doch inzwischen hat sich die Angelegenheit zu einem echten Archiv ausgewachsen“, erklärt Vorsitzender Hubertus Hensel. „In den Regalen lagert längst eine Fülle von Dokumenten, ob Briefe, Urkunden, Rechnungen, Fotos und wichtige Schriften, die quasi das Gedächtnis der hiesigen Region darstellen.“ Dazu gehören auch die Akten, die ehemals noch im Rathaus gelagert wurden. Auch der Aktenbestand der Verbandsgemeinde fand seinen Weg in die speziellen Kartons des Archivs, das sich seit einigen Jahren ausschließlich im Museum befindet.

Gut sortierter Bestand

„Wir hatten ja einige Zeit den größten Teil des Archivs ausgelagert, um eine Grundstruktur in den stark angewachsenen Bestand zu bekommen und weil die Räumlichkeiten im Museum zu klein waren“, erläutert Hensel, „doch inzwischen ist der ständig wachsende Bestand gut sortiert und entsprechend eingeordnet, die Digitalisierung auf den Weg gebracht.“ Letzteres, so sehen es die Heimatfreunde, ist eine wesentliche Voraussetzung für eine umfangreiche Nutzung in der Zukunft, und das sei letztendlich auch Ziel eines jeden Archivs.
„Der Großteil des Aktenbestandes bezieht sich auf die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg“, informiert Eberhard Graf, Mitglied des Archivteams des Vereins. „Danach haben wir vor allem zahlreiche Privatbestände bekommen und Vereinsunterlagen – neben dem, was die älteren Kollegen für den Verein gesammelt haben.“

Unterlagen an einem Ort sammeln

Alle Interessierten sollen auf Dauer von dem Archiv profitieren, egal ob sie sich mit Wirtschaftsgeschichte, politischer Geschichte oder z. B. Vereinsgeschichte beschäftigen. Gerade die Vereine seien auf dem Land ja noch anders strukturiert, weiß Hensel aus eigener Erfahrung zu berichten. Da werde das Konvolut der Vereinsunterlagen häufig noch in Kartons von einem Vorsitzenden zum nächsten weitergereicht. Es sei doch bestens nachvollziehbar, dass hier bei solchen Übergaben auch schon einmal etwas auf der Strecke bleibe, in irgendeiner Speichernische lagere und dann irgendwann entsorgt werde. Da sei es viel sinnvoller, die Unterlagen entsprechend in einem städtischen Archiv zu deponieren, wo man jederzeit Zugriff habe.

Sütterlin "übersetzen"

„Besonders wenn es um Festschriften geht, haben wir auch immer wieder mal Anfragen“, sagt Hensel, „aber wir können da nur behilflich sein, wenn wir entsprechende Unterlagen in den Beständen haben oder unsere Vorgänger in dieser Angelegenheit bereits gesammelt haben.“ Dies könnte durchaus anders sein, wenn die Vereine ihre Altbestände an das Archiv weitergeben würden, meinen die Aktiven des Kirchener Heimatvereins. „Ebenso helfen wir gerne bei ‚Übersetzungen‘ bezüglich der alten deutschen Schrift Sütterlin, der Grundlage der von 1915 bis 1940 an den Schulen verwendeten Schreibschrift“, ergänzt Beisitzer Dr. Johannes Pfeifer. Dies sei besonders bei Briefen oder Dokumenten aus der Zeit des 19. Jahrhunderts der Fall.

Dokumente dem Archiv anvertrauen

Insgesamt möchten die Heimatfreunde die Bevölkerung dazu bewegen, ihre alten Unterlagen dem Archiv anzuvertrauen. Dies können auch Dokumente aus privaten Beständen sein, die Licht in die Zeit der Vereins- oder Parteigründungen bringen, in die Zeit zwischen den Kriegen oder einfach alte Sitten und Gebräuche dokumentieren. „Wir werden alle Unterlagen sehr vertrauensvoll und sorgfältig behandeln“, ergänzt Eberhard Graf.

Die Geschichte der früheren Ortsgemeinde und jetzigen Stadt Kirchen ist reichhaltig, nicht nur wegen der Ära der Lokomotivfabrik Jung.
Vorsitzende Hubertus Hensel (l.) und Beisitzer Dr. Johannes Pfeifer präsentieren Dokumente aus dem Kirchener Stadtarchiv.
Autor:

Redaktion Altenkirchen aus Betzdorf

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