„Das ist schon fast Fieber“
Hitzerekord im AK-Land

Auf solch einer Anzeige verfolgt der Hobby-Meteorologe die aktuelle Entwicklung. Hier sind es „nur“ 37,5 Grad, weil es sich um Daten im Zehn-Minuten-Intervall handelt. Aus einer Tabelle konnte Dietershagen den Top-Wert ablesen: 37,8 Grad.
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  • Auf solch einer Anzeige verfolgt der Hobby-Meteorologe die aktuelle Entwicklung. Hier sind es „nur“ 37,5 Grad, weil es sich um Daten im Zehn-Minuten-Intervall handelt. Aus einer Tabelle konnte Dietershagen den Top-Wert ablesen: 37,8 Grad.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Achim Dörner (Redakteur)

dach Friesenhagen. Lingen, klar. An Lingen kommt nichts und niemand vorbei. 42,6 Grad – da kann das AK-Land einfach nicht mithalten. Allerdings purzelten auch hier gestern die Rekorde, so wie bereits am Mittwoch schon.

37,8 Grad waren es gegen 16.20 Uhr am Ortseingang von Friesenhagen (nahe „Bitzchen“). Hier betreut Konrad Dietershagen eine professionelle Wetterstation der Fa. Meteo-Group. „Das ist schon fast Fieber“, lautete gestern sein Kommentar, während er am Bildschirm die Temperaturentwicklung beobachtete. Bereits am frühen Mittwochabend waren es 36,2 Grad – ein Rekord, der nicht einmal 24 Stunden halten sollte. Davor war es der 9. August 2018, damals waren es glatt 36 Grad.

Für Dietershagen war es ein spannender Nachmittag. Seit 2010 hat er die Profistation unter seinen Fittichen, war mehr oder minder dafür verantwortlich, dass das Gerät in Friesenhagen aufgestellt wird. Es hat den Nebeneffekt, dass der zentrale Ort im Wildenburger Land auch schon mal Einzug in den Wetterbericht hält.

Klar, der noch überschaubare Zeitraum lässt viel Raum für Spekulationen über einen Hitzerekord. Doch der Hobby-Meterologe legt sich fest: „Ich gehe davon aus, dass es in Friesenhagen noch nie so heiß war.“ Aufgrund des Abstands der deutschlandweiten Rekordwerte zu denen von gestern dürfte man das auch guten Gewissens auf das ganze AK-Land übertragen.

Zum Hitzerekord passen auch die Uhrzeiten, zu denen die Spitzenwerte verzeichnet worden sind: Im Sommer sei es am späten Nachmittag bzw. am frühen Abend am heißesten, so Dietershagen. Mit dem „Mythos von der Mittagshitze“ könne er daher nichts anfangen.

Ein Problem seien hingegen die tropischen Nächte, die wärmste dürfte die auf Freitag gewesen sein. Die fehlende Abkühlung selbst zur nachtschlafender Zeit sei „sehr belastend“, so Dietershagen.

Seit 2006 erhebt der Friesenhagener auch eigene Daten, mittlerweile über semi-professionelle Stationen, 13 an der Zahl. Einige zeigten gestern sogar noch höhere Temperaturen an: 38,3 Grad waren es sowohl im Ortsteil Bockenbaum (15.45 Uhr) und in Staade (17.45 Uhr). Die Unterschiede zur Meteo-Station ist in erster Linie die Höhe über dem Meeresspiegel: 310 Meter sind es am Profi-Gerät, 270 bzw. 274 Meter bei den anderen beiden.

Außerdem hat die Meteo-Group ihrem Temperaturfühler einen kleinen Lüfter spendiert, sodass es hier nicht zu einem Hitzestau kommen kann, wenn man das so nennen will. Ansonsten sind die Voraussetzungen bei allen 14 Stationen dieselben: Der Fühler befindet sich unter einem Wetterschutz, einer kleinen Haube, und hängt in zwei Metern Höhe über einem gemähten Stück Wiese. In der näheren Umgebung befinden sich weder Häuser noch Bäume oder Sträucher.

Das ist übrigens der Grund, warum gestern viele Menschen noch deutlich höhere Temperaturen an ihren Geräten abgelesen haben, auch solche über 40 Grad. Die handelsüblichen Apparate seien da einfach nicht genau genug und die Fühler meist nicht ideal positioniert, so Dietershagen. Und Autos würden die Temperaturen meist Nahe des Asphalts messen – ebenfalls suboptimal.

Und was ist von dem großen Wort mit K zu halten, dem Klimawandel? „Das hier ist ja Wetter“, sagt der Hobby-Meteorologe. Aber die ganz große Linie zeige – unabhängig vom Allzeitrekord gestern in Lingen –, dass die Jahresmitteltemperatur schon seit Langem steige, und zwar stetig. Es bleibe nur die Frage, ob der Mensch hier einen Einfluss gehabt habe bzw. noch immer hat. Dietershagen: „Höchstwahrscheinlich schon.“

Auf solch einer Anzeige verfolgt der Hobby-Meteorologe die aktuelle Entwicklung. Hier sind es „nur“ 37,5 Grad, weil es sich um Daten im Zehn-Minuten-Intervall handelt. Aus einer Tabelle konnte Dietershagen den Top-Wert ablesen: 37,8 Grad.
Zwei Meter über dem Erdboden ist der Temperaturfühler der Station der Fa. Meteo-Group installiert. Konrad Dietershagen kümmert sich um die Technik der Anlage.
Autor:

Achim Dörner (Redakteur) aus Betzdorf

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